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REGION DER WOCHE:

Nordbrabant (Niederlande)

Noord-Brabant

02/02/2012

Am 3. Februar ist Kommissar Hahn zu Besuch in Nordbrabant. In diesem Rahmen wird er an einer Sondersitzung des Provinzparlaments (Provinciale Staten) teilnehmen, die sich schwerpunktmäßig mit der Zukunft der Regionalpolitik beschäftigt. Darüber hinaus trifft er auf dem High Tech Campus in Eindhoven, wo er sich über die durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierten Projekte informiert, auf regionale und nationale Politiker.

Was sind die Prioritäten der Region?

Nordbrabant ist eine zentral zwischen den Hafenstädten Rotterdam und Antwerpen sowie dem Ruhrgebiet gelegene niederländische Provinz. 

Im Herzen der Provinz liegen die fünf Städte Breda, Eindhoven, Helmond, 's-Hertogenbosch und Tilburg, die zusammen das zweitgrößte urbane Netz der Niederlande bilden: BrabantStad. Brabant hat 2,4 Millionen Einwohner und weist eine Bevölkerungsdichte von 497 Einwohnern pro km² auf.

Als ökonomisch bedeutende Region leistet Brabant einen erheblichen Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung der Niederlande. Das durchschnittliche Pro-Kopf-BIP der Region lag im Jahr 2008 bei 133 % des EU-27-Durchschnitts. Nordbrabant ist ein hoch produktiver Standort und beheimatet mit Philips und anderen herausragenden Wissensinstanzen viele innovative Unternehmen.

Die Provinz Brabant gilt als Trendsetter auf dem Gebiet der industriellen Neuerungen und Technologien. Dabei ist ihr wirtschaftlicher Erfolg nicht allein der Technologie geschuldet, sondern vor allem einem ausgewogenen und für die Wettbewerbsfähigkeit unerlässlichen Branchenmix, der auf soziale Innovation, Nachhaltigkeit, Sport, Kultur und kreative Gestaltung ausgerichtet ist.

Die Bereiche der öffentlichen und industriellen Forschung konzentrieren sich jeweils auf bestimmte Städte und Regionen: Hightech (Eindhoven und Umgebung), Automobiltechnik (Helmond und Umgebung), soziale Innovation (Tilburg und Umgebung), Landwirtschaft und Ernährung (‘s-Hertogenbosch und Umgebung) und Wartung und Logistik (Breda und Umgebung).

Die Provinzregierung und die brabanter Städte stimmen sich auf dem Gebiet der Innovationspolitik mittlerweile eng mit ihren Nachbarregionen ab, um die gewaltige Wissensbasis wirtschaftlich zu nutzen. Um dies zu erreichen, entwickelt man Kompetenzschnittstellen zwischen Wissenschaft und Industrie, offene Innovationsumgebungen sowie Cluster aus kleinen und mittleren Unternehmen, die rund um diese Schnittstellen angesiedelt sind. Die Mission der so genannten Brabanter Agenda besteht darin, eine erstklassige Umgebung zu installieren, deren wirtschaftliche und soziale Entwicklung auf eine hohe Lebensqualität abzielt, um letztendlich eine innovative Region zu erschaffen, die im globalen Wettbewerb bestehen kann.

Allerdings stehen ähnlich wie in anderen Regionen Europas auch in Brabant die öffentlichen Mittel unter dem enormen Druck der Wirtschaftskrise. Gleichzeitig sorgen die langfristigen sozialen Entwicklungen zunehmend für Schwierigkeiten. Um diese unterschiedlichen Herausforderungen erfolgreich angehen zu können, tätigt Nordbrabant zurzeit größere Investitionen, die zum einen auf Konsolidierung abzielen und die zum anderen seine Position als hoch innovative Region stabilisieren und damit einen wichtigen Beitrag zu dem ehrgeizigen Ziel der Niederlande leisten sollen, einen Platz unter den Top 5 der wettbewerbsfähigsten Länder zu erlangen.

Diese Bemühungen sowie eine kohärente Investitionsstrategie für die Zukunft werden durch die Möglichkeiten der Kohäsionspolitik unterstützt.

Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?

Im Zeitraum 2007-2013 investiert die EU 186 Millionen Euro in den drei südniederländischen Provinzen Nordbrabant, Zeeland und Limburg. Ca. die Hälfte dieser Summe fällt dabei auf Nordbrabant.
Die Prioritäten des operationellen Programms liegen in der Förderung von Innovation und Unternehmertum. Dies erfolgt durch Unterstützung von Forschung und Entwicklung (insbesondere im privaten Sektor) und Hilfestellung bei der Vermarktung der F&E-Ergebnisse. Außerdem ist das Programm besonders auf die Schaffung einer attraktiven Lebens- und Arbeitsumgebung ausgerichtet. Den Kern des Programms bilden zahlreiche Aktionen, die zu den langfristigen Zielen der Strategie „Europa 2020“ beitragen.

  • Erhöhung der wirtschaftlichen Effizienz
  • Innovationsförderung in kleinen und mittleren Unternehmen
  • Förderung von Unternehmertum und Erleichterung von Neugründungen und Ausgliederungen
  • Schaffung von idealen Bedingungen für Unternehmen und Wissensarbeitern innerhalb und außerhalb von Städten
  • Beschäftigungsförderung vor allem in den Städten

Projektbeispiele

High Tech Campus in Eindhoven:
Den High Tech Campus Eindhoven besucht Kommissar Hahn am 3. Februar. Der Campus steht für offene Innovation. Auf nur einem Quadratkilometer sind mehr als 8.000 Forscher, Entwickler und Unternehmer angesiedelt, die eng zusammenarbeiten an der Entwicklung der Technologien und Produkte von morgen. Der Campus beheimatet zudem mehrere durch den EFRE kofinanzierte Projekte, darunter ColPac: ColPac Collapsible Containers ist ein in Eindhoven ansässiges Unternehmen, das eine breite Palette faltbarer Lagerbehälter im Programm hat. Die faltbaren Behälter von ColPac gelten als innovative Entwicklung in der Lager-, Transport- und Logistikbranche. Das Unternehmen bietet Lagerlösungen für den Geschäfts- und Privatkundenmarkt an. Die aus dem EFRE bereitgestellten Mittel belaufen sich auf 49.722 Euro.

Automotive House Campus Helmond:
Das Automotive House ist ein Aktivitätszentrum zur Förderung und Stärkung der niederländischen Automobilbranche. Das Automotive House stellt sowohl physisch als auch programmatisch den Mittelpunkt des Hochtechnologiecampus dar und bietet als solcher einen wesentlichen Anreiz zur marktbasierten Zusammenarbeit zwischen Behörden, Industrie und wissenschaftlichen Einrichtungen auf dem Gebiet des Automobilbaus. Die aus dem EFRE bereitgestellten Mittel belaufen sich auf 908.000 Euro.

Innovationszentrum Tilburg
Unterstützung und Förderung von innovativen Unternehmern in der Region mit dem Schwerpunkt Gesundheit, Informations- und Kommunikationstechnologien und Medizintechnik. Die aus dem EFRE bereitgestellten Mittel belaufen sich auf 839.323 Euro.

Logistics Accelerator
Das Projekt ‚Logistics Accelerator‘ wurde kürzlich durch ein Konsortium aus Dinalog und regionalen Partnern ins Leben gerufen. Ziel des Projekts ist es, den Einfluss von Dinalog, dessen Innovationsprogramm und des Supply Chain Campus in der Logistik- und Versorgungsbranche und den Wirtschaftsmetropolen in den südlichen Regionen der Niederlande zu maximieren. Das Konsortium aus Dinalog und regionalen Partnern ist darauf ausgelegt, dem Campus und dem Innovationsprogramm einen zusätzlichen Impuls zu verschaffen. Die aus dem EFRE bereitgestellten Mittel belaufen sich auf 1.902.935 Euro.

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