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EU Quartalsbericht über die Beschäftigungslage und die soziale Situation – September 2012

28/09/2012

Dem jüngsten Quartalsbericht zufolge bleibt die Situation am Arbeitsmarkt und auch die soziale Lage in Europa auch im zweiten Quartal des Jahres 2012 sehr ernst. Es bestehen allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.

Seit Ende 2011 befindet sich die EU am Rande bzw. bereits in einer Rezession, die Stimmung ist auf dem tiefsten Punkt seit drei Jahren. In diesem Kontext bleiben die Perspektiven am Arbeitsmarkt getrübt, und die Aussichten für Jobsuchende bleiben schlecht verglichen mit den Jahren vor der Krise.

Es ist besonders Besorgnis erregend, dass die Arbeitslosigkeit immer noch steigt, mittlerweile ist die Marke von 25,3 Millionen überschritten – ein historischer Höchstwert. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,4%. Sie ist in 17 Mitgliedstaaten gestiegen, und auch die Kluft zwischen den Mitgliedstaaten ist weiter gewachsen. Die Quote der Langzeitarbeitslosen liegt nunmehr bei 4,5% der aktiven Bevölkerung (+0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr).

Neben der hohen Zahl der Arbeitslosen gab es in 2011 außerdem etwa 8,6 Millionen unterbeschäftigte Teilzeitarbeitskräfte. Darüber hinaus befanden sich 10,9 Millionen Menschen in der Grauzone zwischen Inaktivität und Arbeitslosigkeit – also jene, die die Suche nach einem Arbeitsplatz aufgegeben haben.

Jugendarbeitslosigkeit ist auf einem dramatisch hohen Niveau – 22,5% in der EU im Juli. Der düstere Ausblick für junge Menschen reflektiert die wachsenden Risiken Langzeitarbeitslosigkeit und Inaktivität. Die steigende Zahl der jungen Menschen, die weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung sind (sog. NEET), belegt dies deutlich.

Das verfügbare Bruttoeinkommen der Haushalte fiel zwischen 2009 und 2011 in zwei Dritteln der Mitgliedstaaten. Der Anteil der EU-Bevölkerung, der sich in finanziellen Schwierigkeiten befindet, bleibt auf Rekordniveau. Menschen aus Ländern, in denen die Einkommen besonders stark fallen, schätzen ihre eigene soziale Lage entsprechend negativ ein, wie das Eurobarometer 2012 zum sozialen Klima zeigt.

Kinderarmut wird für immer mehr Haushalte ein relevantes Thema. Gründe sind zu geringe Verdienste der Eltern und zu geringe Unerstützung für Haushalte mit Kindern. Die Höhe und die Effektivität von Leistungen für Kinder sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Wenn es darum geht, Eltern (besonders Müttern) die Erwerbstätigkeit zu ermöglichen, ist bezahlbare Kinderbetreuung ein wichtiger Faktor.

In dieser Ausgabe des Quartalsberichts wird die Situation im Hotel- und Gaststättengewerbe näher beleuchtet. Darüber hinaus gibt der Bericht einen Überblick über die Maßnahmen der Mitgliedstaaten für Betriebe und Arbeitnehmer, die von Umstrukturierungen betroffen sind. Schließlich wird die Lage am Arbeitsmarkt in Belgien, Zypern, der Tschechischen Republik, Frankreich, Italien, Litauen, Luxemburg und Polen näher analysiert.