Die Universität Lüttich hat die Federführung bei einem originellen
Gemeinschaftsprojekt namens LUPA inne, wo rund zwanzig europäische
Veterinärmedizinhochschulen anhand der DNA von gesunden Rassehunden und Hunden
mit Krankheiten, wie sie auch beim Menschen auftreten – Krebs, Diabetes,
Epilepsie und Herz-Kreislauf-Störungen –, den genetischen Ursprung dieser
Krankheiten genauer erforschen.
Das im Januar 2008 angelaufene Projekt, an dem zwölf EU-Länder teilnehmen,
erhält zwölf Millionen Euro aus dem EU-Forschungshaushalt.
Die Forschungsergebnisse wurden am 21. Mai im Pressesaal des
Berlaymont-Gebäudes, dem Sitz der Europäischen Kommission, vorgestellt.
Auf der Pressekonferenz wurden noch weitere Projekte präsentiert,
beispielsweise eines aus dem Bereich der „virtuellen Humanphysiologie“. Ziel
dieses Projekts ist es, ausgehend von einem biologischen Modell in Verbindung
mit einer Computersimulation des menschlichen Körpers Krankheiten besser
vorherzusagen, zu diagnostizieren und zu behandeln.
Diese Innovation könnte einen entscheidenden Einfluss auf die künftige
Entwicklung des Gesundheitswesens, der Pharmaindustrie und der medizinischen
Geräte ausüben.
Das Projekt – ein Netz von Forschern, darunter auch Belgier – unter der
Federführung des University College in London wird mit 8 Millionen Euro aus den
Kassen der EU finanziert.
Ein weiteres interessantes Projekt ist „Smarthand“. Es hat die Entwicklung
einer künstlichen Handprothese zum Gegenstand, die alle Merkmale einer
natürlichen Hand aufweist. Erreicht werden soll dies durch den kombinierten
Einsatz von Biotechnologie und Informatik.
Bei einem weiteren Projekt – „LifeValve“ – geht es darum, eine „lebendige
Herzklappe“ zu entwickeln, die Kindern ohne chirurgischen Eingriff eingepflanzt
werden kann. Diese Klappe „wächst“ sozusagen mit dem Kind, so dass etwaige
künftige Eingriffe weitgehend vermieden werden können.
Im Europäischen Forschungsrahmenprogramm 2007–2013 sind sechs Milliarden
Euro für die Medizinforschung vorgesehen.
Bis dato wurden 534 Projekte in den Bereichen Biotechnologie, menschliches
Gehirn, Alterungsprozess, gängige Infektionskrankheiten, aber auch seltene
Krankheiten ausgewählt. Insgesamt wurden für solche Projekte rund 2,4
Milliarden Euro aus den EU-Fonds bereitgestellt. An den Projekten haben sich
556 kleine und mittlere Unternehmen beteiligt.