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REGION DER WOCHE:

Trentino-Südtirol

Trentino Alto Adige

20/11/2012

Die Region Trentino-Südtirol befindet sich im Norden Italiens und umfasst die Autonome Provinz Bozen (Südtirol) und die Autonome Provinz Trient (Trentino). Die Region erstreckt sich auf einer Fläche von 13 600 km2 und ist stark geprägt durch die Alpen, insbesondere durch die Gebirgskette der Dolomiten. Die Wirtschaft der Region ist traditionell sehr umweltfreundlich ausgerichtet. Die Schwerpunkte bilden erneuerbare Energien, grüne Gebäude und nachhaltiger Tourismus. 2009 lag das Pro-Kopf-BIP bei 134 % des EU-Durchschnitts (145 % in der Provinz Bozen und 124 % in der Provinz Trient). Zusammen mit dem österreichischen Nordtirol bildet die Region außerdem die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino.

Wo liegen die Prioritäten der Region?

Aufgrund der Gebirgslage der Region ist insbesondere die Provinz Südtirol verschiedenen Naturrisiken ausgesetzt. Daher bilden die Begrenzung der mit diesen Risiken verbundenen Auswirkungen sowie die Entwicklung von entsprechenden Präventionsstrategien eine Priorität der Region. Die Zielsetzung umfasst einen besseren Informationsaustausch zwischen den Messstationen, die Entwicklung interdisziplinärer Flussbewirtschaftungspläne zur Risikoprävention sowie die Entwicklung und Umsetzung von nachhaltigen Schutzmaßnahmen zur Minderung hydrogeologischer Risiken.

Eine weitere Priorität bilden Investitionen in erneuerbare Energien, mit denen die regionale Wirtschaft gefördert werden soll. Die Region investiert in großem Umfang in „grüne“ Gebäudetechnologien, wie beispielsweise Energieeffizienz und Biostoffe. Die Umsetzung dieser Technologien erfolgt im „Habitech“-Cluster in Trient. In verschiedenen Gemeinden laufen Projekte zum Bau oder zur Sanierung öffentlicher Gebäude nach den neuesten Standards im Bereich der grünen Gebäude.

Auch bei der Erhaltung der natürlichen Umwelt schneidet die Region hervorragend ab. Weitere Prioritäten sind in diesem Zusammenhang der Schutz von Naturparks sowie die Förderung des nachhaltigen Tourismus. Im Rahmen der öffentlichen Politikansätze soll durch zahlreiche Tourismusangebote der verantwortliche Umgang mit den verschiedenen Umweltressourcen gefördert und verbessert werden.

Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?

Das Programm Autonome Provinz Bozen verfügt über einen Gesamtbudget von ca. 75 Mio. EUR. Die Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beträgt rund 26 Mio. EUR. Dies entspricht etwa 0,1 % der gesamten EU-Fördermittel, die im Rahmen der Kohäsionspolitik im Zeitraum 2007-2013 für Italien vorgesehen sind.

Das Programm Autonome Provinz Trient verfügt über einen Gesamtbudget von ca. 64 Mio. EUR. Die Förderung durch den EFRE beträgt rund 19 Mio. EUR. Dies entspricht etwa 0,1 % der gesamten EU-Fördermittel, die im Rahmen der Kohäsionspolitik im Zeitraum 2007-2013 für Italien vorgesehen sind.

Da Trentino-Südtirol an Österreich grenzt, ist die Region in der territorialen Zusammenarbeit aktiv:

Das Programm Italien - Österreich umfasst Fördermittel der Gemeinschaft für die Regionen Bozen (Bolzano), Belluno (Beilun), Udine, Klagenfurt-Villach, Oberkärnten, Pinzgau-Pongau, Tiroler Oberland, Innsbruck, Tiroler Unterland und Osttirol entlang der italienisch-österreichischen Grenze. Der Gesamtetat des Programms beläuft sich auf 80 Mio. EUR, die Investitionen aus dem EFRE auf 60 Mio. EUR.

Bei dem Programm Alpenraum handelt es sich um ein transnationales Kooperationsprogramm für Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Slowenien (mit Beteiligung Liechtensteins und der Schweiz) für den Zeitraum 2007-2013. Das Programm ist mit einem Gesamtetat von 130 Mio. EUR ausgestattet. Die Investitionen aus dem EFRE belaufen sich auf 98 Mio. EUR.

Projektbeispiele

  • Route “Le Muse Fedaie”: EFRE-Mittel: 95 296 EUR

    Im Rahmen dieses Projekts im Naturpark Paneveggio wurde ein Wanderweg entlang der grünen Weiden um die Villa Welsperg und das Gebiet um Castel Pietra geschaffen. Auf der Wanderung erhalten die Touristen Informationen zu Umgebung und Biodiversität des Parks. Entlang des Wanderwegs wurden folgende sieben Erholungs- und Informationsbereiche zu den Themen Biodiversität und Wasser eingerichtet: das Noriker-Pferd, der Umweltschutz, die grünen Weiden, der Erdboden, das Lamon-Schaaf, die Kneipp-Kur sowie das Wasser und das nahegelegene Biotop.

  • Etsch Dialogue: EFRE-Mittel: 139 614 EUR

    Der Etsch-Dialog bietet eine Plattform für einen Meinungsaustausch zwischen Bewohnern, Gemeinden und Vertretern verschiedener Interessengruppen der Städte Glurns und Laas in Südtirol. Ziel des Dialogs ist die gemeinsame Schaffung einer angemessenen Lebensqualität in der 3 634 ha großen Region um den Fluss Etsch. Dank des Etsch-Dialogs wird die Lebensqualität am Fluss Etsch durch mehr Sicherheit, mehr Raum, mehr Wasser und mehr Ökologie verbessert.

  • Pro Drau:EFRE-Mittel: 139 000 EUR

    Neben den Flussbewirtschaftungsplänen in Oberwinschgau und im mittleren Eisacktal wurde in Südtirol nun für das gesamte Einzugsgebiet der Drau erstmalig ein integrierter Einzugsgebietsplan in Übereinstimmung mit dem zuvor beschriebenen Verfahren umgesetzt. Der Hauptvorteil solcher Pläne liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Behörden, aber auch zwischen unterschiedlichen Interessengruppen. So werden solide Netzwerke geschaffen und Synergieeffekte genutzt. Im Ergebnis bedeutet dies geringere Kosten sowie einen höheren multifunktionalen Wert der umgesetzten Maßnahmen.

  • „Wasserbereich“ des Fauna-Zentrums: EFRE-Mittel: 176 973 EUR

    Das Projekt „Wasserbereich“ des Fauna-Zentrums wird von dem Naturpark Adamello Brenta koordiniert. Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Fischzucht sowie die Bereitstellung von Informationen für Besuchergruppen, die an der lokalen Fauna interessiert sind. Um ein neues alpines Ökosystem für die Wasserfauna zu schaffen, wurden verschiedene Gewässer wie Seen und Teiche angelegt. Mit biologischen Pools in unterschiedlicher Tiefe wurde zudem ein biologisches Wasserreinigungssystem geschaffen. Außerdem verfügt der „Wasserbereich“ über einen Pfad durch die verschiedenen Wasserzonen. Als Beobachtungspunkt für die Wasserfauna und -flora dienen dabei halb in das Wasser eingelassene Aufbauten. Bei allen Gebäuden in diesem Bereich handelt es sich um „grüne Gebäude“ aus natürlichen Stoffen. Der Energiebedarf der Gebäude wird durch Solaranlagen gedeckt.

Weitere Informationen: