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REGION DER WOCHE:

Südmähren

South Moravia

17/09/2012

Südmähren ist eine sehr dynamische Region, die insbesondere mit der angrenzenden österreichischen Region Niederösterreich die territoriale Zusammenarbeit pflegt. Am 21. September finden in Südmähren anlässlich des ersten Tages der europäischen Zusammenarbeit, der in der gesamten EU und in angrenzenden Staaten in diesem Jahr zum ersten Mal gefeiert wird, zahlreiche Veranstaltungen statt. In den vergangenen Jahren hat Südmähren die Zusammenarbeit mit anderen Regionen intensiviert und arbeitet jetzt mit 17 Regionen (vormals 11) zusammen. Südmähren gehört seit 2003 zu CENTROPE, einer Initiative, mit der benachbarte Regionen rund um Wien, Bratislava, Györ und Brünn stärker integriert werden sollen.

Mit einer Fläche von 7195 km² und einer Einwohnerzahl von 1 154 654 (Stand 2010) ist Südmähren die viertgrößte Region Tschechiens. Sie liegt im Südosten von Tschechien an der Grenze zu Österreich und der Slowakei. Brünn ist die größte Stadt in der Region und die zweitgrößte Stadt Tschechiens. 32 % aller Einwohner von Südmähren leben dort, während nur 1,3 % der Einwohner in den kleinsten Gemeinden leben.

Mit Brünn als wichtiger, zweitgrößter tschechischer Stadt erreicht Südmähren unter den Regionen Tschechiens Spitzenpositionen und gilt landesweit als interessantester Standort in Sachen Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.

Was sind die Prioritäten der Region?

Die Wettbewerbsfähigkeit Südmährens basiert auf der Entwicklung und dem Einsatz innovativer Ressourcen. So gibt es beispielsweise ein weit verzweigtes Netzwerk für Forschung und Entwicklung in traditionellen und neuen Bereichen, das auch mit der Wirtschaft und mit anderen F&E-Netzwerken kooperiert. Außerdem unterstützt die Region die Gründung kleiner und mittlerer Unternehmen, fördert ein leistungsstarkes Bildungssystem und beherbergt das wichtigste Innovationszentrum des Landes in Brünn.

2. Sozialer Zusammenhalt

Um dieses Ziel zu erreichen, wird in der Region das Hauptaugenmerk auf einen funktionierenden Arbeitsmarkt, ausreichende öffentliche Einrichtungen und Schutz vor Diskriminierung von Minderheiten und Menschen mit Behinderung gelegt.

3. Infrastruktur

Die Modernisierung von Straßen und Schienen, die Anbindung an das europäische Verkehrsnetz und der Aufbau von Schutzeinrichtungen gegen Überschwemmungen sowie von Wasser- und Energieversorgungseinrichtungen sind entscheidend, damit die Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität der Region verstärkt werden und die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt.

4. Ausgeglichene Entwicklung in der Region

Eine der Herausforderungen, denen sich Südmähren stellen muss, ist die Reduzierung der ungleichen Entwicklung städtischer und ländlicher Gebiete. Die wirtschaftliche Entwicklung der Region muss effizienter und nachhaltiger gestaltet und die Bevölkerungszahl stabilisiert werden. Der Ausbau des Verkehrsnetzes zur besseren Anbindung von Randgebieten und die Investition in weitere technische und soziale Infrastrukturprojekte sind die Mittel, mit denen dieses Ziel erreicht werden kann.

Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?

Im Zeitraum zwischen 2007 und 2013 erhält Südmähren zusammen mit der Region Vysočina (sog. „Region Südosten“) 704,45 Million EUR aus dem dem Operationellen Programm „Südosten“.

Die EU-Mittel werden unter anderem in folgende Bereiche investiert:

  • Forschung und Entwicklung sowie Innovation
  • Verkehr
  • Tourismus
  • Entwicklung von Kleinstädten und ländlichen Gebieten

Da Südmähren an Österreich und die Slowakei grenzt, genießt die Region auch die Vorteile der EU-Programme für territoriale Zusammenarbeit:

- Operationelles Programm „Österreich - Tschechische Republik“ mit EU-Mitteln in Höhe von 107 Million EUR (derzeit werden 59 Projekte innerhalb dieses Programms unterstützt)

- Operationelles Programm „Slowakei - Tschechische Republik“mit EU-Mitteln in Höhe von 93 Million EUR (derzeit werden 73 Projekte innerhalb dieses Programms unterstützt)

Projektbeispiele

Bei diesen Beispielen handelt es sich um Projekte, die innerhalb von Südmähren im Rahmen des Operationellen Programms für territoriale Zusammenarbeit Österreich - Tschechische Republik gefördert werden.

  • „iCOm"(International Constructive Communication in the Context of ICT): EFRE-Mittel: 705 022 EUR

    Seit Januar 2011 arbeiten die Universität Wien (Österreich) und die Masaryk-Universität Brünn zusammen am Projekt „iCom“, um die Beziehungen von Universitäten und IT-Unternehmen über Landesgrenzen hinweg zu stärken. Das Projekt bietet Unternehmen die Möglichkeit, Netzwerke zu Universitäten aufzubauen und sich an Forschungsprojekten zu beteiligen. Darüber hinaus ermöglicht es IKT-Experten die Vertiefung ihrer Kommunikationsfähigkeiten und die Weitergabe ihrer Erfahrungen und Best Practices im Projektmanagement. Die intensive Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Universitäten wird gefördert, damit Forschung und Praxis stärker verknüpft werden, und damit dabei auch die Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommt, finden in oder um Wien und Brünn regelmäßig „iCom Practice-Research Workshops“ statt. Bei diesen Workshops versammeln sich Informatiker, Doktoranden, IT-Experten, Projektmanager, Berater und viele andere, um sich über ihre Arbeit auszutauschen, ihre persönliche Schnittstelle zu Wissenschaft und Forschung zu entdecken und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

  • Erleben Sie die Sehenswürdigkeiten und Wein Region mit dem Fahrrad: EFRE-Mittel: 997 290 EUR

    Dieses Projekt wurde vom Tourismuszentrum Südmähren und dem österreichischen Partner Weinviertel Tourismus GmbH ins Leben gerufen. Primäres Ziel dieses Projektes ist die Zusammenarbeit der beiden Regionen auf dem Gebiet des Radfahrens, indem gemeinsame Veranstaltungen für Touristen wie etwa Messen und Ausstellungen organisiert, die Fahrrad-Langstrecke „EuroVelo 13 – Eiserner-Vorhang-Route“ in beiden Regionen fahrradfreundlich gestaltet und der Tourismus gemeinsam gefördert wird, um die wirtschaftliche Bedeutung der Tourismusbranche in der Grenzregion zu stärken.

  • Auf den Spuren der Moderne: EFRE-Mittel: 1 417 545 EUR

    Ziel dieses Projekts ist es, das architektonische Erbe Südmährens und Nordost-Österreichs aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu verbinden und eine neue Kulturstraße zwischen Brünn und Wien zu errichten. Hierzu werden Bildungs- und Kulturveranstaltungen sowie Ausstellungen organisiert und Werbematerialien und Anwendungen für Handys mit Informationen über die einzelnen Gebäude hergestellt. Die Kulturstraße verbindet Südmähren mit Niederösterreich und verläuft zum Beispiel entlang der Jurkovič-Villen, des Josef-Hoffmann-Museums, der Villa Tugendhat, der Leoš-Janáček-Gedenkstätte und des Hauses von Gustav Mahler in Jihlava.

  • Umweltfreundliche Schutzmaßnahmen gegen Überschwemmung in der Gegend um den Zusammenfluss der Flüsse Morava und Thaya : EFRE-Mittel: 2 217 675 EUR

    Der Polder „Soutok“ („Zusammenfluss“) auf der mährischen Seite der Grenze ist wegen seines Standorts und seiner Größe enorm wichtig für den Überschwemmungsschutz der österreichischen Gemeinden am rechten Ufer der Flüsse Thaya und Morava vom Bernhardsthal bis Marchegg. Im Rahmen dieses Projekts werden ein bestehendes Computermodell des Bereichs um den Polder erweitert, Überschwemmungen berechnet und kartiert, ein Plan für optimierte Maßnahmen zur Hochwasserkontrolle entwickelt, das Becken des Grenzflusses Thaya ausgebessert, Dämme erneuert, neue Tierschutzgebiete im Polder errichtet und weitere Maßnahmen zum Schutz vor Überschwemmung getroffen.

 

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