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Beamte

Aufgaben der Beamten

Mit ihrer einzigartigen Aufgabenstellung und ihrem multikulturellen Arbeitsumfeld unterscheidet sich die Kommission von allen anderen Organisationen auf der Welt. Was auch immer Ihr Profil ist, die Arbeitsbereiche der Kommission sind so breit gestreut, dass Sie die passende Tätigkeit für sich finden dürften.

Die Beamten der Kommission, die ein breites Spektrum an Aufgaben erfüllen, sind drei Funktionsgruppen zugeordnet: Administration (AD), Assistenz (AST) und Sekretariatskräfte und Büroangestellte (AST/SC).

Als AD-Beamter können Sie eine entscheidende Rolle in den Verfahren der EU spielen, die mit der Rechtsetzung und Verteilung von Haushaltsmitteln zu tun haben - von der Koordinierung der Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten über Verhandlungen mit Drittländern bis zur Verwaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik und zur Sicherstellung der einheitlichen Auslegung und Umsetzung des EU-Rechts. In welchem Bereich Sie auch arbeiten, die Aufgaben der EU sind so vielfältig, dass Sie schon in der Anfangsphase Ihrer Laufbahn mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut werden können.

Als AST-Beamter können Sie eine wichtige Rolle bei der internen Verwaltung der Kommission spielen, vor allem in den Bereichen Haushalts- und Finanzplanung, Personalverwaltung, Datenverarbeitung oder Bibliotheksführung. Sie können auch an der Umsetzung der Politik in verschiedenen Tätigkeitsbereichen der EU mitwirken.

Sekretariatskräfte und Büroangestellte können eine wichtige Rolle spielen, indem sie für Sekretariats- und Büroarbeiten zuständig sind und für das effiziente Funktionieren einer Verwaltungseinheit sorgen.

Auswahlverfahren für Beamte

Beamte werden über allgemeine Auswahlverfahren ausgewählt, die vom Europäischen Amt für Personalauswahl (EPSO) veranstaltet werden. Das EPSO wählt Personal nicht nur für die Komission, sondern auch für alle anderen europäischen Organe aus. Die allgemeinen Auswahlverfahren werden im Amtsblatt veröffentlicht und auf der EPSO Webseiteangekündigt.

Die Auswahlverfahren umfassen Tests und Evaluierungsaufgaben, mit denen Ihre beruflichen Fähigkeiten und eine Reihe von Kernkompetenzen bewertet werden sollen. In der Regel dauert das vollständige Auswahlverfahren ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der Bekanntmachung 5-9 Monate. Den Zeitplan der laufenden und der geplanten Auswahlverfahren sowie einige Beispieltests finden Sie auf der EPSO-Website.

Für Posten der mittleren und höheren Führungsebene können spezielle Auswahlverfahren durchgeführt werden. Mehr dazu...

Um ein solches Auswahlverfahren, gleich welchen Niveaus, zu bestehen, müssen Sie fachliche Befähigung, Kenntnisse, Initiativgeist und Motivation unter Beweis stellen. Um in den Auswahlprozess einbezogen zu werden, müssen Sie natürlich zunächst die Zulassungskriterien (Qualifikation, Berufserfahrung usw.) eines bestimmten Auswahlverfahrens erfüllen, die im Amtsblatt veröffentlicht wurden.

Die Anforderungen entsprechen immer den Mindestanforderungen für die Funktionsgruppen "Assistenz" und "Administration" und "Sekretariatskräfte und Büroangestellte", die im Statut (Artikel 5 Absatz 3 )festgelegt sind, oder liegen darüber. Auf jeden Fall müssen Sie die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaats besitzen (zur Vorbereitung von EU-Erweiterungen können spezifische Ausnahmen gemacht werden), Ihren Verpflichtungen in Bezug auf die Wehrpflicht Genüge getan haben, gesundheitlich in der Lage sein, Ihre Aufgaben wahrzunehmen, über entsprechende charakterliche Voraussetzungen verfügen und eine EU-Amtssprache sehr gut und eine weitere zufriedenstellend beherrschen.

Anstellung als Beamter

Bewerber, die ein Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen haben, werden in eine Reserveliste aufgenommen, auf die die Organe und  bei Bedarf zurückgreifen. Diese Listen werden im Amtsblatt veröffentlicht Sobald sie auf einer Reserveliste stehen, können Kandidaten von jeder interessierten Dienststelle der Kommission in eine freie Stelle eingestellt werden.

Wenn Dienststellen der Kommission nach geeigneten Personen für eine freie Stelle suchen, prüfen sie zunächst interne Bewerbungen, bevor sie sich die Reservelisten vornehmen. Damit die verfügbaren Informationen stets aktuell sind, sollten Sie Ihren Lebenslauf über EU CV online eingeben (und regelmäßig auf den neusten Stand bringen).

Wenn Sie auf der Reserveliste stehen, werden Sie möglicherweise zu einem Vorstellungsgespräch in einem der EU-Organe eingeladen (z.B. Kommission).

Vor der förmlichen Anstellung haben Sie sich auch einer medizinischen Untersuchung beim ärztlichen Dienst der Kommission zu unterziehen.

Schließlich erhalten Sie ein förmliches Stellenangebot von der Generaldirektion HR mit der Bestätigung, dass Sie von der Kommission eingestellt wurden. Auf der Reserveliste zu stehen, ist allerdings keine Garantie dafür, dass Sie als Beamter eingestellt werden. Die Reservelisten von Auswahlverfahren für Generalisten haben eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr. Die Reservelisten für andere Profile sind länger gültig.

Laufbahn, Gehalt und Sozialleistungen

Laufbahn

Das Laufbahnsystem der Kommission basiert auf einer Gehaltstabelle, die 16 Besoldungsgruppen umfasst. In dieser Gehaltstabelle können AST-Beamte von Besoldungsgruppe 1 bis – Besoldungsgruppe 11, AST/SC-Beamte von Besoldungsgruppe 1 bis Besoldungsgruppe 6 und AD-Beamte von Besoldungsgruppe 5 bis zu Besoldungsgruppe 16 aufsteigen.

Allgemeine Auswahlverfahren werden in der Regel für spezifische Eingangsbesoldungsgruppen durchgeführt (AD 5 und AD 8, AST/SC und AST 3). Alle neuen Beamten werden in der Besoldungsgruppe eingestellt, die in der Bekanntmachung ihres Auswahlverfahrens angegeben wurde.

In jeder Besoldungsgruppe gibt es fünf "Dienstalterstufen": In diesen Stufen steigen Beamte mit zunehmendem Dienstalter in der Kommission automatisch auf. Bis sie in die nächste Besoldungsgruppe befördert werden oder die letzte Dienstalterstufe in ihrer Besoldungsgruppe erreicht haben, erreichen sie alle zwei Jahre eine höhere Stufe. In der höchsten Besoldungsgruppe (AD 16) gibt es nur drei Dienstalterstufen.

Bei der Einstellung werden Sie normalerweise in die erste Dienstalterstufe Ihrer Eingangsbesoldungsgruppe eingestuft. Ihre Berufserfahrung wird jedoch berücksichtigt, wenn sie die in der Bekanntmachung des Auswahlverfahrens verlangte Mindestdauer übersteigt, und das kann zu einer Einstufung in die zweite Dienstalterstufe der Besoldungsgruppe führen. Weitere Einzelheiten finden Sie in Artikel 32 des Statuts .

Sie beginnen Ihre Laufbahn in der Kommission als Beamter "auf Probe". Am Ende der neunmonatigen Probezeit wird ein Bericht über Ihre Leistungen erstellt. Wenn Sie die Probezeit erfolgreich abschließen, werden Sie zum Beamten ernannt. Wie bei allen anderen Beamten wird Ihre Leistung anschließend regelmäßig im Rahmen des jährlichen Beurteilungsverfahrens der Kommissionsbediensteten bewertet, das sich unmittelbar auf Ihre weitere Laufbahn, einschließlich der Beförderung in die nächsthöhere Besoldungsgruppe der Gehaltstabelle der Kommission, auswirkt.

Beamte, die ihre Laufbahn in der Kommission in der Funktionsgruppe "Assistenz" beginnen, können über das "Zertifizierungsverfahren" in die Funktionsgruppe "Administration" aufsteigen. Beamten, die ihr Potential, AD-Aufgaben wahrzunehmen, unter Beweis gestellt haben, ermöglicht dieses Verfahren, an einem obligatorischen Fortbildungsprogramm teilzunehmen und die entsprechenden Abschlussprüfungen abzulegen. Wenn sie diese bestehen, können sie sich auf AD-Stellen bewerben.

Bezüge und sonstige Sozialleistungen

Nachstehend finden Sie einen Überblick über unsere wichtigsten Sozialleistungen. Konkrete Einzelheiten können Sie dem Statut entnehmen.

Bezüge
Das Grundgehalt der Kommissionsbeamten reicht von rund 2 300 EUR monatlich bei einem neu eingestellten AST/SC-1-Beamten bis rund 16 000 EUR monatlich bei einem AD-16-Spitzenbeamten mit einem Dienstalter von über vier Jahren.
Jede Besoldungsgruppe umfasst fünf Dienstalterstufen, die jeweils Gehaltserhöhungen entsprechen. Die Grundgehälter werden entsprechend der Inflation und der Kaufkraftentwicklung in den EU-Mitgliedstaaten jährlich angepasst. Die vollständige Gehaltstabelle finden Sie im Statut (Artikel 66) .

Das monatliche Grundgehalt ist nur der Ausgangspunkt. Um Ihre genauen Bezüge festzustellen, müssen Sie die Zulagen hinzufügen, auf die Sie gegebenenfalls Anspruch haben, und die Sozialbeiträge (Pensionsbeitrag, Kranken- und Unfallversicherung) und sonstige Abgaben (Einkommensteuer und EU-Sonderabgabe) abziehen. Näheres finden Sie nachstehend.

Zulagen
Beamte, die Ihr Herkunftsland zur Aufnahme der Arbeit bei der Europäischen Kommission verlassen müssen, haben Anspruch auf eine Auslandszulage in Höhe von 16 % ihres Grundgehalts.

Je nach ihrer familiären Situation erhalten Kommissionsbeamte bestimmte Familienzulagen, insbesondere eine Haushaltszulage, eine Zulage für unterhaltsberechtigte Kinder, eine Erziehungs- und eine Vorschulzulage. Diese Zulagen können als Ausgleich für die Kosten der Versorgung einer Familie bei gleichzeitiger Arbeit für eine internationale Organisation dienen. Weitere Informationen im Statut (Artikel 62 bis 71 und Anhang VII ).

Ruhegehalt

EU-Beamte, die vor dem 1. Januar 2014 im Dienst waren, treten im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand, für EU-Beamte, die nach dem 1. Januar 2014 eingestellt wurden, liegt das Ruhestandsalter bei 66 Jahren. Aber es ist auch möglich, ab 58 mit gekürztem Ruhegehalt in den Vorruhestand zu treten, oder bis 67 oder ausnahmsweise bis 70 zu arbeiten.

Die Ruhegehälter werden als Prozentsatz des letzten Grundgehaltes gezahlt. Beamte erwerben jedes Jahr Ruhegehaltsansprüche in Höhe von 1,8 %. Der Höchstsatz des Ruhegehalts beläuft sich auf 70 % des letzten Grundgehalts. Weitere Informationen im Statut (Artikel 77 bis 84 und Anhang VIII ).

Die Beamten können beantragen, Ruhegehaltsansprüche aus früherer abhängiger oder selbständiger Tätigkeit zu übertragen. Entsprechen können sie auch bei der Europäischen Kommission erworbene Ruhegehaltsansprüche in einen anderen Pensionsfonds einbringen. Weitere Informationen im Statut (Artikel 11 bis 12 und Anhang VIII ).

Solange Sie im aktiven Dienst sind, beläuft sich Ihr Beitrag zum Ruhegehaltssystem auf 10,3 % Ihres Grundgehalts.

Krankenversicherung
Als Beamter der Europäischen Kommission sind Sie und Ihre Familienangehörigen dem Gemeinsamen Krankheitsfürsorgesystem der Europäischen Union angeschlossen, das für medizinische Ausgaben für die meisten Behandlungsarten einen Erstattungssatz von 80 % vorsieht. Dabei gelten bestimmte Höchstgrenzen. Außerdem sind Sie gegen Unfälle und Berufskrankheiten versichert.

Jeder Kommissionsbeamte leistet monatlich einen Beitrag von etwa 2 % seines Grundgehalts für das Krankenversicherungssystem.

Beamte haben sich ferner jährlich einer Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen. Weitere Informationen im Statut (Artikel 72 bis 76 ).

Steuern und Abgaben
Als Beamter im europäischen öffentlichen Dienst wird auf Ihr Gehalt keine nationale Einkommenssteuer erhoben. Stattdessen unterliegen diese unmittelbar einer Gemeinschaftssteuer, die direkt in den EU-Haushalt zurückfließt. Diese Steuer wird progressiv mit einem Satz von 8 % bis 45 % des anrechenbaren Anteils Ihres Gehalts erhoben. Von 2014 bis 2023 gibt es eine zusätzliche "Solidaritätsabgabe" (s. Artikel 66 des Statuts ).

Urlaub
Kommissionsbeamte haben Anspruch auf 24 Arbeitstage Jahresurlaub. Außerdem haben Sie gegebenenfalls einen Urlaubsanspruch für die Reisetage zwischen Ihrem Herkunftsland und Ihrem Dienstort. Zusätzlich zum Jahresurlaub gelten Bestimmungen für Sonderurlaub für Eheschließung, Umzug, Tod oder schwere Erkrankung von Angehörigen, Geburt usw. In Ausnahmefällen können Sie auch unbezahlten Urlaub aus persönlichen Gründen beantragen. Weitere Informationen im Statut (Artikel 57 bis 61 und Anhang V ).

Beruf und Privatleben vereinbaren
Mit Hilfe verschiedener Maßnahmen soll erreicht werden, dass die Arbeit für die Kommission ein gesundes berufliches, persönliches und familiäres Leben begünstigt. Dazu gehören vor allem Elternurlaub, Urlaub aus familiären Gründen, eine solide Infrastruktur für Kinderbetreuung und Schulen sowie moderne Arbeitsregelungen.

Viele dieser Maßnahmen wurden mit Inkrafttreten des neuen Statuts am 1. Mai 2004 eingeführt oder verbessert. So können Mütter 20 Wochen Mutterschaftsurlaub und Väter 10 Tage Vaterschaftsurlaub ohne Gehaltseinbuße in Anspruch nehmen. Zusätzlich besteht pro Kind die Möglichkeit eines sechsmonatigen Elternurlaubs  mit einer monatlichen Basisvergütung.

Weitere Informationen im Statut (Artikel 57 bis 61 und Anhänge IVa und V ).

Die Kommission verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz bezüglich aller Aspekte des Wohlbefindens am Arbeitsplatz: für Kommissionsbeamte und ihre Familien gibt es zahlreiche Freizeit-, Sport- und Kulturvereine, u.a. für Leichtathletik, Tanz, Theater, Kunst und Sprachaustausch.

 

 

Die Kommission, ein öffentlicher Dienst