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REGION DER WOCHE:

Zentralmakedonien

CENTRAL MACEDONIA

18/10/2012

Besuch von Kommissar Hahn

Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik, ist am 19. und 20. Oktober zu Besuch in Griechenland, um die effektivste Art, die EU-Regionalfonds im nächsten langfristigen EU-Haushalt für Wachstum zu nutzen, zu erläutern. Er reist außerdem nach Zentralmakedonien, um den Bürgermeister von Thessaloniki, Jannis Boutaris, und Wirtschaftsvertreter aus Nordgriechenland zu treffen, um über den Einfluss der Regionalfonds vor Ort zu sprechen. Zu guter Letzt besichtigt der Kommissar verschiedene von der EU kofinanzierte Projekte in Thessaloniki.

Was sind die Prioritäten der Region?

Zentralmakedonien liegt in Nordgriechenland. Die Region erstreckt sich über 19 147 km2 (14,5 % Griechenlands) und hat eine Bevölkerung von fast zwei Millionen Menschen (17,25 % der griechischen Gesamtbevölkerung). Zentralmakedoniens Pro-Kopf-BIP liegt bei 76 % des EU-Durchschnitts (Stand 2009). Die Hauptstadt Thessaloniki ist mit fast 800 000 Einwohnern (im gesamten Großraum) die zweitgrößte Stadt Griechenlands.

Zentralmakedonien weist sehr breit gefächerte Produktionsstrukturen auf, ist in allen Branchen sehr aktiv, verfügt über wichtige Infrastrukturanlagen und internationale Verbindungen über Land, Wasser und Luft.

Die günstige geografische Lage mit den gemeinsamen Grenzen mit Bulgarien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Makedonien sowie kurze Wege zu den anderen aufstrebenden Märkten in Südosteuropa rücken die Region weiter in den Mittelpunkt. Auch die großen Industrieanlagen, die kulturellen Stätten, die touristische Infrastruktur, die fruchtbaren Ebenen mit ihren reichen Wasservorkommen und die vielfältige landwirtschaftliche Produktion sind Entwicklungsfaktoren.

Wichtige Universitäten und Forschungszentren tragen dazu bei, die Welt der Wissenschaft eng mit der Wirtschaft und ihren Aktivitäten zu verbinden.

Trotz dieser Vorzüge liegen das regionale Pro-Kopf-BIP und die Beschäftigungsquote unter dem nationalen Durchschnitt. Die öffentlichen Investitionen im Zeitraum 2007-2013 zielen deshalb vor allem auf folgende Punkte ab:

- Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungsquote durch die wissens- und innovationsbasierte Wirtschaft

- Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungsquote durch die wissens- und innovationsbasierte Wirtschaft

- Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung durch rationalen Umweltschutz und Management der natürlichen Ressourcen

- Stärkung der Rolle der städtischen Zentren und des intraregionalen wirtschaftlichen Zusammenhalts

- Nutzung von Tourismus und Kultur für zukunftsfähiges Wachstum ;

- Förderung der digitalen Konvergenz und des digitalen Unternehmertums

Welchen Beitrag leistet die Regionalpolitik der EU?

Zusammen mit Westmakedonien sowie Ostmakedonien und Thrakien fällt Zentralmakedonien unter das Regionalprogramm "Zentralmakedonien – Westmakedonien – Ostmakedonien und Thrakien", das über ein Gesamtbudget von 4,2 Mrd. EUR verfügt. Zentralmakedonien sind für den Zeitraum 2007-2013 ungefähr 2 Mrd. EUR zugewiesen.

Es wird erwartet, dass das auf zwei Optionen beruhende Programm – Nutzung der spezifischen Entwicklungsmerkmale und der geografischen Lage der Region – ungefähr 2 000 neue Arbeitsplätze schaffen wird.

Über 270 km Straße und 35 km Schienenwege sollen gebaut oder saniert und modernisiert werden. Gleichzeitig sollen Investitionen in erneuerbare Energien helfen, pro Jahr 72 300 Tonnen Öl einzusparen. 85 Mülldeponien sollen landschaftlich saniert und 21 Projekte für Aufbereitungsanlagen für Feststoffabfälle verwirklicht werden.

Darüber hinaus sollen 24 000 Schüler in den Genuss einer komplett neuen bzw. modernisierten Bildungsinfrastruktur kommen. Im Zuge der strategischen Stärkung der medizinischen Grundversorgung in Griechenland soll die Bevölkerung der drei Regionen außerdem von über 90 neuen Gesundheitsprojekten profitieren.

Zentralmakedonien ist auch in verschiedenen Programmen zur europäischen territorialen Zusammenarbeit sehr aktiv, insbesondere in folgenden;

  • Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Albanien (Gesamtbudget von 27 825 759 EUR für 2007-2013, davon 15 088 783 EUR für Griechenland und 12 736 976 EUR für Albanien), das die nachhaltige lokale Entwicklung im Grenzgebiet durch eine Verbesserung der grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Entwicklung und die Förderung und Ausbau der Umwelt und der natürlichen und kulturellen Ressourcen stärken soll.

  • Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Bulgarien (Gesamtbudget von 132 318 963 EUR), welches das Ziel hat, die Lebensqualität zu verbessern und das Unternehmertum, Netzwerke und Investitionen in Humankapital im Grenzgebiet zu fördern und leichter zugänglich zu machen.


  • Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der ehemaligen jugoslawischen Republik Makedonien (Gesamtbudget von 31 549 723 EUR für 2007-2013, davon 20 072 594 EUR für Griechenland und 11 477 129 EUR für die Republik Makedonien), das ebenfalls die Verbesserung der Konvergenz durch die Förderung der nachhaltigen lokalen Entwicklung im Grenzgebiet durch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der ökologischen Ressourcen und des kulturellen Erbes zum Ziel hat.

Projektbeispiele

  • Erdgaskompressorstation in Nea Messimvria:: EU-Mittel: 23 098 741 EUR

    Das Projekt umfasst die Einrichtung einer Erdgaskompressorstation in Nea Messimvria in Thessaloniki und besteht unter anderem aus zwei Kompressoreinheiten mit jeweils 7,7 MW sowie den erforderlichen Zusatzeinrichtungen. Es hat das Ziel, die Kapazität und Ausbaufähigkeit der in diesem Gebiet bestehenden Erdgastransportsysteme zu erhöhen. Dank dieser Investition werden größere Mengen Gas aus dem Norden (wo es zwei Übergangsstellen für Erdgas aus Bulgarien und der Türkei gibt) in den Süden (wo im Jahresverlauf der höchste Verbrauch liegt) transportiert werden.

  • Sanierung des Einkaufszentrums in der Gemeinde Kalamarias: EU-Mittel: 4 429 008 EUR

    Dieses Projekt hat die Renovierung des Einkaufszentrums sowie die Verwandlung des Einkaufsviertels der Stadt Kalamarias zum Ziel, um neue Unternehmen und wirtschaftliche Aktivitäten anzuziehen. Der gesamte offene öffentliche Raum soll neu konzipiert und aufgebaut werden, um die Infrastruktur zu verbessern, sodass sie auch Behinderten zugänglich ist, um mehr städtische Grünanlagen einzurichten, die Straßenanbindung zu erleichtern und das Gebiet zu einem wichtigen und leicht zugänglichen Einkaufszentrum zu machen.

  • Bereitstellung und Installation eines Simulationssystems im Strahlungslabor der onkologischen Abteilung des Universitätskrankenhauses Thessaloniki: EU-Mittel: 999 600 EUR

    Dieses Projekt soll durch die Bereitstellung des spezifischen Materials zur Anwendung neuer Hochtechnologien in der Krebsbehandlung führen. Im Zuge dieses Projekts wird das Universitätskrankenhaus zukünftige Ärzte mit der Nutzung dieser Technologie vertraut machen und zahlreiche von Krebs betroffene Patienten werden effektiver behandelt werden.

  • Bau eines Autobahnkreuzes zur Verbesserung des Zugangs nach West-Thessaloniki über die Straße: EU-Mittel: 85 340 000 EUR

    Das Projekt hat den Bau eines Autobahnkreuzes in West-Thessaloniki an der Kreuzung der Autobahn Patras-Athen-Thessaloniki-Evzoni (PATHE) und dem inneren Ring der Stadt zum Ziel. Dieses Großprojekt gehört zum transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V). Der Bau dieses Autobahnkreuzes ist unerlässlich, um die Verkehrsstörungen zu den Stoßzeiten auf der westlichen Straße und dem Eisenbahnzugang nach Thessaloniki sowie Autounfälle zu verhindern. Von dieser Intervention sollen vor allem Menschen profitieren, welche die PATHE-Autobahn ständig (täglich) benutzen, die in den Vororten und den direkt von dem Projekt betroffenen oder daran angrenzenden Gebieten leben und die Autobahn gelegentlich benutzen oder welche die innere Ringstraße von Thessaloniki als Durchgangsstraße nutzen.

 

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