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REGION DER WOCHE:

Wien

(06 - 05 - 2013)

Wien

Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik, besucht am 6. Mai Wien, um an den öffentlichen Diskussionen anlässlich des diesjährigen Europatags teilzunehmen.

Wien ist Österreichs wichtigstes Wirtschafts- und Kulturzentrum (28 % des BIP werden hier generiert). Die Stadt beheimatet viele universitäre und nicht-universitäre Forschungszentren sowie eine Unternehmensstruktur aus zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen. In diesem Zusammenhang zielt die EU-Regionalpolitik in Wien darauf ab, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in der Region zu stärken, Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig eine nachhaltige Stadtentwicklung sicherzustellen. Die Vernetzung mit Nachbarregionen und anderen europäischen Zentren kommt diesem Ziel ebenfalls zugute.

Wien ist die Hauptstadt Österreichs und mit einem Pro-Kopf-BIP, das 61,5 % über dem EU-Durchschnitt liegt, die wohlhabendste Region des Landes.

 

Welchen Beitrag leistet die Regionalpolitik der EU zu den Prioritäten der Region?

Das regionalpolitische EU-Programm zur Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und integrativen Stadtentwicklung in Wien 2007-2013 verfügt über ein Budget von insgesamt 50,3 Mio. Euro, wovon 25,2 Mio. Euro aus EU-Mitteln stammen.

Zu den zwei wichtigsten Kernpunkten, die die EU-Regionalpolitik begünstigt, gehören zum einen die Anwendung von Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung und zum anderen die Unterstützung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, angefangen bei der Gründung einer Firma über die Vernetzung bis hin zur Begleitung durch alle Geschäftsphasen.

Mobilität, demografischer Wandel und soziale Integration sind die Hauptherausforderungen Wiens, die mithilfe der EU-Regionalpolitik angegangen werden sollen. In großen urbanen Gebieten, wie dem „Gründerzeitviertel –Westgürtel“, „Bahnhof Wien – Erdberger Mais“ und „U2 Donaustadt – Flugfeld Aspern“ ist ein integrierter Ansatz für die Stadtentwicklung notwendig, der die sozialen, mobilitäts- und umweltbezogenen Aspekte berücksichtigt. 

 

Projektbeispiele:

Stärkung der Wettbewerbsvorteile von Wiens KMU: MINGO EU-Mittel: 645.600 Euro

Mingo ist eine vor Kurzem von der Wirtschaftsagentur Wien gegründete Beratungsorganisation mit der Mission, Unternehmensgründer und Inhaber von bestehenden KMU zu unterstützen. Die Organisation bietet Beratung, Coaching, Schulungen mit Experten, gewerbliche Mietobjekte zu erschwinglichen Preisen und ein mehrsprachiges Zentrum. Das Mingo Grätzelmanagement unterstützt mit innovativen und nachhaltigen Projekten die Stadtentwicklung. 30 % aller Unternehmensinhaber haben einen Migrationshintergrund. Für sie wurde eigens die Informationsstelle „Mingo Migrant Enterprises“ eingerichtet.

 

INiTS Universitäres Gründerservice Wien GmbH EU-Mittel: 1.148.193 Euro

Das Projekt INiTS unterstützt junge Akademiker auf dem Weg zum eigenen Unternehmen in innovativen Sektoren wie Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Science, Maschinenbau und Elektrotechnik. Voraussetzung ist ein innovatives Unternehmenskonzept mit technologischem Hintergrund. Das Projekt verfolgt das Ziel, Dienstleistungen zur Förderung und Beratung von Spin-offs anzubieten, um das Unternehmertum zu erweitern. Bis heute sind 90 % aller unterstützten Start-ups noch erfolgreich im Geschäft.

 

Technologiezentrum in Aspern: EU-Mittel: 2.595.356 Euro

Auf einer Fläche von 6.500 m2 beheimatet das Technologiezentrum Aspern kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Bereich der nachhaltigen Technologien. Das Zentrum stellt Büros, Forschungsinfrastrukturen sowie Räumlichkeiten für Schulungen und Konferenzen bereit, um Synergieeffekte zu generieren und das Wachstum der dort ansässigen KMU sicherzustellen. Das Zentrum wurde aus umweltschonenden Materialien unter Anwendung von nachhaltigen Baumethoden erbaut.

 

Lokale Agenda 21 Plus Wien EU-Mittel: 922.440 Euro

Das Projekt fußt auf dem Prinzip einer nachhaltigen Stadtentwicklung auf Viertel- und Stadtebene und zielt auf die Förderung neuer Formen der Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Bürgern und Politikern sowie auf eine gemeinsame politische Gestaltung auf Stadtviertelebene ab. Die Teilnehmer sehen die Lokale Agenda 21 Plus als neue Form der partizipativen Demokratie. Die Lokale Agenda 21 Plus stützt sich auf die folgenden Prinzipien: nachhaltige Stadtentwicklung auf Viertel- und Stadtebene, intensive und umfassende Teilnahme der Bürger und anderer relevanter Interessensvertreter, neue Formen der Zusammenarbeit, Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern sowie Vielfalt.

 

Weitere Informationen:

Regionalpolitikprogramm Wien