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JUVENES TRANSLATORES-Siegerin Sophie Insulander im "Haus der EU"
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17.02.2012

Der österreichischen Siegerin des Übersetzungswettbewerbs JUVENES TRANSLATORES Sophie Insulander wurde im „Haus der Europäischen Union“ ein herzlicher Empfang bereitet. Nach einer Laudatio des Leiters der Kommissionsvertretung Richard Kühnel und der Überreichung eines Geschenks ging es weiter zum Interview.

Die Preisverleihungszeremonie in Brüssel für die 27 Siegerinnen und Sieger aus allen EU-Mitgliedstaaten können Sie am Dienstag, dem 27. März 2012, live mitverfolgen. Sie wird per Webcast auf der Juvenes Translatores-Website übertragen.

    v.l.n.r.: Richard Kühnel, Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich; JUVENES TRANSLATORES-Siegerin Sophie Insulander

    Das Interview mit Sophie Insulander und ihrer Lehrerin Elisabeth Mayer führte Martina Prokesch-Predanovic von der Außenstelle der Generaldirektion Übersetzung (DGT).

    DGT: Sophie, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg! Wie ich aus Brüssel gehört habe, hast Du eine wirklich tolle Übersetzung geliefert. Wie war das eigentlich, als Dir diese gute Nachricht überbracht wurde?

    Sophie: Wir hatten Englisch an diesem Tag und Frau Professor Mayer ist in die Klasse gekommen und meinte: "Es gibt sehr gute Nachrichten, die Siegerin des Juvenes Translatores-Wettbewerbs sitzt in dieser Klasse!" Und dann hat sie gesagt, dass ich gewonnen habe und ich hab mich natürlich unglaublich gefreut! Am tollsten war das Bewusstsein, nach Brüssel fahren zu können. Ich konnte es den ganzen Tag irgendwie gar nicht glauben.

    DGT: Du hast vom Schwedischen ins Deutsche übersetzt und hast mir schon telefonisch gesagt, dass Du deshalb Schwedisch sprichst, weil Dein Vater aus Schweden stammt. Du hast mir auch gesagt, dass Deine Mutter aus Bulgarien kommt, dass Du aber nur ein bisschen Bulgarisch kannst. Warum sprichst Du Schwedisch eigentlich besser als Bulgarisch?

    Sophie: Da der Vater meiner Mutter Diplomat war und auch ein paar Jahre in Schweden gearbeitet hat, ist meine Mutter in Schweden in die Schule gegangen und hat dort Schwedisch gelernt. Das heißt, sie konnte schon Schwedisch, als sie meinen Vater getroffen hat und da war es die logische Konsequenz, dass man in der Familie Schwedisch spricht, vor allem, weil mein Vater nicht so ein Sprachentalent ist wie sie. Bulgarisch spreche ich manchmal mit meiner Mutter und mit meinen Verwandten in Bulgarien, die wir ziemlich oft besuchen, aber ich kann Schwedisch natürlich sehr viel besser als Bulgarisch. Als ich ganz klein war, haben wir übrigens in Deutschland gelebt. Ich bin immer vielsprachig aufgewachsen und finde das sehr schön.

    DGT: Hast Du auch in Schweden gelebt? Wie lange wohnst Du schon in Österreich bzw. in Wien?

    Sophie: In Schweden habe ich zwei Jahre gelebt, bis zum Alter von sechs Jahren. Dann sind wir nach Österreich gezogen. Das heißt, ich wohne jetzt schon seit mehr als 10 Jahren in Wien.

    DGT: Du lebst also gleichzeitig in mehreren Kulturen. Über welche Kultur weißt Du am meisten?

    Sophie: Eigentlich weiß ich durch meine Mutter und weil wir öfter in Bulgarien als in Schweden sind über die bulgarische Kultur mehr als über die schwedische. Und die österreichische Kultur bekomme ich natürlich automatisch mit, weil ich bereits den größten Teil meines Lebens in Österreich verbracht habe.

    DGT: In welcher Sprache träumst Du eigentlich?

    Sophie: Wenn meine Eltern oder mein Zuhause in dem Traum vorkommen, dann Schwedisch, wenn es um die Schule oder ähnliches geht, dann Deutsch.

    DGT: Frau Professor Mayer, haben Sie selbst die Teilnehmerinnen ihrer Schule für den Wettbewerb ausgewählt und wenn ja, wie ist das abgelaufen?

    Elisabeth Mayer: Es gibt in unserer Schule Schülerinnen und Schüler, die sich nicht nur für Sprachen interessieren, sondern sich auch durch ihr besonderes Engagement hervorheben. Diese spreche ich dann an und frage sie, ob sie nicht an dem Wettbewerb teilnehmen möchten.

    DGT: Was hat Sie dazu motiviert, Ihre Schule wieder zu dem Wettbewerb anzumelden? War es der Sieg Ihrer Schülerin Anna Novak, die die dritte Ausgabe des Juvenes Translatores-Wettbewerb in Österreich gewonnen hat?

    Elisabeth Mayer: Annas Sieg hat mich natürlich schon auch motiviert, aber ich hätte eigentlich nicht damit gerechnet, dass unsere Schule wieder gewinnt. Der Hauptgrund ist, dass ich die Schülerinnen und Schüler motivieren möchte, sich sprachlichen Herausforderungen außerhalb des Schulunterrichts zu stellen und zu zeigen, dass sie ihre Sprachkenntnisse auch praktisch anwenden können.

    DGT: Sophie, war das das erste Mal, dass Du schriftlich aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt hast?

    Sophie: Ja, das war meine erste schriftliche Schwedisch-Deutsch-Übersetzung. Ich habe mich eigentlich gar nicht speziell auf den Wettbewerb vorbereitet. Da wir das Motto der Texte – die Freiwilligentätigkeit - schon vorher wussten, konnten wir uns schon ein bisschen darauf einstellen.

    DGT: Weißt Du schon, was Du nach der Schule machen wirst? Möchtest Du einmal mit Sprachen arbeiten?

    Sophie: Ich bin relativ sicher, dass ich nach der Schule Archäologie studieren werde, aber sollte ich im Laufe des Studiums bemerken, dass es doch nicht das Richtige für mich ist, wären Sprachen mein "Plan B". Ich hoffe jedenfalls, dass mein vielsprachiger Hintergrund mir auch im Beruf hilft. Ich würde auch gerne während des Studiums ein Auslandssemester machen, das stelle ich mir sehr interessant vor.

    DGT: Heuer hat ja übrigens das Erasmus-Programm sein 25-jähriges Jubiläum. In welchem Land würdest Du Dein Auslandssemester gerne machen?

    Sophie: Das ist eine schwierige Frage. Es würde sich zum Beispiel England anbieten, weil es in Bezug auf Archäologie die besten Universitäten hat. Aber ich würde mein Spanisch auch unglaublich gerne praktisch anwenden, daher vielleicht auch Spanien, das ich sehr gerne mag. Auch Schweden käme in Frage. Ich denke, das werde ich dann im Laufe des Studiums entscheiden.

    DGT: Welche Hobbies hast Du?

    Sophie: Ich lese viel über Archäologie und schaue mir auch Sendungen dazu an. Diesen Sommer werde ich wahrscheinlich in Carnuntum Scherben waschen. Ich lese auch sonst sehr viel und bin sehr an Filmen interessiert, die sind eine große Leidenschaft von mir. Ich bin eigentlich kein großartig sportlicher Mensch, ich gehe tanzen und ich mache ein bisschen Kampfsport. Ich schreibe auch relativ gerne: Gedichte, kreative Sachen, Kurzgeschichten. Aber ich habe wegen der Schule nicht so viel Zeit dafür.

    DGT: Könntest Du Dir auch vorstellen, im Ausland zu arbeiten?v.l.n.r.: Sophie Insulander; Martina Prokesch-Predanovic; Elisabeth Mayer

    Sophie: Ja, in Österreich gibt es ja nicht so viel auszugraben. Die meisten Ausgrabungsstätten sind ja derzeit im Ausland.

    DGT: Wen nimmst Du mit nach Brüssel? Hast Du das schon entschieden?

    Sophie: Ja, ich nehme meinen Vater mit. Meine Mutter fliegt auch mit, aber nicht als offizielle Begleitperson.

    DGT: Frau Professor Mayer, seit letztem Jahr dürfen ja auch die Lehrkräfte mit nach Brüssel, deshalb sind Sie diesmal auch dabei. Waren Sie schon einmal in Brüssel?

    Elisabeth Mayer: Ja, privat, vor einigen Jahren, insgesamt eine Woche. Ich freue mich aber schon sehr auf die bevorstehende Brüsselreise, weil es ja auch ein Programm für die Lehrkräfte geben wird.

    DGT: Dann wünsche ich beiden eine schöne und spannende Brüssel Reise und bedanke mich herzlich für das Gespräch!

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    Letzte Aktualisierung: 17/02/2012  |Seitenanfang