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Ein unabdingbarer Dienst zum kleinen Preis

Da die EU sich zu sprachlicher Vielfalt verpflichtet hat, braucht sie Dolmetscher und Übersetzer. Dolmetscher stehen dabei in der vordersten Reihe. Dank ihrer Hilfe ist es möglich, dass direkte Verhandlungen zwischen den Ministern, Diplomaten und Experten der Mitgliedsstaaten geführt und Entscheidungen getroffen werden können, die das Funktionieren der EU erst ermöglichen. Die Übersetzer, die am schriftlichen Text arbeiten, sind nicht so sichtbar, ihre Aufgabe ist aber nichtsdestotrotz von vorrangiger Bedeutung.

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'Dolmetscher- und Übersetzungsarbeiten, die alle 23 Amtssprachen abdecken, kosten dem EU Bürger umgerechnet 2 € im Jahr. Dieses Geld ist gut angelegt', sagt Ian Andersen. 'Eine Möglichkeit auf die Europäische Union zu blicken, ist, sie in einem andauernden, vor fast 50 Jahren begonnenen, Verhandlungsprozess zu sehen. Die technischen oder politischen Aussagen jedes einzelnen Verhandlungspartners müssen von den anderen verstanden werden. Dabei kann nicht erwartet werden, dass Sachverständige, die sich in Bereichen wie z. B. Sicherheit oder Fischereiquoten auskennen, gleichzeitig fremdsprachliche Experten sind.'

Die Kommission beschäftigt 550 Dolmetscher und greift zusätzlich regelmäßig auf die Dienste von 2 800 freiberuflichen Dolmetschern zurück. Jeden Tag üben davon zwischen 300 und 400 ihre Tätigkeit in Brüssel oder anderswo aus.

Ian selbst beherrscht mehrere Sprachen und benutzt vier Sprachen in seiner Funktion als Leiter der Abteilung Kommunikation und Information: Französisch, Englisch und Italienisch sowie seine Muttersprache Dänisch. Wenn er nicht arbeitet, entspannt er sich an den meisten Sonntagen auf 15-20 km weiten Fahrradtouren, hört Musik oder liest.

'Manchmal werde ich gefragt, warum wir so viele Dolmetscher brauchen, wo doch die meisten Bürger Englisch sprechen und verstehen. Tatsächlich jedoch spricht die Hälfte der EU Bevölkerung kein Englisch. Die Union bleibt nach wie vor eine mehrsprachige Gemeinschaft.

Wir verwenden einige Tricks, um die Kosten gering zu halten. So werden Dolmetscher für weniger verbreitete Sprachen, wie z. B. Dänisch, manchmal gebeten, die Übersetzung in beide Richtungen – d. h. von und in die Hauptsprache - zu übernehmen. Es gibt aber auch 140 Dolmetscher, die nicht dänischer Herkunft sind und trotzdem direkt vom Dänischen in andere EU Sprachen übersetzen.'

Geboren 1956 in Kopenhagen, Dänemark
Tätigkeit: Abteilungsleiter im Dolmetscherdienst

Die Kommission, ein öffentlicher Dienst