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Jugendarbeitslosigkeit: Lehre und Praktikum nützlich, aber verbesserungswürdig
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04.07.2012

Die Europäische Kommission hat zum Thema Lehrstellen und Praktika zwei Studien durchführen lassen, die alle EU Mitgliedstaaten abdecken. Um jungen Menschen ein besseres Ausbildungsniveau sowie bessere Perspektiven zu bieten, empfehlen die Studien, beide Ausbildungsprogramme besser auf den Arbeitsmarkt und die Anforderungen der Wirtschaft auszurichten.

Richard Kühnel, Leiter der Vertretung der EU-Kommission in Österreich dazu: "Österreich ist in den Bereichen auf einem sehr guten Pfad. Das duale System wird von der Kommission europaweit als Vorbild gesehen. Um auch in Zukunft gute Resultate zu erzielen, muss Österreich jedoch noch verstärkt Maßnahmen bei Grundkompetenzen wie Lesen und Schreiben oder bei der Hochschulausbildung setzen".

    Jugendliche

    Die Ergebnisse der zwei Studien

    Die Studie zu Lehrstellen verdeutlicht den Handlungsbedarf. Neben dem Mangel an einheitlichen Qualitätsanforderungen für Ausbildungsprogramme, fehlt es oft auch an einem ausgewogenen Verhältnis zwischen spezifischen berufsbezogenen Fähigkeiten sowie allgemeinen Kenntnissen und Kompetenzen. Auch sind Sozialpartner – oder selbst die Auszubildenden - oft nicht ausreichend in Gestaltung und Durchführung von Lehrstellenprogrammen eingebunden.

    Auch die Studie zu Praktika zeigt einen deutlichen Handlungsbedarf auf. Neben dem Fehlen einer klaren Begriffsbestimmung für Praktika auf EU-Ebene, sind Praktika in vielen Mitgliedsstaaten oft nicht ausreichend in den Lehrplan eingebunden und werden erst nach Ausbildungsabschluss absolviert. Zusätzlich verdeutlicht die Studie, dass sowohl auf EU als auch auf nationalstaatlicher Ebene verstärkt Maßnahmen gesetzt werden müssen damit insbesondere im Bereich der KMU mehr Praktikumstellen angeboten werden. Des Weiteren sollten mehr Fördermittel für PraktikantenInnen zur Verfügung gestellt werden und die Vergabe von Praktika offenerer und transparenter gestaltet werden.

    Wofür werden die Ergebnisse der Studie verwendet?

    Die Ergebnisse der Studien werden in zwei Kommissionsmaßnahmen einfließen, die bis Ende 2012 ausgearbeitet werden sollen. Die erste Maßnahme ist ein Entwurf einer Empfehlung an den Rat bezüglich Jugendgarantien. Mit den Jugendgarantien soll gewährleistet werde, dass junge Menschen innerhalb von vier Monaten nach Verlassen der Schule entweder eine Arbeitsstelle oder einen Aus- bzw. Weiterbildungsplatz haben. Die zweite Maßnahme die nun aufgrund der Studie vorgelegt wird, behandelt Qualitätsrahmen für Praktika. 

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    Letzte Aktualisierung: 04/07/2012  |Seitenanfang