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REGION DER WOCHE:

Litauen

Lithuania

29/03/2012

Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik, wird am 29. März zu Besuch in Litauen sein. Er wird mit Ihrer Exzellenz, Dalia Grybauskaitė, der Präsidentin der Republik Litauen, Andrius Kubilius, dem Premierminister der Republik Litauen und anderen Mitgliedern der litauischen Regierung zusammentreffen. Außerdem wird er ein von der EU finanziertes Projekt am Universitätsklinikum Vilnius „Santariškių Klinikos“ besuchen.

 

Was sind die Prioritäten des Landes?

Litauen gehört zum Ostseeraum und hat 3,3 Millionen Einwohner. 2009 lag das Pro-Kopf-BIP bei 58 % des EU-Durchschnitts. Daher ist Litauen eine Konvergenzregion.

Litauen hat für die regionale Förderung durch die EU im Zeitraum 2007-2013 folgende Prioritäten festgelegt


  • Förderung der Wissensgesellschaft, von Forschung und Innovation


  • Beschleunigung des langfristigen Wirtschaftswachstums


  • Schaffung zusätzlicher und besserer Arbeitsplätze


  • Förderung des sozialen Zusammenhalts
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    Welchen Beitrag hat die EU-Regionalpolitik geleistet?

    Litauen ist seit seinem Beitritt zur EU im Jahr 2004 berechtigt, Förderung im Rahmen der Kohäsionspolitik zu beziehen. Das einheitliche Planungsdokument (EPPD) für den Zeitraum 2004-2006 sollte Litauen ermöglichen, seinen Rückstand zum EU-Durchschnitt in sehr kurzer Zeit aufzuholen. Vor allem musste der Mangel an grundlegender Infrastruktur beseitigt werden, weshalb diesem Bereich beträchtliche Finanzmittel zugewiesen wurden. Dadurch wurden folgende Ergebnisse erzielt:

    • 3 524 Projekte wurden umgesetzt.


    • 2008 war das BIP 2,1 % höher als es ohne die Interventionen des einheitlichen Planungsdokuments gewesen wäre.


    • Insgesamt wurden 19 525 Arbeitsplätze geschaffen.
    • Im Programmzeitraum 2007-2013 beläuft sich die Zuweisung an Litauen aus den Struktur- und Kohäsionsfonds auf insgesamt 6,885 Mrd. EUR. Im aktuellen Programmzeitraum werden vier operationelle Programme (OPs) umgesetzt; zwei davon werden gemeinsam vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und vom Kohäsionsfonds (KF) finanziert: das OP Förderung des Zusammenhalts und das OP Wirtschaftswachstum. Die beiden anderen Programme werden vom Europäischen Sozialfonds finanziert.

      Das operationelle Programm Förderung des Zusammenhalts hat vor allem das Ziel, den Lebensstandard im ganzen Land zu erhöhen, sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht. Dies sollte langfristig die Basis für eine stabile, nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung schaffen. Das operationelle Programm Wirtschaftsentwicklung soll das Wirtschaftswachstum langfristig beschleunigen und so die Entwicklungslücke zwischen Litauen und dem EU-Durchschnitt schließen.

       

      Projektbeispiele

      • Das Projekt RAIN , zu dem die EU Mittel in Höhe von 42 606 600 EUR bereitstellt, wird den Zugang zu Breitbandinternet in ländlichen Gebieten enorm erhöhen, sodass eine Abdeckung von 98 % erreicht wird. So wird die digitale Kluft geschlossen, der soziale Zusammenhalt gestärkt, das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit ländlicher Gebiete erhöht. Insgesamt werden ungefähr 4 400 km Breitbandkabel verlegt und die dazugehörige Netzwerkinfrastruktur und die Anschlusspunkte aufgebaut werden. Infolge des Projekts werden 660 000 Bürgerinnen und Bürger, 2 000 Unternehmen und 9 000 öffentliche Einrichtungen in den Genuss des leistungsstarken Breitbandinternets kommen.

      • Nationales Zentrum für Physik- und Technologieforschung:

        Die Universität Vilnius hat dieses Zentrum gemeinsam mit vier Partnern und einem EU-Beitrag von 49 309 300 EUR aufgebaut. Es wird sich auf drei Forschungsbereiche konzentrieren: Lasertechnik, Materialwissenschaft und Nanotechnologie sowie Halbleiter. Zu dem Projekt gehörte der Bau und die Ausstattung eines hochmodernen F&E-Zentrums mit einer Fläche von 25 000 m², das heute führende Forschungsteams beherbergt.
      • Die Entwicklung von Industrielasern für Mikromaschinen hat vier Fachunternehmen in Litauen eine führende Position am globalen Markt für Mikromaschinen und Diagnostik verschafft. Ekspla, Light Conversion, Optida, and Standa bündelten ihre Kräfte, um fortschrittlichere, leistungsfähigere und robustere Laser für die industrielle Verwendung zu entwickeln; die EU hat diese Unternehmung mit 1 090 000 EUR unterstützt.
      • Modernes Zentrum für Telechirurgie am Universitätsklinikum Vilnius Santariškių Klinikos:

        Dieses Projekt wird Kommissar Johannes Hahn besuchen. Es hat das Ziel, Studienprogramme in der Spezialchirurgie zu verbessern, indem es moderne Technologien einführt, damit die Studenten die praktischen Fähigkeiten erwerben können, die für eine moderne Chirurgie notwendig sind.
        Zu diesem Zweck wurden Telemedizintechnik für die direkte Unterweisung medizinischer Fachkräfte sowie Simulatoren für chirurgische Verfahren erworben, die eine innovative Ausbildung und das Training praktischer Fähigkeiten in einer virtuellen Umgebung ermöglichen.
        Das Projekt stützte sich auf die positiven Erfahrungen anderer Länder, in denen telechirurgische Technologie eingesetzt wird. Die Telechirurgie ist eine Form der Chirurgie, die Robotik mit moderner Technologie verbindet. Bei der Telechirurgie muss sich der Chirurgie nicht am selben Ort wie der Patient befinden. Stattdessen wird die Operation mithilfe von Spezialinstrumenten durchgeführt, die durch mit Hochgeschwindigkeit übermittelten Daten und Informationen gesteuert werden.
        Auf der ganzen Welt wurden bereits viele verschiedene Operationen per Telechirurgie durchgeführt. Diese Form der Chirurgie bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Menschen, die in abgelegenen Gebieten leben, haben oft keinen unmittelbaren Zugang zu einem Chirurgen. Vor der Einführung der Telechirurgie waren diese Menschen gezwungen, weite Strecken zu reisen, um einen chirurgischen Eingriff vornehmen zu lassen.
        Das Projekt wurde vom 27. September 2007 bis zum 30. November 2010 umgesetzt und erhielt ungefähr 1 400 000 EUR aus dem EFRE.

       

      Weitere Informationen