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Zuletzt aktualisiert am 30-10-2006
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Rechtsberufe - Gibraltar

 

INHALTSVERZEICHNIS

1. Richter 1.
2. Laienrichter 2.
3. Staatsanwälte 3.
4. Gerichtsbedienstete 4.
5. Sheriffs 5.
6. Gerichtsvollzieher 6.
7. Rechtsanwälte 7.
a) Barristers a)
b) Solicitors b)
8. Notare 8.
9. Qualifizierte Anwalts- und Notarmitarbeiter (Legal Executives) 9.

 

1. Richter

Qualifikation für die Ernennung

Im Gegensatz zu dem System in vielen anderen europäischen Ländern müssen die Richteranwärter in Gibraltar zuerst Rechtsanwälte sein, entweder Solicitors (nicht plädierende Rechtsanwälte) oder Barristers (plädierende Rechtsanwälte). Um für die Ernennung zum Richter in Betracht zu kommen, müssen die Bewerber Bürger Gibraltars, des Vereinigten Königreichs, der Republik Irland oder eines Commonwealth-Landes sein und für einen für jede Art von Rechtsposten gesetzlich festgelegten Mindestzeitraum als Rechtsanwalt praktiziert haben. Für die Positionen des Oberrichters von Gibraltar, eines Berufungsrichters oder des Präsidenten des Court of Appeal (Appellationsgericht) muss der Bewerber mindestens zehn Jahre als Anwalt praktiziert haben. In der Praxis waren die Richter, die ernannt werden, jedoch in der Regel etwa 20 Jahre lang Rechtsanwälte. Daher werden die Rechtsanwälte in der Regel in der Mitte (am Ende) ihrer Karriere Richter.

Für die Positionen des Oberrichters, des Präsidenten des Court of Appeal oder eines Berufungsrichters muss der Bewerber außerdem Richter an einem Gericht mit unbeschränkter Zuständigkeit in Zivil- und Strafsachen in einem Teil des Commonwealth oder in der Republik Irland oder an einem Gericht, das für Berufungsverhandlungen für ein derartiges Gericht zuständig ist, sein oder gewesen sein. Für die Position des Ergänzungsrichters am Supreme Court von Gibraltar können weniger strenge Bedingungen gelten, obwohl umfassende Erfahrung im Zivil- und Strafrecht erforderlich ist.

Ernennungsverfahren

Gemäß der Gibraltar Constitution Order (Verfassungsordnung von Gibraltar) werden die Richter vom Gouverneur von Gibraltar ernannt. Freie Stellen werden normalerweise ausgeschrieben. Aufgrund der Größe des Gerichtsbezirks gibt es derzeit nur eine Position eines Ergänzungsrichters neben der des Oberrichters.

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Richterliche Unabhängigkeit

Die richterliche Unabhängigkeit erfordert, dass die Richter gemäß ihrem eigenen Urteil ohne jegliche äußeren Einflüsse über Rechtssachen entscheiden. Insbesondere die Interessen der Justiz erfordern, dass die Richter bei ihrer Arbeit unabhängig von der Ansicht oder Kontrolle der Regierung bleiben und dieser nicht unterliegen. Richter dürfen keine Aufsichtsratsmitglieder von Wirtschaftsunternehmen sein und nicht durch Druck von Einzelpersonen oder Gruppen, die Interesse am Ergebnis einer Rechtssache haben, beeinflusst werden. In jedem Fall muss ein Richter gemäß dem Gesetz und den Umständen des Falls Recht sprechen, unabhängig davon, ob seine Entscheidung populär ist oder nicht.

Richterliche Unabhängigkeit bedeutet jedoch nicht nur Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen, sondern auch Unabhängigkeit der Richter voneinander. Kein Richter, egal wie hochrangig er ist, ist berechtigt, einem anderen Richter zu sagen, wie dieser sein Urteil in einem beliebigen Einzelfall zu fällen hat. Richter können ihre Richterkollegen um Rat ersuchen und werden die von anderen Richtern in anderen Fällen geäußerten Ansichten berücksichtigen. Sie müssen jedoch Urteile höherer Gerichte, die bindend sind, zur Kenntnis nehmen.

Wer mit den Entscheidungen oder dem Verhalten von Richtern unzufrieden ist, kann normalerweise bei einem höheren Gericht Berufung einlegen.

Vergütung

Das derzeitige Gehalt für die Position des Ergänzungsrichters des Supreme Court von Gibraltar beläuft sich auf £ 72.091 brutto pro Jahr. Das derzeitige Gehalt für die Position des Oberrichters von Gibraltar beläuft sich auf £ 78.528 brutto pro Jahr.

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Arten von Richtern

Die verschiedenen Arten von Gerichten in Gibraltar sind unter „Gerichtsorganisation – Gibraltar“ beschrieben.

Der Präsident des Court of Appeal für Gibraltar – ist Vorsitzender des Court of Appeal in Gibraltar sowohl im Bereich der Straf- als auch der Zivilgerichtsbarkeit.

Die Berufungsrichter – sind Angehörige des Court of Appeal für Gibraltar. Es gibt zwei Berufungsrichter, die zusammen mit dem Präsidenten im Court of Appeal sitzen.

Der Oberrichter des Supreme Court von Gibraltar – ist der höchstrangige Berufsrichter in Gibraltar und Vorsitzender aller verschiedenen Gerichtsbarkeiten des Supreme Court. Er ist auch von Amts wegen Mitglied des Court of Appeal für Gibraltar.

Der Ergänzungsrichter – kann Vorsitzender aller verschiedenen Gerichtsbarkeiten des Supreme Court sein. Bei Abwesenheit des Oberrichters übernimmt der Ergänzungsrichter auch dessen Pflichten.

Der Stipendiary Magistrate (hauptamtlich tätiger Berufsrichter) – sitzt im Magistrates’ Court und ist mit denselben Arten von Fällen befasst wie die Laienrichter (siehe unten), aber sie können insbesondere durch die Verhandlung der langwierigeren und komplexeren Rechtssachen Unterstützung leisten. Urkundsbeamter des Supreme Court – Freie Stellen werden ausgeschrieben. Die Bewerber müssen Barristers oder Solicitors mit mindestens fünfjähriger Erfahrung sein. Der Urkundsbeamte erfüllt die Pflichten des protokollführenden Gerichtsbeamten, des Urkundsbeamten und des Kostenbeamten. Darüber hinaus ist der Urkundsbeamte Notar, Urkundsbeamter des Court of Appeal für Gibraltar, Sheriff von Gibraltar, Admiralty Marshal, Deputy Coroner (stellvertretender richterlicher Beamter zur Untersuchung der Todesursache) und Nachlassverwalter.

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Weitere Ernennungen:

Neben den Gerichten gibt es andere Tribunals (Schiedsgerichte und -stellen) in Gibraltar, die sich mit unterschiedlichen Themen befassen, beispielsweise psychischen Erkrankungen, sozialer Sicherheit, Sozialleistungen, Verkehr und Beschäftigung. Den Schieds- und Beschwerdestellen können juristisch nicht geschulte Spezialisten oder Sachverständige wie Ärzte sowie Laien angehören, wobei der Vorsitzende fast immer rechtskundig ist.

Weitere Informationen

  • Judicial Studies Board English(für die Ausbildung der Richter zuständig):

2. Laienrichter

In Gibraltar befassen sich die Laienrichter, die auch als Friedensrichter bezeichnet werden, mit geringfügigeren Fällen wie beispielsweise Verkehrsverstößen. Sie müssen nicht juristisch qualifiziert sein und arbeiten ehrenamtlich.

Laienrichter tagen in Teilzeit und werden normalerweise als einer von drei Richtern tätig, von denen einer ausgebildet ist und die Funktion des Vorsitzenden übernimmt; dieser leitet die Richterbank bei der Arbeit an und spricht für sie. Eine Richterbank wird von einem Gerichtsbediensteten unterstützt, der sie in Rechts- und Verfahrensfragen berät. Die Richter würdigen die Beweise in jedem Fall und gelangen zu einem Urteil. Falls ein Angeklagter für schuldig befunden wird oder sich schuldig bekennt, entscheiden sie über die angemessenste Strafe. Die Richter befassen sich mit den verhältnismäßig weniger schwerwiegenden Strafsachen wie geringfügigem Diebstahl, Sachbeschädigung, Verstößen gegen die öffentliche Ordnung und Verkehrsdelikten. Die Richter können sich auch mit einer Reihe von Fragen betreffend Familien und Kinder oder mit Lizenzanträgen von Bars, Gaststätten, Nachtclubs und Spielstätten befassen.

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3. Staatsanwälte

Die Generalstaatsanwaltschaft ist für die Überprüfung und gegebenenfalls die Verfolgung von Strafsachen in Gibraltar im Anschluss an die polizeilichen Ermittlungen zuständig. Sie berät auch die Polizei in Angelegenheiten im Zusammenhang mit Strafsachen. Neben dem Generalstaatsanwalt gibt es derzeit einen leitenden Kronanwalt und sechs Kronanwälte. Sämtliche Anklagen erfolgen im Namen des Generalstaatsanwalts.

Die Kronanwälte sind Beamte. Um für eine Anstellung in Frage zu kommen müssen die Bewerber Barristers sein, die als Anwalt in England und Wales zugelassen sind, oder in England und Wales zugelassene Solicitors. Vor der Aufnahme der Tätigkeit müssen sie außerdem als Anwalt in Gibraltar zugelassen sein. Sie müssen darüber hinaus Staatsbürger der Europäischen Union oder des Commonwealth sein.

Der Code for Crown Prosecutors

Obwohl der Code for Crown Prosecutors (Gesetz für Staatsanwälte) in England und Wales streng genommen nicht für Gibraltar gilt, tendiert die Generalstaatsanwaltschaft dazu, die darin aufgeführten Leitlinien bei Fallentscheidungen zu befolgen.

Die Entscheidung über die Weiterverfolgung eines Falls basiert auf zwei Prüfungen; der Beweisprüfung und der Prüfung bezüglich des öffentlichen Interesses.

Der Generalstaatsanwalt muss davon überzeugt sein, dass es genügend Beweise gibt, um eine realistische Aussicht auf die Verurteilung jedes Angeklagten bei jeder Anklage zu haben. Er muss erwägen, wie die Klagebeantwortung aussehen könnte und wie diese sich voraussichtlich auf die Anklage auswirken wird. Eine realistische Aussicht auf Verurteilung ist eine objektive Prüfung. Dies bedeutet, dass die Geschworenen oder die Richterbank, die gemäß dem Gesetz ordnungsgemäß belehrt wurden, den Angeklagten hinsichtlich der zur Last gelegten Anschuldigung eher verurteilen als freisprechen werden.

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Bei der Entscheidung darüber, ob es genügend Beweise für die Anklage gibt, muss der Generalstaatsanwalt abwägen, ob die Beweise verwendet werden können und verlässlich sind. Es wird viele Fälle geben, in denen die Beweise keinerlei Anlass zu Bedenken geben. Aber es wird auch Fälle geben, in denen die Beweise möglicherweise nicht so stark sind, wie es zuerst erscheint. Der Generalstaatsanwalt muss prüfen, ob die Beweise vor Gericht verwendet werden können – beispielsweise werden einige Beweise ausgeschlossen aufgrund der Art, auf die sie gesammelt wurden, oder aufgrund der Vorschrift gegen die Verwendung von Beweisen vom Hörensagen. Er muss auch entscheiden, ob die Beweise verlässlich sind.

Das öffentliche Interesse muss in jedem Fall geprüft werden, in dem es genügend Beweise gibt, um eine realistische Aussicht auf Verurteilung zu haben. Eine Anklage wird in der Regel erfolgen, es sei denn, es gibt Faktoren bezüglich des öffentlichen Interesses, die gegen eine Anklage sprechen und klar gegenüber denjenigen überwiegen, die für eine Anklage sprechen. Obwohl es möglicherweise Faktoren bezüglich des öffentlichen Interesses gibt, die gegen eine Anklage in einem bestimmten Fall sprechen, wird die Anklage häufig diejenigen Faktoren weiterverfolgen, die dem Gericht zur Abwägung vorgelegt werden, wenn ein Urteil ergeht.

Der Generalstaatsanwalt muss die Faktoren für und gegen eine Anklage sorgfältig und genau abwägen. Die Faktoren bezüglich des öffentlichen Interesses, die die Entscheidung zur Anklage beeinflussen können, hängen in der Regel von der Schwere des Vergehens oder den Verhältnissen des Verdächtigen ab. Einige Faktoren können die Notwendigkeit der Anklage erhöhen, aber andere können darauf hindeuten, dass eine andere Vorgehensweise besser wäre.

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Ernennungsverfahren

Freie Stellen für Kronanwälte werden normalerweise in der lokalen Presse ausgeschrieben. Die Bewerber müssen ein Bewerbungsformular ausfüllen, in dem die wichtigsten Kompetenzen oder Kriterien für die Stelle nachgewiesen werden. Die Bewerber, die diese Kriterien am besten erfüllen, werden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, wo ihre Eignung für die Ernennung weiter geprüft wird.

Arten von Staatsanwälten

Neben den Kronanwälten gibt es einen leitenden Kronanwalt. Der Generalstaatsanwalt von Gibraltar ist gemäß den Bedingungen der Verfassung von Gibraltar für alle Anklagen zuständig. Der leitende Kronanwalt und die Kronanwälte können den Generalstaatsanwalt in allen Anklagen vertreten. In einigen Fällen kann der Generalstaatsanwalt persönlich erscheinen.

Die derzeitigen Gehaltsspannen für Kronanwälte liegen zwischen £ 26.012 und £ 35.333.

4. Gerichtsbedienstete

Die Bediensteten und anderen Mitarbeiter an den Gerichten von Gibraltar sind Beamte ohne juristische Ausbildung, die sich mit Verwaltungsangelegenheiten befassen. Die Bediensteten stellen sicher, dass die Richter über die richtigen Unterlagen verfügen, die es ihnen ermöglichen, den Vorsitz über die Fälle vor Gericht zu führen, und stellen sämtliche sonstige administrative Unterstützung bereit, die die Richter benötigen.

Anderen Mitarbeitern des Gerichts werden spezifische Funktionen zugewiesen. Einige befassen sich mit der Auflistung oder Planung von Fällen, andere erledigen Schreibarbeiten und wieder andere pflegen den Kontakt mit Nutzern des Gerichts. Die Mitarbeiter des Gerichts können die Nutzer des Gerichts zwar über Gerichtsverfahren beraten, aber sie können keine Rechtsberatung geben und auch keine Empfehlungen dafür abgeben, welche Maßnahmen Prozessparteien ergreifen sollten.

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Als Beamte werden alle Mitarbeiter des Gerichts von der Regierung von Gibraltar beschäftigt, obwohl sie Anweisungen des Oberrichters von Gibraltar unterliegen.

5. Sheriffs

Wie oben erwähnt, ist das Amt des Sheriffs eine der Verantwortlichkeiten des Urkunds­beamten des Supreme Court.

Der Sheriff führt Pfändungsanordnungen (Vollstreckungsanweisungen zur Beitreibung von Schulden, wenn ein Urteil gegen den Schuldner ergangen ist) des Supreme Court aus sowie Verfügungen bezüglich des Besitzes und der Rückgabe von Waren. Falls Urteile des Supreme Court eine Zwangsvollstreckung erfordern, so sind die Sheriffs dafür zuständig.

Der Sheriff von Gibraltar kann auch Stellvertreter ernennen, die in seinem Namen handeln.

6. Gerichtsvollzieher

Der Gerichtsvollzieher ist ein Beamter, der sich mit der Vollstreckung von Urteilen und/oder Verfügungen, die am Supreme Court und am Court of First Instance erlassen und registriert werden, befasst. Als Beamter steht sein Posten allen Bürgern der Europäischen Union offen. Er setzt Vollstreckungsbefehle durch, nimmt Land mit Beschlagnahmeverfügungen wieder in Besitz und erlangt Waren im Rahmen von Verfügungen bezüglich der Rückgabe von Waren zurück. Die Verfahren für die Vollstreckung sind in den Vorschriften des Zivilprozessrechts aufgeführt. Darüber hinaus führt der Gerichtsvollzieher andere Aufgaben aus, einschließlich persönlicher Zustellung von Schriftstücken und Einlieferungsbefehlen. Der Gerichtsvollzieher vollstreckt außerdem Haftbefehle in Marineprozessen.

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Weitere Informationen

  • Vorschriften des Zivilprozessrechts English

7. Rechtsanwälte

Der Anwaltsberuf in Gibraltar besteht aus zwei getrennten Arten von Rechtsanwälten - Barristers und Solicitors. Die Rollen der Solicitors und Barristers verschmelzen jedoch miteinander, sodass tatsächlich jeder Rechtsanwalt als Solicitor und Barrister praktiziert. Im Privatsektor wird der Anwaltsberuf durch den General Council of the Bar (Organ der Standesvertretung der Barristers) geregelt.

Es besteht keine Verpflichtung, einen Rechtsanwalt um Rat zu ersuchen oder sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen. In einfachen Schuldfällen kann eine Prozesspartei es möglicherweise nicht als notwendig erachten, einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Als allgemeine Regel gilt jedoch Folgendes: Falls sich ein Anspruch auf eine Summe von über £ 5.000 bezieht und insbesondere falls es um einen Schadenersatzanspruch geht („Entschädigung“), empfiehlt es sich für eine Prozesspartei, einen Rechtsanwalt zumindest um Rat zu ersuchen.

a) Barristers

Ein Barrister ist ein Rechtsanwalt, der als Anwalt zugelassen wurde, um „vor Gericht zu plädieren“. Das bedeutet, dass er oder sie von den „Benchers“ (Vorstandsmitgliedern) einer der vier Inns of Court English(Innungen der Barristers in London - Middle Temple, Inner Temple, Gray’s Inn und Lincoln's Inn) als Anwalt zugelassen wurde und vor Gericht erscheinen darf, um den Fall eines Klienten vorzutragen. Nach Abschluss des Jurastudiums an der Universität muss der angehende Barrister die Inns of Court School of Law English(Rechtsakademie der Inns of Court) besuchen und die „Anwaltsprüfung“ bestehen. Die einjährige Lehrzeit, die in England und Wales obligatorisch ist, ist in Gibraltar nicht erforderlich.

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Aufgaben eines Barrister

Barristers sind individuelle spezialisierte Rechtsberater und Gerichtsanwälte. Sie können selbstständig sein, und während sie in England und Wales in Bürogemeinschaften tätig sind, die als Chambers bezeichnet werden, arbeiten die Barristers in Gibraltar aufgrund der Verschmelzung des Berufs in Unternehmen als Acting Solicitors. Die normale Praxis in jedem Unternehmen besteht für den Barrister darin, sich an den Kosten des Unternehmens zu beteiligen.

Barristers sind hauptsächlich für Plädoyers ausgebildet; mit anderen Worten, sie sind ausgebildet, um ihre Klienten bei allen Gerichten zu vertreten. Aber in Gibraltar verbringen die Barristers einen Großteil ihrer Zeit damit, sich mit Klienten zu treffen und diese zu beraten, sich mit allen Aspekten des Rechtsstreits zu befassen (von Schreiben vor dem Prozess bis hin zu Plädoyers und Erscheinen vor Gericht) und Fälle zu untersuchen. In Abhängigkeit vom gewählten Sachgebiet eines Barrister kann dieser sich beispielsweise auf Geschäftspraktiken anstatt auf Rechtsstreitigkeiten konzentrieren.

Erforderliche Qualifikationen eines Barrister

Jurastudenten in Gibraltar müssen immer noch ihre Anwaltsprüfung in England und Wales bestehen und dort als Anwalt zugelassen sein. Der Bar Vocational Course (BVC) ist die Phase der beruflichen Einweisung, die von den angehenden Barristers abgeschlossen werden muss. Es handelt sich um einen einjährigen, hauptsächlich praktischen Lehrgang, der eine spezifische Ausbildung für die Arbeit eines Junior Barrister liefern soll. Ein zweijähriger Teilzeitlehrgang wird derzeit nur an der Inns of Court Law School angeboten. Die Studenten werden ermuntert, an einer Reihe von Aktivitäten (einschließlich Scheinprozessen, Debatten und zusätzliche Minilehrzeiten) teilzunehmen, die ihnen bei der Entwicklung der notwendigen Fertigkeiten helfen werden, der BVC hilft bei der Vorbereitung auf die 12-monatige Lehrzeit (und darüber hinaus). Ein Großteil der Fertigkeiten wird durch die Beteiligung der Studenten und Rollenspiele, die Erstellung von Empfehlungsentwürfen, die Verhandlung von Lösungen für Rechtsprobleme und das Durcharbeiten von Gerichtsverfahren erworben.

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Barristers müssen selbstsicher in der Öffentlichkeit sprechen, schnell denken können und erfolgsorientiert sein. Der Bar Council nennt die folgenden Voraussetzungen:

  • Akademische Befähigung (gute Ergebnisse bei den Schulabschlussprüfungen („A“-Levels (Abitur) in England und Wales) und zumindest Upper Second Class Honours Degree)
  • Gute schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit
  • Rechnerische Fähigkeiten
  • Zwischenmenschliche Fähigkeiten
  • Persönliche Effizienz
  • IT-Fähigkeiten
  • Berufliche Verantwortung
  • Engagement in Bezug auf kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung
Queen’s Counsel (Anwalt der Krone)

Etwa 10 % der praktizierenden Barrister sind Queen’s Counsel (oder QCs) die, wenn der Monarch ein König ist, als King’s Counsel (oder KCs) bezeichnet werden. Der Rang des Queen’s Counsel ist traditionell ein Unterscheidungsmerkmal für Anwälte. Queen’s Counsel sind mit den bedeutendsten und komplexesten Fällen beschäftigt. Solicitors haben seit 1996 die Möglichkeit, Queen’s Counsel zu werden.

Verdienst von Barristers

Im Gegensatz zu Barristers in England und Wales erhalten Barristers in Gibraltar normalerweise ein festes Gehalt in ihrer Kanzlei. Dies ist nicht der Fall, wenn der Barrister als Selbstständiger tätig ist. Es wird normalerweise erwartet, dass Barristers, die in einer Kanzlei arbeiten, sich an den laufenden Kosten der Kanzlei beteiligen; die Höhe der Beteiligung kann je nach Kanzlei unterschiedlich sein. Ein gängiges Beispiel ist Folgendes: Es wird erwartet, dass ein Barrister, der ein jährliches Festgehalt verdient, das Dreifache seines Gehalts an Anwaltsgebühren für Klienten pro Jahr einbringt. Falls ein solcher Barrister seine „Zielvorgabe“ übersteigt, kann er einen Bonus erwarten, der einen Prozentsatz des Überschusses in Bezug auf seine „Zielvorgabe“ darstellen kann.

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Rechtsanwälte aus anderen Ländern der Europäischen Union, die in Gibraltar praktizieren

Die Richtlinie Nr. 98/5/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Erleichterung der ständigen Ausübung des Rechtsanwaltsberufs in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem die Qualifikation erworben wurde, ist in Gibraltar in Kraft.

b) Solicitors
Rolle eines Solicitor

Die Rolle eines Solicitor besteht in der Erteilung spezialisierter Rechtsberatung und Hilfe. Aufgrund der Verschmelzung der Berufe in Gibraltar überschneidet sich die Arbeit der Solicitors und Barristers jedoch erheblich.

Im Allgemeinen besteht die Arbeit eines Solicitor darin, den Klienten (Mitglieder der Öffentlichkeit, Unternehmen, ehrenamtlich tätige Einrichtungen, Wohltätigkeitsorganisationen usw.) qualifizierte Rechtsberatung und Vertretung zu bieten, einschließlich ihrer Vertretung vor Gericht. Die meisten Solicitors arbeiten in Privatkanzleien, die Sozietäten von Solicitors und Barristers darstellen, die den Klienten Dienstleistungen anbieten.

Solicitors (oder Acting Solicitors, falls der Rechtsanwalt ein Barrister ist) bieten normalerweise Rechtsberatung für Klienten. Falls diese Klienten dann vor den Gerichten von Gibraltar vertreten werden möchten, kann der Solicitor entweder in ihrem Namen auftreten oder einen Barrister beauftragen, den Fall vor Gericht zu vertreten. Ein Barrister ist nicht immer erforderlich, da die Solicitors in Gibraltar dieselben Rechte haben, vor den höheren Gerichten aufzutreten (das heißt, sie sind berechtigt, Klienten zu vertreten).

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Es gibt verschiedene Praxisbereiche innerhalb des Berufs des Solicitor:

  • Privatkanzleien

    Es gibt eine bedeutende Anzahl an Kanzleien in Gibraltar, die aus qualifizierten Solicitors und Barristers (als Acting Solicitors) bestehen. Ein Solicitor oder Acting Solicitor ist üblicherweise der erste Ansprechpartner für jemanden, der Rechtsberatung sucht. Kanzleien können sehr unterschiedlich strukturiert sein – von sehr großen Organisationen mit zehn bis fünfzehn Partnern bis hin zu kleinen Kanzleien, die aus nur einem selbstständigen Anwalt bestehen. Solicitors und Acting Solicitors bieten normalerweise eine allgemein ausgerichtete Kanzlei. Sie können Grundstücksübertragungen (Kauf und Verkauf von Häusern und Grundstücken) vornehmen, Schadenersatzansprüche prüfen, Menschen beraten und vor Gericht im Namen ihrer Klienten in Strafsachen vertreten oder sich mit Familienrecht und Sorgerechtsangelegenheiten sowie Scheidungen befassen. Sie machen auch Testamente und verwalten den Nachlass von Verstorbenen.

Solicitors und Acting Solicitors beraten häufig Unternehmen in Angelegenheiten wie Arbeitsrecht, Verträge und Gesellschaftsgründungen.

  • Spezialisierte Kanzleien

    Einige der größeren Kanzleien in Gibraltar können über spezialisierte Abteilungen verfügen, die sich mit den großen Unternehmens- und multinationalen Klienten befassen. Einige Kanzleien können auch Vertretungsbüros in den großen Finanz- und Wirtschaftszentren der Welt haben.

  • Kanzleien für Prozesskostenhilfe

    Viele Kanzleien verfügen über Anwälte, die bereit sind, Klienten auf der Grundlage von Prozesskostenhilfe in Zivil- und Strafsachen zu vertreten – das heißt, Klienten, die sich normalerweise keine Anwaltsgebühren leisten können. Die Arbeit im Rahmen von Prozesskostenhilfe kann äußerst vielfältig sein. Sie reicht von Scheidungsrecht und Körperverletzung bis hin zu Verbrechen.

  • Andere Kanzleiarten

    Nicht alle Solicitors arbeiten in Privatkanzleien. Solicitors können als interne Rechtsberater von Handels- oder Industrieorganisationen wie Banken arbeiten.
Qualifikationen

Die meisten Solicitors, die in Gibraltar praktizieren, haben ihre Ausbildung im Vereinigten Königreich absolviert. Dort erlässt die Law Society (Berufsverband der Solicitors) die Vorschriften für die juristische Ausbildung, die sicherstellen sollen, dass der Auszubildende eine gründliche und breite Ausbildung erhält.

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Ein angehender Solicitor muss keinen akademischen Rechtstitel besitzen. Wer einen akademischen Grad in einem anderen Fachgebiet als Recht besitzt, muss einen einjährigen Vollzeitkurs (oder einen zweijährigen Teilzeitkurs) absolvieren, der in die Common Professional Examination (CPE) oder das Postgraduierten-Diplom im Bereich Recht mündet. Diese Kurse liefern die Grundkenntnisse im Bereich Recht, die für die Qualifikation als Solicitor erforderlich sind. Nach Erwerb des akademischen Rechtsgrads, des Bestehens der CPE oder der Erlangung des Rechtsdiploms erfolgt die Teilnahme an einem Legal Practice Course (Kurs in Rechtspraxis), der die Berufsausbildung für Solicitors darstellt. Dieser Kurs dauert ein akademisches Jahr oder zwei Jahre, falls in Teilzeit studiert wird. Der Kurs lehrt die praktische Anwendung des Rechts auf die Bedürfnisse der Klienten und wird von einer Reihe verschiedener Colleges und Universitäten angeboten. Nach erfolgreichem Abschluss des Legal Practice Course (LPC) muss ein angehender Solicitor einen zweijährigen Ausbildungsvertrag mit einer Anwaltskanzlei oder einer anderen zugelassenen Organisation (wie einer Gebietskörperschaft oder der Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service)) abschließen und praktische Erfahrung in einer Vielzahl von Rechtsbereichen sammeln. In dieser Phase erhält ein auszubildender Solicitor ein Gehalt.

Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll, und jeder, der Solicitor werden möchte, muss sich über den geforderten Einsatz im Klaren sein.

Solicitors müssen über eine gute und umfassende schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit sowie über zwischenmenschliche Fähigkeiten verfügen. Sie müssen vorzugsweise logisch denken können und in der Lage sein, Themen sorgfältig zu untersuchen und Informationen klar und strukturiert zu präsentieren.

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Verdienst von Solicitors

Das Gehalt eines auszubildenden Solicitor oder eines Solicitor ohne Berufserfahrung liegt bei £ 12.000 bis £ 18.000.

Rechtsanwälte aus anderen Ländern der Europäischen Union, die in Gibraltar praktizieren

Die Richtlinie Nr. 98/5/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Erleichterung der ständigen Ausübung des Rechtsanwaltsberufs in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem die Qualifikation erworben wurde, ist in Gibraltar in Kraft.

Ein europäischer Rechtsanwalt, der ständig berufliche Aktivitäten unter der Berufsbezeichnung seines Heimatlandes in Gibraltar ausüben möchte, muss vom Oberrichter registriert werden.

Weitere Informationen

  • The Bar Council English
  • The Law Society English

8. Notare

Der Notar ist ein alter etablierter Beruf und gehört zum dritten und ältesten Zweig der Rechtsberufe im Vereinigten Königreich. Er oder sie ist üblicherweise ein Rechtsanwalt, der vom Erzbischof von Canterbury ernannt wird und der Regulierung durch den Court of Faculties (Amt des Erzbischofs von Canterbury), eines der ältesten Gerichte Englands, unterliegt. In Gibraltar werden alle Notare durch den Urkundsbeamten des Supreme Court registriert.

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Notare unterliegen ähnlichen Berufsregeln wie Solicitors und müssen ihre Erlaubnis zur Ausübung der Anwaltspraxis jährlich verlängern lassen. Dies können sie nur tun, wenn sie die Regeln eingehalten haben. Eine notarielle Ernennung ist eine persönliche Ernennung jedes einzelnen Notars.

Die Rolle der Notare in Gibraltar weitet sich aus. Die Nachfrage nach ihren Dienstleistungen nimmt sowohl für gewerbliche als auch für persönliche Zwecke zu. Dies ist auf die Erhöhung des europäischen und des weltweiten Handels sowie die verstärkte Mobilität von Personen zurückzuführen.

Qualifikation als Notar

Die Qualifikation als Notar steht jedermann offen, nicht nur Rechtsanwälten. Alle angehenden Notare sind vom Erzbischof von Canterbury zu ernennen, bevor sie durch den Urkundsbeamten des Supreme Court registriert werden können.

International anerkannte Rechtsstellung

Ein Notar besitzt ein Dienstsiegel. Mit der Unterschrift und dem Dienstsiegel eines Notars werden notarielle Urkunden als Nachweis eines verantwortlichen Rechtsbeamten in den meisten Ländern der Welt anerkannt.

Aufgaben eines Notars

Notare haben die folgenden Aufgaben:

  • Ausfertigung, Bescheinigung und Beglaubigung (zur Verwendung überall in der Welt) von Urkunden und anderen Dokumenten mit der Unterschrift und dem Dienstsiegel des Notars. Dies dient dazu, sie als Nachweis der von dem Notar bescheinigten oder bestätigten Angelegenheiten gegenüber den öffentlichen Behörden oder Justizbehörden in dem Land, in dem sie verwendet werden sollen, akzeptabel zu machen.
  • Ausstellung beglaubigter Abschriften von Urkunden, die ein Notar öffentlich vornimmt.
  • Abnahme von Eiden und Erklärungen zur Verwendung in Verfahren in Gibraltar und anderswo.
  • Niederschreiben oder Beglaubigung von Transaktionen im Zusammenhang mit Verhandlungsverfahren und Erstellung formaler Unterlagen im Zusammenhang mit Ereignissen auf Schiffsreisen und während der Navigation von Schiffen sowie während der Beförderung von Fracht auf Schiffen.

Weitere Informationen

  • The Notaries Society English

9. Qualifizierte Anwalts- und Notarmitarbeiter (Legal Executives)

Legal Executives müssen die berufliche Qualifikation im Fach Recht am Institute of Legal Executives (ILEX) in einem Bereich der Rechtspraxis auf demselben Niveau wie für die Solicitors gefordert erwerben. Sie müssen außerdem über mindestens fünfjährige Berufserfahrung unter der Aufsicht eines Solicitor in einer Kanzlei oder in der Rechtsabteilung eines Privatunternehmens oder der lokalen/nationalen Regierung verfügen. Die Fellows erhalten eine jährliche Erlaubnis zur Ausübung der Anwaltspraxis und nur Fellows des ILEX dürfen sich als „Legal Executives“ bezeichnen.

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Das ILEX ist die Berufsorganisation, die die Legal Executives und die auszubildenden Legal Executives vertritt und ihre Rolle und Stellung im Bereich der Rechtsberufe fördert. Es ist ein führender Anbieter einer umfassenden juristischen Ausbildung und hat Einfluss auf die Rechtsreform. Das ILEX wurde 1963 mit Unterstützung der Law Society gegründet. Die Managing Clerks' Association, aus der sich das ILEX entwickelte, erkannte, dass viele Nicht-Solicitor-Mitarbeiter, die auf Honorarbasis und im Management von Unternehmen tätig sind, einen Ausbildungsplan brauchten und wollten, der die Standards verbessern und ihnen die Anerkennung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten bringen würde. Die Anzahl und Vielfalt der Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, die das ILEX anbietet, hat sich erhöht, sodass das ILEX in der Lage ist, einen Ausbildungsplan für eine Rechtslaufbahn zu bieten, die allen offen steht.

Die Arbeit der Legal Executives

Die tägliche Arbeit von Legal Executives, die auf einen bestimmten Rechtsbereich spezialisiert sind, ähnelt der eines Solicitor. Sie haben keine unabhängigen Praxisrechte.

Sie arbeiten auf Honorarbasis - in Privatkanzleien wird ihre Arbeit den Klienten direkt in Rechnung gestellt – und leisten einen direkten Beitrag zum Einkommen einer Anwaltskanzlei. Dies ist ein wichtiger Unterschied zwischen Legal Executives und anderen Arten von juristischem Hilfspersonal, die eher routinemäßige Arbeiten erledigen.

Die Namen und die Stellung der Fellows können im Briefkopf der Solicitors stehen, bei denen sie beschäftigt sind.

Es gibt eine breite Palette von spezialisierten Aktivitäten, für deren Ausübung die Fellows des ILEX ausgebildet sind.

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Prozess

Derzeit können Legal Executives in Gibraltar bei der Vorbereitung von Zivil-, Straf- und Eheprozessen unterstützend tätig sein, sie haben jedoch kein Recht, vor Gericht aufzutreten, wie in England und Wales.

Sie können auch Berichte von Gutachtern erhalten, Plädoyers, Vorladungen und eidesstattliche Erklärungen im Verlauf von Gerichtsverfahren vorbereiten, beratend tätig sein und einschlägige Unterlagen, Beweise und Informationen im Rahmen von Klagen, die zur Verhandlung kommen, sammeln.

In Verfahren vor Schiedsgerichten (Tribunals), in Schlichtungsverfahren und bei öffentlichen Untersuchungen können sie Stellungnahmen zu den Fakten, zum Recht und zum Verfahren abgeben, damit der Fall der Prozesspartei vor das Gericht oder Tribunal gebracht werden kann.

Die berufliche Verantwortung nimmt mit der Erfahrung zu, und die Fellows des ILEX werden wahrscheinlich einer der Hauptansprechpartner für Klienten sein, die professionelle Rechtsberatung suchen. Die den Fellows verliehenen beruflichen Rechte umfassen die folgenden Bereiche:

  • Grundstücksübertragungen

    Legal Executives können beraten und Dokumente erstellen zum Verkauf oder Kauf von Grundstücken, einschließlich Verträgen, Übertragungen, Miet- oder Pachtverträgen und Grundschulden. Sie können auch zu Fragen von Titeln, Grunddienstbarkeiten, Grundschulden, Grenzen, Abwasserrechten und Wegerechten beraten und mit anderen Fachleuten, einschließlich konzessionierten Vermessern und konzessionierten Architekten, zusammenarbeiten.

  • Vermögensverwaltung, formelle Testamentsbestätigung und Nachlassverwaltung

    Sie können auch bei der Abfassung von Testamenten und anderen Urkunden, mit denen eine Vermögensverwaltung begründet wird, behilflich sein, Erfahrungen in Bezug auf die gerichtliche Testamentsbestätigung und die Anordnung der Nachlassverwaltung haben sowie über Kenntnisse hinsichtlich der Verfahren der Geschäftsstelle des Nachlassgerichts bei der Nachlassverwaltung verfügen.

  • Unternehmens- und Handelsrecht

    Manche Legal Executives erteilen Beratung in Bezug auf Gründung und Management von Unternehmen, erstellen die Satzung und den Gesellschaftsvertrag und beraten Direktoren, Geschäftsführer und sonstige Personen zu den Aufgaben in den Bereichen Management und Kontrolle. Sie können auch Beratung zum Recht in Bezug auf die Gründung und Verwaltung von Personengesellschaften sowie zu Konkurs und Insolvenz erteilen.

  • Kommunalverwaltung und Öffentliche Verwaltung

    Andere verfügen über Kenntnisse der Funktionen der öffentlichen Behörden oder des Rechts in Bezug auf Wohnungswesen, Bildung, Planung, öffentliche Gesundheit, Gemeinwohl und Verwaltungsrecht.
Vergütung

Die Bezahlung variiert je nach Art des Arbeitgebers, des Arbeitsplatzes, der Art der Arbeit und des Umfangs ihrer Fähigkeit, eigenständig zu arbeiten.

Weitere Informationen

  • Institute of Legal Executives English

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Zuletzt aktualisiert am 30-10-2006

 
  • Gemeinschaftsrecht
  • Internationales Recht

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  • Bulgarien
  • Republik Tschechien
  • Dänemark
  • Deutschland
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