Navigationsleiste

REGION DER WOCHE:

Berlin

(25 - 02 - 2013)

Berlin

Johannes Hahn, Kommissar für Regionalpolitik, ist am 28. Februar in Brüssel Gastgeber der ersten direkten Gespräche zwischen der Europäischen Kommission und den Bürgermeistern der EU-Hauptstädte. Thema ist die Frage, wie die Herausforderungen der Städte in der zukünftigen Regional- und Stadtentwicklungspolitik 2014-2020 auf integrierte Art und Weise angegangen werden können. Berlin, das von seinem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit vertreten wird, ist ein Vorbild in Sachen nachhaltige Stadtentwicklung, da es einem Ansatz folgt, der gleichzeitig die soziale, ökologische und wirtschaftliche Dimension miteinbezieht. Dafür wurde Berlin bei den RegioStars 2013 für das Projekt „Quartiersmanagement Berlin“ ausgezeichnet.

Wo liegen die Prioritäten der Region?

Berlin ist gleichzeitig die Hauptstadt Deutschlands und eines der 16 deutschen Bundesländer. Die Regionalregierung, der Berliner Senat, hat 2006 eine Strategie für Wachstum und Beschäftigung eingeführt. Die Prioritäten dieser Strategie sind:

- Mehr Investitionen in Wissen und Innovation

- Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen

- Schaffung von Arbeitsplätzen, insbesondere im Bereich der sozialen Integration

Diese Prioritäten werden in den Bereichen Wirtschaft, Wissen, Umwelt und nachhaltige Stadtentwicklung umgesetzt.

Welchen Beitrag hat die EU-Regionalpolitik geleistet?

Im Zeitraum 2007-2013 sind Berlin im Rahmen des regionalen operationellen Programms Berlin EU-Finanzmittel in Höhe von 875,6 Mio. EUR zugewiesen worden. Dieses Programm entspricht den Prioritäten der Berliner Regierung, die darauf abzielen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Stadt und ihrer Unternehmen zu verbessern. Durch EU-Investitionen werden die Kapazitäten für Innovation und Anpassungsfähigkeit sowie die Produktivität der Privatwirtschaft in Berlin gestärkt werden und so Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus werden Wissen und Kreativität als Motor für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung genutzt werden. Um sicherzustellen, dass dies auch verwirklicht wird, konzentrieren sich die EU-Investitionen auf die Förderung der Kapazität der innovations- und wissensbasierten Wirtschaft. Ein weiteres Ziel ist die Erschließung von neuem Potenzial durch soziale Integration und ökologische Verbesserungen.

Im Hinblick auf die Stadtentwicklung ist das individuelle Potenzial der einzelnen Stadtbezirke der Ansatzpunkt für Entwicklung und Stärkung in einem integrierten Ansatz. In dieser Hinsicht ist Berlin ein Vorbild in der Stadtentwicklung für den nächsten Programmplanungszeitraum 2014-2020.

 Projektbeispiele

Innovationsstrategie „innoBB“

Die „gemeinsame Innovationsstrategie der Länder Berlin und Brandenburg (innoBB)“ ist eine von vielen Initiativen, die Berlin in Zusammenarbeit mit dem Nachbarbundesland Brandenburg durchführt. Sie wurde am 21. Juni 2011 beschlossen und hat die Entwicklung der Zukunftsfelder Gesundheitswirtschaft, Energietechnik, Mobilität, Verkehr und Logistik, IKT, Medien, Kreativwirtschaft sowie Optik in länderübergreifenden Clustern zum Ziel. Diese Initiative wird zum Teil durch die EU-Regionalpolitik finanziert. Der Schwerpunkt der Strategie innoBB ist die Integration der Berliner Wirtschaft sowie der wissenschaftlichen und Forschungslandschaft in die internationalen und vor allem europäischen Innovationskreisläufe.


RegEnergy: Regionales Netzwerk für nachhaltigere Energielösungen EU-Mittel: 830 942 EUR

RegEnergy verfolgt ein zweifaches Ziel: die Bereitstellung umweltfreundlicher und gleichzeitig bezahlbarer Heizenergie. Das Projekt vereint nationale, regionale und kommunale Akteure in einem europaweiten Netzwerk und arbeitet an der Verbesserung des Energiesektors durch lokale politische Ansätze und finanzielle Anreize, die eine effiziente Energienutzung fördern sollen. RegEnergy hilft den europäischen Regionen und Gemeinden, die steigende Nachfrage nach Heiz- und Kühlsystemen zu befriedigen. Durch den Austausch von Erfahrungen aus früheren Projekten sind diese Regionen und Gemeinden in der Lage, innovative Verwendungsmöglichkeiten erneuerbarer Energiequellen zu nutzen. In dem Projekt arbeiteten 18 Partner aus 11 Ländern zusammen und untersuchten, wie Innovation im Heizenergiebereich der regionalen Entwicklung dienen könnte. RegEnergy konnte die regionale Wirtschaft und die gesellschaftliche Dimension des Projekts erfolgreich integrieren.

Energieeffiziente Renovierung des Familienzentrums und Obdachlosenprojekts in der Nostizstraße: EU-Mittel: 509 571 EUR

Dieses Projekt ist ein Beispiel aus dem Berliner Umweltentlastungsprogramm, das die Verbesserung der ökologischen Situation in Berlin zum Ziel hat. Es trägt sowohl den sozialen Auswirkungen der Renovierungsarbeiten als auch der Notwendigkeit, bei der Renovierung die Energieeffizienz im Auge zu behalten, Rechnung.

Das Gemeindehaus der Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion in der Nostitzstraße wurde 1964/1965 als sechsstöckiges Eckhaus mit einer Halle erbaut. Es wird als Familienzentrum und Wohnprojekt für Obdachlose genutzt und hat auch Hospizcharakter. Das im Herzen von Kreuzberg gelegene Projekt überwindet zahlreiche Grenzen, um Menschen aus vielen verschiedenen Hintergründen zusammenzubringen, tritt dabei der Ausgrenzung ärmerer und behinderter Menschen entgegen und bietet betreutes Wohnen für kranke und sterbende Obdachlose. Das Gebäude und die Halle wurden vollständig renoviert, um die Energieeffizienz zu verbessern. Zu den weiteren Verbesserungen gehörten strukturelle Änderungen im Keller sowie der Austausch der Sanitäreinrichtungen und Küche, die vom Zentrum selbst finanziert wurden.

Quartiersmanagement Berlin: EU-Mittel: 83 500 000 EUR

Die sozial benachteiligten Gegenden Berlins leiden unter einer deutlichen Vernachlässigung des öffentlichen Raums sowie unter Arbeitslosigkeit, Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung und den Problemen, die mit einem Mangel an sozialer und ethnischer Integration einhergehen. Das übergeordnete Ziel des Projekts Quartiersmanagement Berlin ist die Änderung dieser Situation und die Schaffung solidarischer Nachbarschaften mit gleichen Entwicklungschancen. Die wichtigsten Partner in diesem Projekt sind die Einwohner vor Ort, die mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, den lokalen Bezirken und den Quartiersmanagementteams zusammenarbeiten. Auch lokale Institutionen wie Wohnungsbaugesellschaften, Schulen, Unternehmen und Gemeindezentren, die wertvolle Synergieeffekte liefern, spielen eine essenzielle Rolle. Das Projekt wurde kürzlich bei den RegioStars2013 inder Kategorie „CityStars“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen:

 EU-Regionalpolitik in Berlin

Von der EU kofinanzierte Projekte