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Eurobarometer 78: Die Belgier stellen hohe Erwartungen an die Europäische Union

14-03-2013

Eurobarometer  78: Die Belgier stellen hohe Erwartungen an die Europäische Union

Diese im Herbst 2012 in allen Mitgliedstaaten durchgeführte Umfrage zur öffentlichen Meinung wurde von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und koordiniert. 1031 zufällig ausgewählten Personen wurden folgende Fragen gestellt:

Was für europäische Bürgerinnen und Bürger sind die Belgier eigentlich? Welche Vorteile hat die europäische Bürgerschaft und welche Erwartungen werden daran geknüpft? Inwieweit wissen die Belgier über europäische Angelegenheiten Bescheid?

Die wichtigsten nationalen Ergebnisse der Befragung in Belgien sind positiv und paradox zugleich.

Zur ersten Frage geben über zwei Drittel (68 %) der Belgier an, dass sie sich als Bürger/-innen der Union fühlen (EU 27: 63 %). Doch nur eine Minderheit von ihnen erklärt, ihre Rechte als EU-Bürger zu kennen (44 %, EU 27: 45 %), obwohl viele von ihnen in Europa reisen.

66 % der belgischen Befragten (EU 27: 41 %) haben ein anderes EU-Land bereist. Damit steht Belgien an der Spitze der EU-Länder.

In politischer Hinsicht, gemeint sind zwei der größten Errungenschaften der Union — Frieden und Einheitswährung —, sieht die Meinungslage wie folgt aus: Trotz der durch die Wirtschaftskrise bedingten schwierigen Rahmenbedingungen wird der Euro weiterhin als positives Ergebnis der EU betrachtet.

Eigenartigerweise ist die Wertschätzung der Belgier für den Frieden ungeachtet der Tatsache deutlich (-12 Punkte) zurückgegangen, dass die EU den Friedensnobelpreis erhalten hat. 14 % der Belgier erklären spontan, dass für sie die EU nichts Positives bewirkt hat. Der Anteil der Belgier, die so denken, ist eindeutig größer geworden (+9 Punkte, EU 27: +1).

Die Belgier erwarten viel von der Europäischen Union, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht, sprich Krisenbekämpfung (54 %, EU 27: 49%). Gouvernance und Zusammenarbeit sind für 37 % der Belgier ebenfalls ein vorrangiges Anliegen. Damit plazieren sich die Belgier deutlich über dem europäischen Durchschnitt (28 %).

Was die Informationen zu europäischen Themen betrifft, so wird nach Auffassung der Belgier nicht genug über die EU gesprochen, sowohl auf Landesebene, als auch auf persönlicher Ebene (73 %, EU 27: 75% bzw. 67 % EU 27: 68%). Erstaunlich ist, dass nach Auffassung der Befragten das Informationsangebot „ausreichend“ ist, unabhängig vom Medienträger. Im Übrigen qualifiziert die Mehrheit der befragten Belgier das Informationsangebot der nationalen Medien als objektiv, ganz gleich welcher Medienträger. Hinsichtlich der Objektivität der Medien haben sich deutliche Einbußen ergeben — die Berichterstattung wird als zu positiv empfunden.

Die Hauptinformationsquelle für europäische Angelegenheiten ist für 54 % der Befragten mit eindeutigem Abstand das Fernsehen (EU 27: 58 %), gefolgt von der Presse (17 %, EU 27: 11 %), vom Rundfunk (8 %, EU 27: 7 % und vom Internet (12 %, EU 27: 12%). Die Tagesnachrichten im Fernsehen sind für die belgischen Staatsbürger weiterhin die wichtigste Informationsquelle europapolitischer Themen. Nahezu vier von zehn Belgiern sind überhaupt nicht vom Nutzen sozialer Netze als Medium für politische Informationen überzeugt. Damit belegen sie zusammen mit den Franzosen den ersten Rang der europäischen „Hitparade“ jener Befragten, die diese Auffassung teilen.

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