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Arbeitsbeziehungen: Sozialer Dialog in Europa neuem Bericht zufolge unter Druck

11/04/2013

Die andauernde Wirtschaftskrise stellt eine ernsthafte Herausforderung für den Dialog zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Regierungen dar. Dies ergibt sich aus einem heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die jüngsten staatlichen Reformen nicht immer mit einem funktionierenden sozialen Dialog einhergingen, woraus zunehmend konfliktbeladene Arbeitsbeziehungen in Europa resultieren.

László Andor, Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte: „Der soziale Dialog ist vor dem Hintergrund einer schwachen makroökonomischen Nachfrage, von Steuererhöhungen und staatlichen Ausgabenkürzungen zunehmend unter Druck. Wir müssen die Rolle der Sozialpartner auf allen Ebenen stärken, wenn wir diese Krise überwinden und die Vorzüge des europäischen Sozialmodells erhalten wollen. Nur mit einem gut strukturierten sozialen Dialog können wir den demografischen Wandel bewältigen und bessere Arbeitsbedingungen und einen stärkeren sozialen Zusammenhalt schaffen. Der soziale Dialog in den mittel- und osteuropäischen Mitgliedstaaten ist derzeit deutlich schwächer ausgeprägt und muss gestärkt werden.

Die Einbeziehung von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern (den „Sozialpartnern“) bei staatlichen Reformen ist entscheidend, da Lösungen im Rahmen des sozialen Dialogs in der Regel größere gesellschaftliche Akzeptanz finden und in der Praxis leichter umsetzbar und weniger konfliktträchtig sind.

Ein gut strukturierter sozialer Dialog kann effektiv dazu beitragen, die wirtschaftliche Widerstandskraft Europas zu stärken. In Ländern, in denen der soziale Dialog fest etabliert ist und starke Strukturen für Arbeitsbeziehungen bestehen, ist im Allgemeinen die wirtschaftliche und soziale Situation stabiler und weniger unter Druck.

Der neue Bericht konzentriert sich auf:

  • wie die Ergebnisse des europäischen sozialen Dialogs einen deutlichen Einfluss auf das Arbeitsleben der Menschen in Europa haben können, etwa durch die Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Arbeitsbedingungen;
  • die Arbeitsbeziehungen im öffentlichen Sektor (öffentliche Verwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen) angesichts der staatlichen Ausgabenkürzungen in vielen Mitgliedstaaten;
  • die Situation des sozialen Dialogs in Mittel- und Osteuropa;
  • die Einbeziehung der Sozialpartner bei der Reform von Arbeitslosenversicherung und Rentensystemen sowie beim Übergang zu einer nachhaltigeren und weniger von fossilen Brennstoffen abhängigen Wirtschaft.

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