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REGION DER WOCHE: KAMPANIEN (ITALIEN)

Metro Napoli

26/10/2011

Am 26. Oktober wird Kommissar Hahn in Rom mit sämtlichen Präsidenten der italienischen Regionen zusammentreffen und die neuen Vorschläge der Kommission für die Kohäsionspolitik 2014-2020 präsentieren. Im Anschluss an dieses Treffen wird der Regionalkommissar nach Kampanien reisen. Im Rahmen der europäischen Regionalpolitik könnte nach dem Einsturz des Hauses der Gladiatoren im Jahre 2010 ein Projekt zum Wiederaufbau der antiken Stätte finanziert werden. Die italienischen Behörden müssen bei der Europäischen Kommission ein Dossier einreichen, das dann von der Kommission gebilligt werden muss.

Welche Prioritäten verfolgt die Region?
Mit rund 6 Millionen Einwohnern ist Kampanien nach der Lombardei die italienische Region mit der zweitgrößten Bevölkerungsdichte. Die Bevölkerung ist hauptsächlich im Ballungsraum Neapel konzentriert.
Wie überall im Mezzogiorno fällt den Investitionen des öffentlichen Sektors und den europäischen Fonds eine wichtige Rolle in der Wirtschaft zu. Die Region ist darum bemüht, die Entwicklung traditioneller Wirtschaftszweige (Agro-Lebensmittelindustrie, Chemie, Bauwesen, Auto und Eisenbahn, Bau von Yachthäfen, Luxusindustrien), von Spitzensektoren (Luftfahrt und Elektronik) und des Fremdenverkehrs zu unterstützen. Des Weiteren hat sie Instrumente zur Förderung von Innovation und Unternehmensgründungen geschaffen.
Die größten Herausforderungen, die sich der Region stellen, betreffen insbesondere die folgenden Bereiche:

  • Beschäftigung und Humanressourcen: Die Arbeitslosenquote ist hoch. Nach Eurostat-Angaben lag sie 2009 bei 12,9 % (gegenüber 8,9 % im europäischen Durchschnitt).
  • Umwelt (Krise der Abfallwirtschaft, Küstenschutz usw.).

Wie hilft die EU-Regionalpolitik?
Der Region kommt ein Programm zugute, das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Es werden europäische Mittel in Höhe von 3,4 Milliarden Euro für den Zeitraum 2007-2013 bereitgestellt, die in die folgenden Prioritätsachsen investiert werden:

  • Nachhaltiger Umweltschutz sowie kulturelle und touristische Anziehungskraft (Erarbeitung von Lösungen für dringende Umweltprobleme, Förderung eines Umweltkonzeptes zur Stärkung des Tourismus …)
  • Wettbewerbsfähigkeit der Regionalwirtschaft (insbesondere Förderung von Forschung und Innovation, „Internationalisierung“ der Unternehmen in der Region …)
  • Energie (insbesondere Erzeugung erneuerbarer Energien)
  • Erreichbarkeit und Verkehr: Ziel ist es, Kampanien aufgrund seiner geographischen Lage zu einem bedeutenden Verkehrsstandort im Zentrum des Mittelmeerraums auszubauen.
  • Informationsgesellschaft
  • Stadtentwicklung und Lebensqualität

Bisher erfolgten circa 8 % der Zahlungen an die Projektträger.

Projektbeispiele(Zeitraum 2007-2013)
Die Region hat der Europäischen Kommission eine Liste mit 20 „Großprojekten“ (deren Gesamtkosten bei über 50 Millionen € liegen) vorgelegt. Zu den Projekten zählen:
Park von Bagnoli:Auf einer ehemaligen Industriebrache wird in Neapel ein Stadtpark errichtet (Die EU übernimmt 50 % der Arbeiten, d. h. Kosten in Höhe von circa 38 Millionen €).
U-Bahn-Ausbau in Neapel: Der Ausbau der Linie 1 zwischen den Haltestellen Dante und Centro Direzionale (5 zusätzliche Haltestellen) wird das Stadtzentrum mit den Nachbargemeinden verbinden (200 Millionen € EFRE-Mittel). Ein anderes Projekt will die U-Bahn mit der Eisenbahnlinie „MetroCampania NordEst“ zwischen der Haltestellte Piscinola und dem Flughafen von Neapel verbinden; dadurch soll ein Umsteigen vermieden werden (nahezu 86 Millionen € aus dem EFRE).
Ein Projekt zur Sanierung des historischen Zentrums von Neapel (UNESCO-Erbe) könnte ebenfalls mit europäischen Geldern gefördert werden: Die Region wird der Europäischen Kommission das Dossier bis zum Ende des Jahres 2011 vorlegen.

Weitere Informationen

Zusammenfassung des EFRE- Programms „Kampanien“

Website der Verwaltungsbehörde