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REGION DER WOCHE:

Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen

12/06/2012

Mit rund 17,8 Millionen Einwohnern ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Land der Bundesrepublik Deutschland, flächenbezogen mit 34.080 km² das viertgrößte deutsche Land. Mit einem Anteil von rund 22 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt ist Nordrhein-Westfalen auch das Land mit der höchsten Wirtschaftsleistung und hatte 2009 ein Pro-Kopf BIP, das 16% über dem EU-Durchschnitt lag.

Mit 4 von den 10 größten deutschen Städten ist die Region stark urbanisiert. Den nördlichen Teil des Ballungsraums Rhein-Ruhr bildet das Ruhrgebiet, dessen wirtschaftlicher Aufstieg auf den Kohlebergbau und die Montanindustrie zurückgeht. Seit dem Niedergang dieser Industrien ab den 1960er Jahren vollzog sich ein bis heute andauernder Strukturwandel.

 

Was sind die Prioritäten der Region?

Für die Förderperiode 2007-2013 hat sich NRW drei wichtige Ziele gesetzt:

  • Der Mittelstand und die Existenzgründerszene sollen noch stärker und aktiver werden als bisher;
  • Städte und Regionen sollen attraktiver und lebenswerter werden;
  • Innovationsbereitschaft und Innovationsfähigkeit sollen im ganzen Land verbessert werden.

Kreativität und Innovationen stehen im Mittelpunkt. Der Begriff Innovation bleibt dabei nicht auf technische Neuerungen beschränkt. Gesucht werden zündende Ideen - made in NRW: Zukunftsweisende Technologien und Dienstleistungen, ungewöhnliche Kooperationen oder neue Ansätze für den Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft. Kleine und mittelgroße Unternehmen sind für diese Form von Erfindergeist besonders wichtig.

 

Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?


Das Land NRW erhält bis von 2007 bis 2013 1,28 Milliarden Euro aus dem EFRE-Fonds. Die Finanzmittel sind Teil des so genannten Ziel 2-Programms für Gebiete, in denen sich die Wirtschaft neu ausrichtet, um für kommende Herausforderungen gerüstet zu sein. Zusammen mit weiteren Mitteln der Landesregierung und privaten Geldern stehen insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro in NRW für Regionalpolitik bereit.

 

Projektbeispiele

  • Das „BOmobil“: Entwicklung eines modernen und nachhaltigen Transportwesens

  • EFRE-Mittel: 2,9 Millionen Euro

    Einen elektrifizierten Kleintransporter ohne jegliches Element eines herkömmlichen Antriebs entwickelt ein Konsortium mit der Hochschule Bochum an der Spitze. Ziel ist ein völlig neuer Fahrzeugentwurf. Daraus resultiert, dass die Teams Lösungen für Fahrzeugkonzeption, Fahrzeugrahmen, Karosserie, Elektro-Maschine, Energiespeicher und Leistungselektronik entwerfen.

    Das Herz des neuen Fahrzeugs sind innovative Radnabenmotoren, die sich durch ein niedriges Gewicht und eine hohe Effizienz auszeichnen. Vorteil dieser Technik ist insbesondere der Wegfall von Getriebe, Antriebswellen und Differential sowie der damit verbundenen Reibungsverluste.

    Die Entwickler konzentrieren sich in ihrer Arbeit bewusst auf die Fahrzeugkategorie „Elektrokleintransporter“, da deren typische Nutzungsweise im städtischen Bereich für einen wirtschaftlichen Betrieb mit der aktuellen Batterietechnologie bestens geeignet ist. Zudem ist der Kleintransporter eine Erfolg versprechende Marktnische, da er für Transportunternehmen, aber auch für Taxi-, Pflege- und Wachdienste sowie die Pannenhilfe geeignet ist.

  • Entwicklung eines vollständig implantierbaren Kunstherzes:
    EFRE-Mittel: 2,3 Millionen Euro

    Das Institut für Angewandte Medizintechnik im Helmholtz Institut der RWTH Aachen arbeitet an einem vollständig implantierbaren Kunstherz für den Einsatz in Kliniken. Den Ärzten und Ingenieuren ist es schon gelungen, einen Prototypen zu entwickeln, der im Labor funktioniert und dort auch optimale Messwerte liefert. Neu an diesem System ist bereits, dass der Antrieb erstens recht klein und zweitens fester Bestandteil des Kunstherzens ist. Zudem ist es aufgrund der mit einem menschlichen Herzen vergleichbaren Größe so verträglich, dass Patienten es mehrere Jahre im Körper tragen können.

    Für den Einsatz in den Kliniken sind noch einige Jahre Forschungszeit einzukalkulieren, aber die Aachener Entwicklung wird dazu beitragen können, einen wertvollen Zeitgewinn zu generieren, während die Patienten auf ein Spendenorgan warten.

  • :metabolon: Nachhaltige Energiegewinnung durch ungenutzte Reststoffpotentiale
    EFRE-Gelder 12,5 Millionen Euro

    Mit dem Projekt „:metabolon“ wird aus der Abfalldeponie in Leppe eine Lehr- und Forschungseinrichtung für nachhaltige Ressourceneffizienz, Stoffumwandlung und Standort bezogene Umwelttechnologie aufgebaut. Zusätzlich gehören eine Lern- und Erfahrungslandschaft für Schüler, ein ökologisches Gewerbegebiet sowie diverse Sport- und Freizeitangebote zum Konzept des Bergische Abfallverbandes und der Fachhochschule Köln. Installiert wird somit eine wissenschaftlichen Infrastruktur zur Erschließung ungenutzter Energiequellen: Aus Abfallsubstanzen, etwa Siebresten oder auch land- und forstwirtschaftlichen Restelementenwerden Strom, Biogas, Chemierohstoffe oder Wärme erzeugt. Das parallel entstehende Gewerbegebiet für Unternehmen aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Stoffumwandlung und Umwelttechnologie sorgt für einen effizienten Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis.

    Ein interaktives Informationsangebot sowie Stützpunkte für Trendsportarten wie Mountainbiken, Gleitschirmfliegen und Crossgolfen garantieren die Nachhaltigkeit und eine Verankerung von :metabolon in allen Bevölkerungsschichten.

  • Startercenter NRW: Mikrodarlehen für Kleinstgründungen
    EFRE-Gelder 10,25 Millionen Euro

    Mit dem NRW.EU-Mikrodarlehen haben die Landesregierung und die NRW.BANK ein Finanzierungsangebot etabliert, das die Anschubfinanzierung von Kleinstgründern mit Hauptwohnsitz in NRW in der Gründungsphase sichern soll. Mit Einzeldarlehen, die in der Regel ein Volumen zwischen 5.000 und 25.000 Euro haben, wird die Finanzierung von Betriebsmitteln und Investitionen gefördert. Mutigen Menschen mit zukunftsträchtigen unternehmerischen Ideen wird so ermöglicht, sich selbst und anderen einen Arbeitsplatz zu schaffen.

    Bisher wurden aus dem EFRE-Topf rund 450 Kleinstkredite mit einem Gesamtvolumen von 9 Millionen Euro vergeben und so über 550 Arbeitsplätze (davon 203 Frauen ) geschaffen.

 

Weitere Informationen

  • Ziel2.NRW (Verwaltungsbehörde: Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr in NRW)