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REGION DER WOCHE:

Luxemburg

(12 - 03 - 2013)

Luxemburg

Der für Regionalpolitik zuständige Kommissar Johannes Hahn wird am 12. März das Großherzogtum Luxemburg besuchen. Dort wird er sich mit Marco Schank, dem beigeordneten luxemburgischen Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, treffen, um die zukünftige Kohäsionspolitik im Zeitraum 2014 bis 2020 zu erörtern.

Kommissar Hahn wird zudem die neuen Räumlichkeiten des ESPON, eines Beobachtungsnetzes für territoriale Entwicklung und Kohäsion, das von der Europäischen Union (EU) mit 45 Millionen EUR finanziert wird, einweihen. Aufgabe dieses Zentrums ist es, Studien, Analysen und Informationen zu Werbezwecken zur Entwicklung der Regionen, Städte und anderen noch größeren Gebiete zu erstellen, die im Rahmen der Regionalpolitik der EU zu einer harmonischeren Entwicklung des europäischen Raums beitragen.

 

Was sind die Prioritäten des Landes?

Die luxemburgische Regierung hat sich dazu entschlossen, den Schwerpunkt im Zeitraum 2007 bis 2013 auf den Süden des Landes zu legen, um insbesondere die wirtschaftliche Umstellung früherer Industriestandorte sicherzustellen.

Jedoch zielen die durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanzierten Maßnahmen auch auf andere Bereiche mit Hebelwirkung und wirtschaftlichen Auswirkungen für das gesamte Land ab.

Nachfolgend werden die Prioritäten des Programms von Luxemburg für den Zeitraum 2007 – 2013 aufgeführt:

- Beitrag, um den Standort Luxemburg für Investitionen und Beschäftigung attraktiver zu machen

- Verbesserung von Wissen und Innovation für den Aus-/Aufbau und zur Verbesserung der Infrastrukturen und Kompetenzen zur Entwicklung und/oder Stärkung der Kapazitäten im Bereich Forschung und Entwicklung

- Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen staatlicher und privatwirtschaftlicher Forschung, auch durch Förderung des Aufbaus von Forschungseinrichtungen

- Entwicklung und Bestätigung der regionalen Spezialisierungen mit hoher Wertschöpfung und Stärkung der technologischen und wirtschaftlichen Stellung der Region bei gleichzeitiger Wahrung des Grundsatzes der nachhaltigen Entwicklung und des Umweltschutzes.

 

Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?

Das Großherzogtum Luxemburg hatte im Jahr 2009 ein Bruttoinlandsprodukt von 266 % des EU-Durchschnitts, demnach war das BIP dieses Landes zweieinhalb Mal höher als das BIP aller europäischen Regionen zusammengenommen. Aufgrund seines Reichtums ist das Land unter dem Ziel „Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ durch den EFRE förderfähig.

Die Fördermittel aus dem EFRE belaufen sich insgesamt auf 85 Millionen EUR, wobei 25 Millionen EUR auf das Programm „Luxemburg“ entfallen. Im Zusammenhang mit den Prioritäten von Luxemburg werden sich von den Investitionen die folgenden Auswirkungen erhofft: Schaffung neuer Arbeitsplätze, auch im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) sowie bei Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Erschließung sanierter Industrieflächen nach der Umstellung im Zuge des Strukturwandels und Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Da Luxemburg gemeinsame Grenzen mit Frankreich, Deutschland und Belgien hat, ist das Land zudem an Programmen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beteiligt.

Das Programm „Großregion“, für das die EU Mittel in Höhe von 106 Millionen EUR bereitstellt, betrifft Wallonien, den deutschsprachigen Teil Belgiens, Lothringen in Frankreich, Rheinland-Pfalz und das Saarland in Deutschland sowie das Großherzogtum Luxemburg. Die im Rahmen dieses operationellen Programms entwickelten Maßnahmen zielen darauf ab, die Attraktivität der „Großregion“ zu steigern, Innovation und Wirtschaftsentwicklung zu fördern und im Zuge dessen Arbeitsplätze zu schaffen. Die Umsetzung dieses Programms soll zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der grenzübergreifenden Gebiete beitragen. Ebenso soll es dazu beitragen, eine nachhaltige Raumplanung und -entwicklung dieser „Großregion“ zu fördern – und zwar unter dem Gesichtspunkt eines verbesserten Mobilitäts- und Umweltmanagements und einer stärkeren Zusammenarbeit auf kultureller und sozialer Ebene.

Das Programm „Nordwesteuropa“, das sieben Mitgliedstaaten der EU (Belgien, Deutschland, Irland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande und das Vereinigte Königreich) und die Schweiz betrifft, wird mit 355 Millionen EUR von der EU unterstützt. Das Programm ist insofern einzigartig, als es bei der territorialen Entwicklung einen sektorübergreifenden Ansatz verfolgt, der die enge Zusammenarbeit mit Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, öffentlichen Einrichtungen und dem privaten Sektor fördert. Es bietet den Vorteil, dass es Maßnahmen auf regionaler, nationaler, grenzübergreifender und interregionaler Ebene miteinander verknüpft. Diese Anstrengungen ergänzen Aktivitäten, Strategien und Programme in den mitwirkenden Ländern. Die spezifischen Ziele dieses Programms sind Innovation, Umwelt, Zugänglichkeit und nachhaltige Stadtentwicklung.

 

Projektbeispiele:

Bau einer Anlage zur Trocknung von Klärschlamm mithilfe von Sonnenenergie: EU-Beteiligung: 875 000 EUR

Die Verarbeitungskapazität der biologischen Kläranlage in Bettembourg hat sich von 70 000 Einwohnerwerten auf 95 000 Einwohnerwerten erhöht. Die bestehenden Anlagen wurden ebenfalls modernisiert. Das Projekt umfasst den Bau von 8 Einheiten bestehend aus Polykarbonat-Trocknungshallen ähnlich einem Gewächshaus, die eine Gesamtfläche von 5 000 m2 abdecken. In diese Hallen wird der Klärschlamm zur Trocknung geleitet. Nach der Trocknung wird der Schlamm zu Blöcken gepresst und zur Energiegewinnung in der regionalen Wirtschaft als Brennstoff verwendet. Dieser Ersatz für fossile Brennstoffe ist CO2-neutral.Im Rahmen dieses Projekts wurde der Klärschlamm um 60 % und der Ausstoß von Treibhausgasen (1 100 Tonnen CO2 pro Jahr) reduziert. Außerdem zählt zu den Erfolgen des Projekts die Schaffung von 5 Arbeitsplätzen.

 

Erweiterung des Unternehmens- und Innovationszentrums Ecostart in Foetz: EU-Beteiligung: 1 550 994 EUR

Bei Ecostart handelt es sich um ein Gründer- und Innovationszentrum, das die Schaffung von neuen innovativen Spitzentechnologie-Gesellschaften mit industriellem Profil fördert. Aufgabe von Ecostart ist es zum einen, innovative, technologieorientierte Start-up-Unternehmen aufzunehmen und zu begleiten. Zum anderen bietet das Zentrum Unternehmen, die sich gerade im Aufbau befinden, sowie ausländischen Unternehmen, die in Luxemburg tätig werden möchten, befristet überlassenen Gewerberaum. Mit der Einrichtung dieses neuen Gründer- und Innovationszentrums am Standort Foetz verfügt Ecostart über zusätzliche Büroflächen (1 000 m2) und Industriehallen (3 300 m2), die jungen innovativen Unternehmen zur Verfügung gestellt werden können. Dem Zentrum Ecostart stehen insgesamt etwa 12 300 m2 Fläche zur Verfügung, wobei 2 300 m2 auf Büros und die übrigen 10 000 m2 auf Industrieflächen entfallen.

 

Gründer- und Innovationszentrum für Unternehmen am alten Industriestandort Belval: EU-Beteiligung in Höhe von 2 000 000 EUR im Zeitraum 2000 bis 2006 sowie 2007 bis 2013

Das Gründer- und Innovationszentrum befindet sich in alten Hochofenanlagen des Industriestandorts Belval, erstreckt sich über eine Fläche von 4 400 m2 und kann pro Jahr sechs bis acht vielversprechende Unternehmen beherbergen. Es zielt darauf ab, die Überlebens- und Wachstumschancen von jungen innovativen Unternehmen, die Technologieführer werden können, durch die Bereitstellung von Rechenanlagen, durch Management-Ratschläge und durch operationelle Unterstützung zu verbessern.

 

Luxembourg Center for Systems Biomedecine: EU-Beteiligung: 2 667 000 EUR

Die Einrichtung und Nutzung des Luxembourg Center for Systems Biomedecine (LCSB) ist ein Ergebnis der strategischen Partnerschaft zwischen amerikanischen Forschungsinstituten und der Regierung des Großherzogtums Luxemburg im Rahmen des nationalen Plans „Technologies de la Santé“ (Gesundheitstechnologien), der in Zusammenarbeit mit der Universität von Luxemburg und öffentlichen Forschungseinrichtungen umgesetzt wurde. Das Ziel dieser Initiative besteht im Aufbau eines Kompetenzzentrums im Bereich Molekularmedizin und Systembiologie am früheren Industriestandort Belval in Luxemburg. Das Projekt umfasst ebenfalls eine wichtige technologische Komponente, die sich unter anderem um Bioinformatik-Entwicklungen dreht. Zu den Aktivitäten des LCSB zählen wissenschaftliche und angewandte Forschung auf hohem Niveau, Fachausbildung durch Promotions- und Post-Promotionsmöglichkeiten, Dokumentierung und wissenschaftliche Bearbeitung auf internationaler Ebene und Betreuung von Master- und Doktorarbeiten. Das LCSB erstreckt sich auf 3 300 m2, beschäftigt 55 Mitarbeiter und hat 37 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geschaffen.

 

Weitere Informationen:

Verwaltungsbehörde (Ministerium für Wirtschaft und Außenhandel)

Liste der von der EU kofinanzierten Projekte