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Stimmungslage vor den Wahlen zum Europäischen Parlament: Österreicher mit gemischten Gefühlen
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14.02.2014

Einige Monate vor der EU-Wahl hält die relative Mehrheit der Österreicher die Mitgliedschaft in der EU für wichtig, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Nicht zuletzt im globalen Umfeld spielt die EU aus Sicht der Österreicher eine zentrale Rolle. Erfreulich ist der sehr hohe Bekanntheitsgrad der EU-Institutionen. Zentrales Thema ist nach wie vor die Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise auf EU-Ebene, wo die Befragten in Österreich mehr gemeinsame Maßnahmen auf EU-Ebene fordern. Allerdings sind nur noch 27 Prozent der Österreicher der Meinung, dass sich die EU in die richtige Richtung entwickelt. Vor allem im Bereich Bürokratie gibt es hier Vorbehalte. Das sind die zentralen Erkenntnisse aus dem Eurobarometer-Länderbericht für Österreich, der heute in Wien vorgestellt wurde.

    Im Bild v.l.n.r. Mag. Daniel Schönherr, Autor des Nationalen Eurobarometer-Berichts für Österreich und Mag. Richard Kühnel, Vertreter der EU-Kommission in Österreich - Fotocredit: Vertretung der Europ. Kommission in Österreich/APA-Fotoservice/Preiss

    Richard Kühnel, Vertreter der EU-Kommission in Österreich, sagte bei der Vorstellung: "Das Eurobarometer verdeutlicht, dass die Österreicherinnen und Österreicher die Anstrengungen der EU bei der Bekämpfung der Wirtschaftskrise zu schätzen wissen. Das zeigt die hohe Zustimmung zur Währungsunion und den gemeinsamen Maßnahmen gegen die Krise. Aber auch ganz praktische Errungenschaften, wie wegfallende Grenzkontrollen oder einfachere Geschäfte innerhalb der EU sind nach wie vor ein Begriff. Gleichzeitig müssen wir andere Entwicklungen ernst nehmen, vor allem in Bezug auf die Themen Bürokratie und Mitsprachemöglichkeit in der EU. In diesem Zusammenhang stellt die EU-Wahl eine zentrale Möglichkeit dar Europa mitzugestalten. Es wird maßgeblich vom neuen EU-Parlament und der neuen EU-Kommission abhängen, welche Impulse Europa in Zukunft setzen kann und wie sich die Union weiterentwickelt."

    Daniel Schönherr, Autor des nationalen Berichts für Österreich, ergänzte: "Die aktuelle Eurobarometer-Befragung zeigt, welch differenziertes Bild die Österreicherinnen Österreicher mittlerweile von der EU haben. Während einzelne Aspekte wie z.B. die Mitsprachemöglichkeiten nach wie vor kritisch gesehen werden, halten die Österreicherinnen und Österreicher die Mitgliedschaft in der EU gerade in Krisenzeiten auch für wichtig und notwendig."

    Das aktuelle Standard-Eurobarometer hat nach Assoziationen, Erwartungen und Wissenstand der EU gefragt. Demnach hält eine relative Mehrheit der Österreicher die Mitgliedschaft in der EU für wichtig, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Während 42% (+2 Pp.) der Aussage, das Land wäre ohne die EU besser für die Zukunft gerüstet, zustimmen, widersprechen ihr 48% (+2 Pp.). Die EU wird von den Österreichern als wichtiger Faktor für die Zukunft des Landes und seiner Interessen eingeschätzt, nicht zuletzt im globalen Umfeld. Dort - so 61% (-2 Pp.) der Österreicher - zähle die Stimme der EU, und insbesondere hinsichtlich der Globalisierung und ihrer Folgen vertrauen die Österreicher auf die EU. Dass Österreich nämlich allein mit den negativen Folgen der Globalisierung umgehen kann, glauben nur 35% (-6 Pp.). Zudem glaubt die Mehrheit der Österreicher nicht, dass das Land allein die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise bewältigen kann und fordert deshalb mehr Kooperation mit den anderen Mitgliedsstaaten: Rund drei Viertel sagen, die Länder innerhalb der EU werden (74%, +/-0 Pp.; EU28: 83%, -1 Pp.) und sollten (78%, -1 Pp.; EU28: 90%, +/-0 Pp.) infolge der Krise enger zusammenarbeiten.

    Dennoch sind nur noch 27% der Österreicher (+2 Pp.) der Meinung, dass die Dinge in der Europäischen Union derzeit in die richtige Richtung gehen. Wesentliches Kriterium für die Einstellung zur EU scheint die Einschätzung von Demokratie und Mitsprachemöglichkeit zu sein: während nämlich 73% der Österreicher (-1 Pp.) mit der Demokratie im eigenen Land zufrieden sind, sagen das nur 42% (-3 Pp.) in Bezug auf die Europäische Union, 54% (+3 Pp.). Allerdings ist das Vertrauen in die EU in Österreich im Vergleich zum Frühjahr 2013 gestiegen (39%, +4 Pp.) und höher als im EU-Durchschnitt (31%, +/-0 Pp.). Ein halbes Jahr vor den Europawahlen geben 95% (+1 Pp.) der
    Österreicher an, schon einmal etwas über das Europaparlament gehört oder gelesen zu haben. Auch die Europäische Kommission (94%, +2 Pp.; EU28: 82%, -1 Pp.) und die EZB (94%, +1 Pp.; EU28: 82%, -2 Pp.) sind in Österreich mittlerweile nahezu allen ein Begriff. 47% (-1 Pp.) der Österreicher blicken optimistisch in die Zukunft der EU, fast genauso viele (46%, +/-0 Pp.) pessimistisch. Im Schnitt aller EU28-Mitgliedsstaaten gibt knapp mehr als jeder zweite EU-Bürger (51%, +2 Pp.) an, optimistisch an die Zukunft der EU zu denken, 43% (-3 Pp.) sind pessimistisch.

    Die Umfrage zum Standard-Eurobarometer 80 wurde zwischen dem 2. und 17. November 2013 durchgeführt. In Österreich wurden 1.032 Personen und in Summe 27.829 Personen ab 15 Jahren in den 28 Mitgliedsstaaten persönlich befragt. Die Wahl zum Europäischen Parlament findet in Österreich am 25. Mai 2014 statt.

     

    Rückfragehinweis:


    Vertretung der EU-Kommission in Österreich
    Heinz-Rudolf Miko
    Pressesprecher
    Tel.: ++43 6767 90 80 45
    mailto:Heinz-Rudolf.Miko@ec.europa.eu

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    Letzte Aktualisierung: 14/02/2014  |Seitenanfang