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REGION DER WOCHE: Martinique (Frankreich)

Region Martinique

08/11/2011

Am 3. und 4. November 2011 reiste EU-Kommissar Johannes Hahn nach Martinique. Anlass war die 17. Konferenz der Präsidenten der ultraperiphären Regionen (Régions ultrapériphériques, RUP) unter Präsidentschaft von Serge Letchimy, dem Präsidenten des Regionalrats von Martinique. Hahn nutzte die Gelegenheit, um von der Europäischen Union unterstützte Projekte zur sozialen Eingliederung in La Grivelière (z. B. eine Baustelle zur Sanierung einer ehemaligen Kaffeeplantage mit Wohnbereich) sowie Projekte zur Aufwertung des Viertels Trenelle in Fort-de-France zu besuchen.

Prioritäten der Region

Martinique ist eine von acht ultraperiphären Regionen der Europäischen Union. Das BIP pro Einwohner lag 2008 bei 76 % des EU27-Durchschnitts (laut Eurostat), ist jedoch in den letzten Jahren gestiegen. Dies spiegelt den Aufholprozess gegenüber Frankreich und der EU wieder, den Martinique trotz äußerst hoher Arbeitslosigkeit an den Tag legt.

Die wirtschaftliche Aktivität konzentriert sich hauptsächlich auf den Dienstleistungssektor (öffentliche Verwaltung und Verbandswesen sowie Einzelhandel mit traditionellen Produkten, der durch den Tourismus, einem der Motoren der regionalen Wirtschaft, angekurbelt wird). Priorität der Region ist die Entwicklung von Sektoren mit großem Wachstumspotential, insbesondere dem Tourismus und der Lebensmittelindustrie.

Beitrag der Regionalpolitik der EU

Die Region profitiert von einem Programm, das durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt wird, und einer Investition von EUR 553 million für den Zeitraum 2007 bis 2013 entspricht. Von diesem Betrag werden 107 Millionen Euro speziell für die Deckung von Mehrkosten, die mit den Besonderheiten der Region verbunden sind, verwendet.

Hauptprioritäten:

  • Wirtschaftliche Entwicklung, Innovation und Forschung

  • Bessere Verkehrsanbindung des Gebiets

  • Nutzung des bestehenden Potenzials vor Ort

  • Bewirtschaftung der Umwelt

  • Weitere Anstrengungen in den Bereichen Ausstattung, Ausbildung und Gesundheit im Hinblick auf die Sicherung des sozialen Zusammenhalts

  • Ausgleich für die durch die extreme Randlage bedingten Mehrkosten

Bis dato sind etwa 25% der Zahlungen durch die Träger des Projekts getätigt worden.

Projektbeispiele

1. Landwirtschaftliche Forschungsstelle von Martinique(PRAM) Entwicklung einer vielseitigen und nachhaltigen Landwirtschaft. Ziel ist die Aufdeckung neuer Vermarktungslücken, indem insbesondere bisher vernachlässigte lokale Obstsorten aufgewertet werden.

2. Verarbeitung der Stümpfe von Bananenstauden: Zwei Unternehmen (FIB ET CO SAS und NV TECH) haben sich im Hinblick auf die Verarbeitung der Stümpfe von Bananenstauden zusammengeschlossen, die für auf den internationalen Märkten besonders gefragte Produkte wie Furnierholz und Naturfasern bisher keine Verwendung fanden.

3. Ein neues System für Patienten mit Gehirnschäden wurde im Regionalen Universitätsklinikum (centre hospitalier régional et universitaire, CHU) von Fort-de-France eingeführt. Dieses als „ISIS“ bezeichnete System wurde mit der finanziellen Unterstützung der EU entwickelt und bedient sich zur qualitativen Verbesserung der Patientenversorgung Computertechniken der Spitzenklasse.

4. In derselben Klinik wurde 2008 ein neues Haus für Frauen, Mütter und Kinder (MFME) eröffnet, das eine Verringerung der relativ hohen Rate an extremen Frühgeburten und Kindersterblichkeit auf der Insel ermöglichte. In diesem Zentrum befindet sich auch die interregionale Hebammenschule der Insel. Für diesen Bereich hat sich das Zentrum innerhalb der Karibik einen erstklassigen Ruf erarbeitet. Es stellt seine Dienste auch Patienten aus Französisch-Guayana zur Verfügung.

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