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REGION DER WOCHE:

Podlachien

Podlaskie

04/10/2012

Besuch von Kommissar Hahn

Am 4. Oktober 2012 reist EU-Kommissar Hahn in die polnische Woiwodschaft Podlachien. Er besucht von der EU kofinanzierte Projekte und nimmt an der 40. Generalversammlung der Konferenz der peripheren Küstenregionen Europas teil. Außerdem trifft er in Warschau Elzbieta Bienkowska, Polens Ministerin für Regionalentwicklung.

Was sind die Prioritäten der Region?

Die Woiwodschaft Podlachien grenzt an Litauen und Weißrussland. Hauptstadt ist Byalystok. Diese Region hat 1,9 Mio. Einwohner und ein Pro-Kopf-BIP von 44,7 % des EU-Durchschnitts. Damit ist sie eine Konvergenzregion mit echtem wirtschaftlichem Potenzial, besonders unter dem Aspekt der intelligenten Spezialisierung.

Lebensmittelverarbeitung, Leichtindustrie, Holzindustrie und Maschinenbau sind für die Wirtschaft der Region sehr wichtig. Die Regionalregierung von Podlachien ermutigt zu Innovation und Verwendung moderner Technologien in diesen Sektoren.

Andere dynamische Bereiche der lokalen Wirtschaft sind Unternehmen, die Beratungsleistungen sowie Bank- und Sicherheitsdienstleistungen anbieten.

Die Region verfolgt drei Hauptziele, die mit den Zielen der Strategie Europa 2020 im Einklang stehen:

- Schaffung von Anziehungspunkten für Investoren

- Ankurbelung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, national und international

- Tourismusentwicklung, die sich auf das Natur- und Kulturerbe der Region konzentriert

Welchen Beitrag leistet die Regionalpolitik der EU?

Zur Erfüllung dieser Ziele trägt die EU mit 673 Mio. EUR zur Finanzierung Programms „Woiwodschaft Podlachien“ bei. Das Gesamtbudget des Programms beträgt rund 0,79 Mrd. EUR. Dies entspricht etwa 0,95 % der insgesamt im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 für Polen vorgesehenen Mittel.

Mit dem Programm sollen rund 14 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, außerdem ist eine Steigerung des BIP um 2,88 % vorgesehen. Es gelten folgende Prioritäten:

  • Stärkung von Innovation und Unterstützung des Unternehmertums über direkte Unterstützung von Unternehmen, sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor, zur Verbesserung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovation speziell in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie Maßnahmen zur Schaffung von Investitionsgebieten und zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen dem Bereich Forschung und Entwicklung und KMU.

  • Entwicklung und Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur durch regionale Straßen- und Eisenbahnverbindungen und lokale Straßennetze, um ländliche Gegenden mit den nächsten Städten zu verbinden, sowie ein besseres städtisches Transportwesen

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  • Ausbau des Tourismus, um ausländische Touristen anzulocken und die durchschnittliche Aufenthaltszeit zu verlängern. Dies soll durch ein integriertes Tourismusprodukt realisiert werden, das weniger abhängig von der Hochsaison ist. Hierzu wird in Unternehmen des Tourismussektors und eine bessere Unterbringung von Touristen investiert.

  • Verbesserung von Einsatz und Nutzung des Internets durch Bereitstellung der erforderlichen IT-Infrastruktur (Breitbandnetze in der Region, öffentliche Zugangsstellen, Informatisierung der Behörden) und angemessene elektronische Dienstleistungen in Verwaltung, Gesundheitswesen, Bildung, Kultur und Sport.

  • Erhalt des Naturerbes durch Infrastrukturinvestitionen, die negative Umweltauswirkungen mindern, wie Abfallmanagement, Wasser- und Abwassereinrichtungen, Risikopräventionsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Biodiversität, um erneuerbare Energiequellen zu fördern.
  • Verbesserung der sozialen Infrastruktur,wie z. B der Qualität der Bildung und der Qualität von und des Zugangs zu Dienstleistungen in den Bereichen der medizinischen und sozialen Betreuung im Gesundheitssektor.

Projektbeispiele

  • Website zur öffentlichen Information über das regionale operationelle Programm für die Woiwodschaft Podlachien 2007-2013: EFRE-Mittel: 13 432 EUR

    Diese Website gehört zu den wichtigsten Instrumenten der Kommunikationsstrategie der Woiwodschaft Podlachien. Auf der Website werden in polnischer und englischer Sprache umfassende, ausführliche Informationen über von der EU kofinanzierte Investitionen (inklusive Präsentationen, Fotos und Karten zur Lokalisierung des Investitionsorts) sowie Programmbegünstigte präsentiert. Dies ermöglicht dem Nutzer eine schnelle und effiziente Suche nach der gewünschten Information und hilft, bei verschiedenen Zielgruppen für das Programm und die Investitionen zu werben. Die Website bietet benutzerfreundliche Instrumente zur Überprüfung der Auswirkungen und zum Durchführungsstatus von Projekten. Außerdem werden Initiativen und Beispiele bewährter Praktiken präsentiert, die wesentlich zum Wachstum der Woiwodschaft beigetragen haben. Dieses Projekt erhielt die Auszeichnung RegioStars 2012 der Europäischen Kommission in der Kategorie „Information und Kommunikation“.

  • Anatomische Fixierung bei Oberschenkelknochenverletzungen durch Einsatz der Implantationstechnologie der Firma ChM LCC: EFRE-Mittel: 517 307 EUR

    Die Firma ChM stellt Spezialimplantate sowie Instrumente für Orthopädie und Traumatologie her. Ein innovatives Produkt, das ChM auf den Markt gebracht hat, ist ein unter der Bezeichnung CHARFIX verkaufter Marknagel. Mit Hilfe der EU-Kofinanzierung konnte das Unternehmen in Spezialmaschinen zur Herstellung von CHARFIX-Marknägeln investieren, die von Chirurgen benötigt werden. Außerdem entwickelte es Lösungen, die es Chirurgen ermöglichen, bei einer Operation einen nicht so großen Einschnitt in den Körper des Patienten vorzunehmen zu müssen. Dadurch heilt die Wunde schneller und ein Organismus nimmt ein Implantat oder einen Nagel leichter an.

  • Ankurbelung der Wettbewerbsfähigkeit und Steigerung von Produktion und technologischer Kapazität der Firma PLUM: EFRE-Mittel: 599 680 EUR

    PLUM LLC ist ein Hersteller von hochmoderner Industrie-Elektronik. Ziel dieses Projekts ist es, dem Unternehmen die Ausweitung der Herstellung innovativer Produkte – Steuergeräte für die Heiztechnik – zu ermöglichen und die Produktionskapazität der Firma durch den Bau einer neuen Produktionsanlage zu erweitern. Die Investition ermöglichte PLUM LLC die umfangreiche Herstellung innovativer Steuergeräte für die Heiztechnik. Die Wettbewerbsfähigkeit und die technologischen Kapazitäten wurden deutlich verbessert, und der gesamte Produktionsprozess wurde modernisiert. Darüber hinaus erreichte das Unternehmen eine größere Flexibilität seiner Geschäftstätigkeit und ist nicht mehr allein von der Erdgasindustrie abhängig. Es entstanden 24 neue Arbeitsplätze.

  • Kapazitätsausweitung der Technischen Universität Bialystok durch Ausbau und Ausstattung der Lehr- und Laboreinrichtungen: EFRE-Mittel: 1 920 959 EUR

    Die Technische Universität Bialystok ist die größte technische Universität im Nordosten Polens. Die Projekteinführung ermöglicht die Schaffung einer modernen Bildungs- und Forschungsinfrastruktur, fokussiert auf die Bedürfnisse hochqualifizierter Fachingenieure in den Bereichen Bau, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Umweltschutz, biomedizinische Technik, Landwirtschafts- und Forsttechnik sowie Nanotechnologie.

    Das Projekt umfasst die Modernisierung eines Ausbildungsbereichs von über 1 700 m2 in der Fakultät für Maschinenbau und der Fakultät für Bau- und Umwelttechnik mit der angemessenen multimedialen Ausstattung. Es werden Seminare für Wissenschaftler und Techniker abgehalten und sechs neue Labore gebaut. Außerdem werden sechs neue Studienrichtungen und zwei neue Fachbereiche angeboten. Bis 2016 sollen 14 000 Studenten und Universitätsangestellte von dieser neuen Infrastruktur profitieren.

 

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