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REGION DER WOCHE:

Die Steiermark

Die Steiermark

08/05/2012

EU-Kommissar für Regionalpolitik Johannes Hahn wird anlässlich der Feierlichkeiten zum Europa-Tag am 9. Mai im österreichischen Bundesland Steiermark sein. Dort wird eine Rede über regionale Partnerschaften in Europa im Rahmen einer vom Bundesrat und vom Steiermärkischen Landtag organisierten Konferenz "Kroatien- der 28. EU-Mitgliedsstaat" halten. Der Präsident des Landtages Steiermark Ing. Manfred Wegscheider, der Präsident des Österreichischen Bundesrates Gregor Hammerl, Dr. Michael Spindelegger, Vizekanzler und Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten, und Dr. Ivo Josipovic, Präsident der Republik Kroatien, werden auch anwesend sein.

Das Pro-Kopf-BIP der an Slowenien grenzenden Steiermark lag 2009 um 8% über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Die Region hat die Umstrukturierung der Wirtschaft nach dem Zerfall der Stahlindustrie in den 1980er-Jahren gut bewältigt.

 

Was sind die Prioritäten der Region?

Die Steiermark hat sich bereits heute mit der Bildung von Netzwerken und „Clustern“ als Innovations-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort etabliert. Nun muss das Innovationspotential der Betriebe abgesichert und weiterentwickelt werden, und um diese Herausforderung bewältigen zu können, hat das Land Steiermark sieben Leitlinien entwickelt:

  • Innovation
  • Standortstrategie und Internationalisierung
  • Cluster, Netzwerke, Stärkefelder
  • Selbständigkeit und unternehmerischer Spirit
  • Betriebliche Qualifizierung
  • Regionen und Infrastruktur
  • Innovative Finanzierung

Mit diesen Leitlinien sollen die heimischen Stärkefelder weiterentwickelt werden: Automobil- oder Mobilitätssektor, Kreativwirtschaft, Energie- und Umwelttechnik mit erneuerbaren Energien, der gesamte Holzsektor, die Human- und Lebensmitteltechnologie, die Mikro- und Nanotechnologie, die Telekommunikation und die Werkstofftechnologie. Darüber hinaus sollen auch Umwelttechnologien, der Tourismus sowie die integrierte Raum- und Stadtentwicklung unterstützt werden.

 

Welchen Beitrag hat die EU-Regionalpolitik geleistet?

Das von der Europäischen Union im Zeitraum 2007-2013 unterstützte Programm „Regionale Wettbewerbsfähigkeit der Region Steiermark" umfasst Gelder von 155 Millionen € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Dies entspricht ca. 10,61 % der gesamten in Österreich im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 investierten EU-Fördergelder und stellt hiermit das zweitgrößte Programm Österreichs nach dem des Burgenlands dar.

Wichtigstes Ziel des Programmes ist es, Innovation zu fördern und im Rahmen von zwei Schwerpunkten Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen:

  • Stärkung der Innovation und der wissensbasierten Wirtschaft (insbesondere in Bezug auf kleine und mittlere Unternehmen).
  • Aufwertung der Attraktivität der Region (insbesondere durch Projekte im Zusammenhang mit Tourismus bzw. der Stadtentwicklung in Graz).
  • Bisher wurden durch dieses Programm mit Hilfe von 2.150 durchgeführten Projekten weit über 1.000 Arbeitsplätze neu geschaffen und über 17.000 erhalten

    Die Steiermark ist zudem unter anderem auch in ein von der EU unterstütztes Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Slowenien (Volumen: 67.1 Millionen €) eingebunden.

     

    Projektbeispiele



    • Science fit: EFRE-Beteiligung € 368.065

      Mit diesem Projekt haben die Klein- und Mittelständigen Unternehmen (KMU) die Möglichkeit, wissenschaftliches Know-how von steirischen Forschungseinrichtungen zu nutzen. Konkrete Kooperationspotenziale werden erkannt, technisch-wissenschaftliche Expertise wird vermittelt und Forschungsergebnisse werden für die KMU systematisch vorbereitet. Dieses Projekt basiert auf Erfahrungen zwischen Forschungsinstituten und KMU und aus dem Vorläuferprojekt Technofit Pro, das in der vorigen Programmierungsperiode 2000-2006 auch von der EU ko-finanziert wurde.

    • Zerspanungslabor Süd-und Weststeiermark: EFRE-Beteiligung € 160.638

      Das Zerspanungslabor Süd- und Weststeiermark in Georgsberg ist ein anwenderorientiertes Forschungs- & Entwicklungszentrum im Fertigungsbereich. Es erarbeitet in Kooperation mit Universitäten & Partnerunternehmen wissensbasierte Lösungen für seine Kunden. Als Plattform zwischen Hochschulen & Industrie hat das Zentrum das Ziel, die neuesten Erkenntnisse der Forschung für den Kunden in der wirtschaftlichen Praxis anzuwenden. Es ist das erste österreichische forschungsnahe unabhängige Entwicklungs-, Versuchs- und Testzentrum für Zerspanungstechnologie.

    • Kooperationen im Bereich Gewerbe und Jugend zwischen der Stadt Graz und der Gemeinde Hausmannstätten:
      EFRE-Beteiligung € 189.900

      Die Stadt Graz nimmt an dem Gemeinschaftsprogramm URBAN Plus teil, in dem die Gemeindegrenzen übergreifende Kooperation von 4 südlichen Grazer Stadtbezirken und insgesamt 16 Nachbargemeinden im Bezirk Graz-Umgebung verstärkt werden soll. Inhalt dieses Projekts ist die erstmalige interkommunale Zusammenarbeit zwischen der Stadt Graz und der Marktgemeinde Hausmannstätten im Wirtschaftsförderungsbereich. Insbesondere sollen mit der Schaffung eines unternehmerischen Umfelds neue Jugendarbeitsplätze geschaffen werden und die Zusammenarbeit im Gewerbebereich gestärkt werden.

    • Verpackungsglas im Prestige und Pharma Segment: EFRE-Beteiligung € 2.338.650

      Die Stölzle-Glasgruppe produziert als einziger Anbieter in Europa Verpackungsglas sowohl für den Prestige & Beauty- als auch für den Healthcare & Consumer-Markt. Von Entwicklung und Produktion über Dekor bis zu Verschlusslösungen deckt das Unternehmen alle relevanten Schritte ab. Das Produktsortiment umfasst Verpackungsglas für den pharmazeutischen Bereich, für Lebensmittel und Spirituosen, Miniaturen wie auch Tiegel und Flakons für Parfümerie & Kosmetik. Bei diesem Projekt liegt der Schwerpunkt der Investitionen in umfangreichen Maßnahmen für neue Produktionstechnologien sowie in der Modifizierung des Wannensystems für den Bereich Braunglas.

     

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