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REGION DER WOCHE:

Prag

Prague

22/03/2012

Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik, ist am 22. und 23. März zu Besuch in Prag, um den tschechischen Premierminister Petr Necǎs sowie mehrere Mitglieder der tschechischen Regierung zu treffen. Darüber hinaus wird er an einem informellen Treffen der Minister für regionale Entwicklung der V4-Gruppe und von Slowenien sowie an einer Konferenz über die Zukunft der Regionalpolitik teilnehmen.

In der 496,1 km² großen Region Prag leben 1 257 158 Einwohner (Stand 31.12.2010). Sie ist das wirtschaftliche Zentrum der Tschechischen Republik und generiert ungefähr 25 % des BIP des Landes. Das regionale Pro-Kopf-BIP Prags ist das höchste der Tschechischen Republik (216,05 % über dem nationalen Durchschnitt) und liegt bei 173,8 % des EU-Durchschnitts. Der Dienstleistungsanteil liegt bereits seit 1999 bei 80 % und die Arbeitslosenquote ist mit 4,07 % extrem niedrig.

In Prag haben außerdem die meisten Finanzinstitute und ausländischen Firmen ihren Sitz. Bei ausländischen Investoren gilt Prag als attraktive Region, sodass 30 % aller ausländischen Investition in die Tschechische Republik nach Prag fließen. Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung und aus Wissenschaft und Forschung sind ebenfalls in Prag konzentriert, was diese Region zum Zentrum von Politik, internationalen Beziehungen, Bildung, Kultur und Tourismus sowie zum Verkehrsknotenpunkt des Landes macht.

 

Was sind die Prioritäten des Landes?

Trotz der sehr positiven wirtschaftlichen Daten, hat Prag mit Problemen wie Luftverschmutzung und Lärmbelästigung, Industriebrachen in traditionellen Gewerbegebieten, einem hohen Energieverbrauch, einer übermäßigen Konzentration des Verkehrs auf das Stadtzentrum und einem Mangel an F&E- und Innovationszentren zu kämpfen.

Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich die EU-Maßnahmen in Prag auf folgende Bereiche:


  • Zugang zu Transportmöglichkeiten: Investitionen in einen umweltfreundlichen öffentlichen Personennahverkehr.


  • Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) Entwicklung und Verfügbarkeit von IKT-Diensten.


  • Umwelt: Revitalisierung, Schutz von Gebieten sowie eine wirtschaftliche und nachhaltige Nutzung von Energie und natürlichen Ressourcen.


  • Innovation: Entwicklung eines innovativen Umfelds, Partnerschaft zwischen grundlegender Forschung & Entwicklung und Institutionen, die sich mit der praktischen Anwendung beschäftigen.


  • Unternehmergeist: Förderung eines günstigen wirtschaftlichen Umfelds und Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen.
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    Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?

    Da Prag in einer der am höchsten entwickelten Regionen liegt, ist die Zuweisung für das operationelle Programm Prag – Wettbewerbsfähigkeit aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Vergleich zu der Gesamtzuweisung an die Tschechische Republik klein. Die Zuweisung beträgt im Zeitraum 2007-2013 283,77 Mio. EUR, der EU-Beitrag 241,21 Mio. EUR (85 % der öffentlichen Mittel).

     

    Projektbeispiele

    • Straßenbahnlinie Radlická: EU-Mittel: 17,7 Mio. EUR aus dem EFRE


    • Eine Straßenbahnlinie in einem der Stadtviertel Prags wurde modernisiert und verlängert, wobei auf eine bessere Anbindung an die bestehende Metrolinie und einen barrierefreien Zugang geachtet wurde, um so den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt umweltfreundlicher zu gestalten.

    • Erholungsgebiet Ladronka: EU-Mittel: 1,7 Mio. EUR aus dem EFRE


    • Lange Zeit war die Gegend um den barocken Gutshof Ladronka eine der offenkundig vernachlässigtesten und benachteiligtesten Gegenden Prags. Heute ist Ladronka einer der beliebtesten Parks für eine aktive Freizeitgestaltung in Prag. Das Projekt konzentriert sich in seiner zweiten und dritten Phase auf den Ausbau des Parks und die Verlängerung einer seiner beliebtesten Einrichtungen, einem 4,2 km langen Weg für Fahrradfahrer und Inlineskater. Es ist ein wichtigstes Beispiel für den Bereich Revitalisierung und Schutz von Gebieten in der Region Prag.

    • Otto-Wichterle-Zentrum für Polymerwerkstoffe und -technologien: EU-Mittel: ca. 2,5 Mio. EUR aus dem EFRE


    • Dieses Projekt hat das Ziel, ein einzigartiges Forschungszentrum an einem der Forschungsinstitute der Tschechischen Akademie der Wissenschaften zu schaffen, das sich auf Polymerwerkstoffe und -technologien konzentriert. Dadurch soll eine effektivere Forschung, eine bessere Verbindung zwischen theoretischer Forschung und praktischer Anwendung und eine optimale Ausbildung zukünftiger Forscher sichergestellt werden. Bei diesem Projekt handelt es sich um einen wichtigen Meilenstein der Entwicklung eines innovativen Umfelds und einer Partnerschaft zwischen grundlegender Forschung & Entwicklung und Institutionen, die sich in der Region mit praktischer Forschung befassen.

     

    Weitere Informationen