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REGION DER WOCHE:

Kroatien

Croatia

24/05/2012

Kommissar Hahn wird am 24. und 25. Mai in Kroatien sein, um dort Mitglieder der neuen, im Dezember 2011 gewählten, nationalen Regierung zu treffen; darunter den Präsidenten, den Premierminister sowie Regierungs- und Parlamentsmitglieder. Da Kroatien voraussichtlich im Juli 2013 der EU beitreten wird, wird das Land im aktuellen Programmzeitraum 2007-2013 für sechs Monate vollen Zugang zur Kohäsionspolitik erhalten.

Der EU-Kommissar möchte die kroatische Regierung daher ermutigen, die Vorbereitung der zukünftigen Kohäsionspolitikprogramme fortzuführen, was dem Land nach dem EU-Beitritt zugute kommen wird, und gleichzeitig die Durchführung der aktuellen, EU-geförderten Projekte zu beschleunigen. Ferner wird er von der EU kofinanzierte Projekte besuchen, darunter auch den Hauptbahnhof von Zagreb.

 

Was sind die Prioritäten des Landes?

Das BIP pro Kopf liegt in Kroatien aktuell bei 64 % des EU-Durchschnitts. Das Land hat 4,3 Millionen Einwohner. Es verfügt über eine stabile Marktwirtschaft. Kroatien war zwar von der Wirtschaftskrise stark betroffen, die Auswirkungen konnten jedoch zum Teil durch einen widerstandsfähigen Bankensektor und umfangreiche Devisenreserven abgefangen werden.

Energischere Strukturreformen und die Annahme einer überzeugenden mittelfristigen finanzpolitischen Strategie sind wesentliche Voraussetzungen für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Kroatiens.

 

Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?


Bis zum EU-Beitritt wird Kroatien Unterstützung durch das Instrument für Heranführungshilfe (IPA) erhalten. IPA-Programme setzen sich aus fünf Komponenten zusammen: Übergangshilfe und Institutionenaufbau, regionale Entwicklung, regionale und grenzübergreifende Zusammenarbeit, Entwicklung der Humanressourcen sowie Entwicklung des ländlichen Raums Die Programme sind vergleichbar mit den Programmen der EU-Regionalpolitik und geben Kroatien die Möglichkeit, nach dem Prinzip „Learning by Doing“ anhand praktischer Anwendung Fortschritte zu machen. Die finanzielle Unterstützung der Programme beläuft sich auf jährlich rund 150 Millionen Euro.

  • Das Umweltprogrammunterstützt das Land dabei, die knappen zur Verfügung stehenden Ressourcen für Wasser- und Abfallwirtschaft bestmöglich zu nutzen. Es bietet auch Unterstützung bei der Anpassung an die europäische Umweltgesetzgebung.
  • Das Transportprogramm setzt den Fokus auf die Anbindung nationaler Verkehrswege an transeuropäische Verkehrsnetze (TEN-T).
  • Das Programm zur Förderung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit fördert die Wettbewerbsfähigkeit sowie eine harmonische Entwicklung der Regionen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU).

    Darüber hinaus nimmt Kroatien zusammen mit Slowenien und Ungarnan grenzüberschreitenden Programmen teil und ist an der EU-Strategie für den Donauraum beteiligt.

     

    Projektbeispiele



    • Erneuerung der Signal- und Stellwerksanlagen im Hauptbahnhof von Zagreb : EU-Mittel: 9 898 046 EUR

      Dieses Projekt wird Kommissar Hahn besuchen. Aufgrund des schlechten Zustands der Signalanlagen gibt es im Hauptbahnhof von Zagreb eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h. Baumaßnahmen an Gleisen und Bahnsteigen können erst erfolgen, wenn die Stellwerksanlagen erneuert worden sind, da diese veraltet sind und zahlreiche Mängel aufweisen. Das Projekt ist daher lediglich der Anfang einer Reihe von Baumaßnahmen im Hauptbahnhof von Zagreb und deckt hauptsächlich die Kosten für die Erneuerung von Signal- und Stellwerksanlagen ab.

    • Die Maraska-Sauerkirsche als Zutat im Functional Food: EU-Mittel 484 231 EUR

      Dieses Projekt wird Kommissar Hahn ebenfalls besuchen. Das Projekt wird vom Zentrum für Lebensmitteltechnologie und Biotechnologie in Zadar geleitet, wo erkannt wurde, dass Extrakte der Maraska-Sauerkirsche, einer kroatischen Kirschensorte, in der Medizin zur Linderung von Entzündungen verwendet werden können und reich an Antioxidantien sind, welche die Zellregeneration anregen. Mit den IPA-Mitteln wird die Entwicklung von zwei neuen Produkten auf Basis der Maraska-Sauerkirsche gefördert: Lyophilisierte und dehydratisierte Maraska-Sauerkirschen. Mit dem Projekt wird nicht nur die wissenschaftliche Forschung gefördert. Der Nutzen der Maraska-Sauerkirsche für die Lebensmittelindustrie wird sich auch positiv auf die Wirtschaft in der Region auswirken und örtliche Produzenten anregen, diese Kirschensorte anzubauen.

    • Verbesserung der Wasserversorgung und der Abwassersysteme und Bau einer Abwasseraufbereitungsanlage in Drniš:
      EU-Mittel 4 746 960 EUR

      Die Hauptziele dieses Projekts umfassen die Verbesserung und Modernisierung des Wasserversorgungssystems, um die Funktionalität des gesamten Systems sicherzustellen und einen akzeptablen Wasserverlust zu erreichen (von mehr als 48 % auf weniger als 25 %), und den Anschluss an das Abwassersystem in Drniš für zusätzliche 3 890 Einwohner bereitzustellen. Der Energieverbrauch, der für die Wasserpumpen erforderlich ist, wird reduziert und das bestehende Abwassersystem modernisiert werden, um den Betrieb der Anlagen effizienter zu machen. Das Projekt trägt zur Umsetzung des EU-Acquis und insbesondere der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser bei.

    • Technologiepark / BISC Nova Gradiška EU-Mittel 800 000 EUR

      Brod-Posavina ist eine der am wenigsten entwickelten Regionen von Kroatien und gewinnt durch die Errichtung eines Technologieparks in Nova Gradiška große Vorteile. Der Technologiepark soll die Wettbewerbsfähigkeit der Region fördern, das Wirtschaftswachstum anregen und neue Arbeitsplätze schaffen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der Region erhalten so die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen Lösungen für Probleme der Produktion und Planung sowie für rechtliche, finanzielle und verwaltungstechnische geschäftsrelevante Angelegenheiten zu finden. Neben den kleinen und mittleren Unternehmen profitieren auch Handwerker, Angestellte, Auszubildende und Studenten von der Errichtung des Nova Gradiška-Technologieparks, da ihnen zusätzliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten geboten werden.

     

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