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REGION DER WOCHE:

Ostmakedonien und Thrakien

(12 - 06 - 2013)

Ostmakedonien und Thrakien

Der EU-Kommissar für Regionalpolitik Johannes Hahn wird am 12. und 13. Juni 2013 bei einem Besuch in Griechenland die Umsetzung der regionalpolitischen Projekte im Land sowie die Vorbereitungen für die nächste Projektphase von 2014 bis 2020 in Augenschein nehmen. Schwerpunkt des Besuchs ist die Verwaltungsregion Ostmakedonien und Thrakien. Dort trifft er Aristidis Giannakidis, den Gouverneur der Region, und besichtigt von der EU finanzierte Projekte.

Die EU-Investitionen in der Region erstrecken sich auf die Bereiche Verkehrsinfrastruktur, Umwelt, städtische Entwicklung, Kultur, Förderung des Unternehmertums, digitale Konvergenz, soziale Infrastruktur, Gesundheits- und Sozialfürsorge sowie Bildung.

Im Zeitraum 2007-2013 erhalten Ostmakedonien und Thrakien sowie West- und Zentralmakedonien über das operationelle Programm „Zentralmakedonien - Westmakedonien - Ostmakedonien und Thrakien“ EU-Finanzmittel in Höhe von 2,675 Mrd. EUR. Die Gesamtsumme der für die Region bereitgestellten öffentlichen Mittel beträgt 3,147 Mrd. EUR. Ostmakedonien und Thrakien allein erhalten EU-Mittel in Höhe von 480 Mio. EUR, die gesamten öffentlichen Investitionen belaufen sich dort auf 564,7 Mio. EUR.

Ostmakedonien und Thrakien liegt in Nordostgriechenland und hat Grenzen zu Bulgarien und der Türkei. Die Region erstreckt sich über 14 157 km2 (10,7 % der Fläche Griechenlands) und hat eine Bevölkerung von ca. 606 000 Menschen (5,35 % der Gesamtbevölkerung). Das Pro-Kopf-BIP der Region lag 2012 bei 66 % des EU-Durchschnitts. In Folge der Wirtschaftskrise, die Ostmakedonien und Thrakien hart getroffen hat, sind die Gesamtarbeitslosenquote auf 22,5 % und die Jugendarbeitslosigkeit auf 52,6 % gestiegen.

 

Prioritäten der Region und Beiträge der EU-Regionalpolitik

Für den Zeitraum 2007-2013 sind Finanzmittel der EU-Regionalpolitik in Höhe von 216 Mio. EUR für Maßnahmen zur Förderung von nachhaltigem Wachstum und Lebensqualität vorgesehen. Im Bereich der sozialen Infrastruktur werden Projekte wie die Bereitstellung von 14 Rettungsfahrzeugen, der Bau von Seniorenheimen und Tagespflegestationen oder die Verbesserung der Bildungsinfrastrukturen finanziert. Im Bereich Umweltschutz ist der Bau zweier Entsorgungsanlagen für feste Abfälle geplant.

Darüber hinaus laufen wichtige Projekte, die den Zugang der Region zu Infrastrukturen und Dienstleistungen sowie ihre Anbindung an Verkehrsnetze verbessern. Einige dieser Projekte sind Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V). Sie umfassen die Modernisierung des regionalen Verkehrsnetzes, die Entwicklung eines Nutzungsplans für den Hafen von Alexandroupoli und die Verbesserung des Zugangs zum öffentlichen Raum. Parallel dazu wurden vor allem nach der letzten Revision des Programms 2012 Maßnahmen im Bereich Förderung des Unternehmertums verstärkt.

 

Projektbeispiele

Vertikale Achse zur Egnatia-Autobahn zwischen Komotini und Bulgarien: EU-Beitrag 58 352 506 EUR

Diese Verkehrsachse verbindet Komotini in Griechenland mit der bulgarischen Grenzstation Makaza. Sie ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes sowie der nationalen Infrastrukturpolitik im Bereich grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen. Das Straßenbauvorhaben zählt zu den 181 vorrangigen Projekten, die im Oktober 2011 zwischen der Kommission und den griechischen Behörden vereinbart wurden. Es handelt sich dabei um Projekte von besonderer Bedeutung für die Entwicklung des Landes, die Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

 

Athena Forschungs- und Innovationszentrum Xanthi: EU-Mittel: 445 825 EUR

Das Athena Research and Innovation Centre in Information, Communication and Knowledge Technologies fördert die Entwicklung innovativer Informations-, Kommunikations- und Wissenstechnologien für den Industrie- und Dienstleistungssektor. Es betreibt wissenschaftliche und technologische Forschung in den Bereichen Informationstechnologie, Wissensmanagement, Kommunikation und Automatisierung von Produktionsprozessen. Die Forschungsergebnisse werden bei der Entwicklung von Prototypen, Produkten und Dienstleistungen angewandt. Das von der EU unterstützte Projekt betrifft die Infrastruktur eines neuen Kongress- und Konferenzzentrums für die Einrichtung.

 

Hafen Alexandroupoli EU-Mittel: 16 067 186 EUR

Der Hafen von Alexandroupoli ist dank seiner geografischen Lage ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen EU-Ländern, nicht der EU angehörenden Mittelmeerländern und Ländern am Schwarzen Meer. Angesichts des immer dichter werdenden Schiffsverkehrs im Schwarzen Meer bietet der Hafen von Alexandroupoli die Möglichkeit, die überlastete Route über den Bosporus und die Dardanellen zu umgehen. Zudem schafft ein Hafenausbau Arbeitsplätze und trägt zur Entwicklung der gesamten Region bei. Zwei Projekte werden von der EU finanziert: Die Eisenbahnanbindung des neuen Containerhafens (2 759 100 EUR EU-Mittel) und die Vertiefung des Hafenbeckens in Verbindung mit der Erweiterung des Hafens (13 308 086 EUR).

 

Weitere Informationen:

Verwaltungsbehörde für Ostmakedonien und Thrakien