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EU-Strategie zur Bekämpfung des Menschenhandels
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19.06.2012

Hunderttausende Menschen fallen jedes Jahr in der EU dem Menschenhandel zum Opfer. Heute hat die Europäische Kommission die EU-Strategie zur Beseitigung des Menschenhandels (2012-2016) verabschiedet. Darin werden 40 neue Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels vorgeschlagen.

    Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für innere Angelegenheiten

    „Sklaverei findet man leider nicht nur in den Geschichtsbüchern. Es ist erschreckend, dass in unserer heutigen Zeit noch immer Menschen verkauft oder als Zwangsarbeiter oder  -prostituierte gehandelt werden“, so Cecilia Malmström, EU-Kommissarin für innere Angelegenheiten. „Mit unseren Maßnahmen möchten wir in erster Linie sicherstellen, dass die Opfer Unterstützung erhalten und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wenn wir noch weit davon entfernt sind: Unser oberstes Ziel muss es sein, dem Menschenhandel definitiv ein Ende zu bereiten."


    Was umfasst die EU-Strategie?

    Die Strategie umfasst Präventions- und Schutzmaßnahmen, Maßnahmen zur Unterstützung von Opfern, sowie die strafrechtliche Verfolgung der Täter.

    Zusätzlich setzt die Strategie Schwerpunktmaßnahmen in mehreren Kernbereichen:

    1. Einrichtung nationaler Strafverfolgungseinheiten im Bereich Menschenhandel

    2. Schaffung gemeinsamer Ermittlungsgruppen und Einbindung von Europol und Eurojust in alle grenzüberschreitenden Fälle von Menschenhandel

    3. Bereitstellung leicht verständlicher Informationen für die Opfer zu ihren Rechten auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten (v. a. zu ihrem Recht auf Unterstützung und medizinische Betreuung sowie auf Aufenthaltserlaubnis und zu ihren Arbeitnehmerrechten)

    4. Schaffung eines EU-Mechanismus zur besseren Erkennung und Verweisung sowie zum besseren Schutz und zur besseren Unterstützung der Opfer von Menschenhandel

    5. Einrichtung einer Europäischen Unternehmenskoalition zur Bekämpfung des Menschenhandels, um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und anderen Interessenvertretern zu verbessern.

    6. Gründung einer EU-Plattform, bestehend aus zivilgesellschaftlichen Organisationen und Dienstanbietern, die in den Mitgliedstaaten sowie in Drittländern im Bereich Opferschutz und -unterstützung tätig sind.

    7. Unterstützung von Forschungsprojekten, die sich mit dem Internet und sozialen Netzwerken befassen, da diese Instrumente von Menschenhändlern immer häufiger zur Anwerbung genutzt werden.

    Die neue Strategie kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Nach aktuellen Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) beläuft sich die Zahl der Opfer von Zwangsarbeit, einschließlich erzwungener sexueller Ausbeutung, weltweit auf 20,9 Millionen (davon etwa 5,5 Millionen Kinder). Die jährlichen Gewinne, die internationale Verbrecherorganisationen weltweit aus dem Menschenhandel erzielen, belaufen sich auf 25 Milliarden EUR.

    Menschenhandel in der EU

    Die neuesten Zahlen offenbaren, dass auch in der EU ein verstärkter Handlungsbedarf besteht. Drei Viertel der in den EU-Mitgliedstaaten ermittelten Opfer werden zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung verschleppt (76 %), andere sehen sich Zwangsarbeit (14 %) oder Bettelei (3 %) ausgesetzt.

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    Letzte Aktualisierung: 19/06/2012  |Seitenanfang