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Aktives Altern: Österreicher zuversichtlich
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13.01.2012

Europas Bevölkerung wird älter. Eine neue Eurobarometer-Umfrage zeigt, welche Einstellungen die EuropäerInnen zum aktiven Altern haben. Zu Beginn des Europäischen Jahres 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen wird demnach deutlich, dass nur 42 % eine immer älter werdende Bevölkerung für besorgniserregend halten. Die Umfrageergebnisse liefern wichtige Hinweise zu weiteren Herausforderrungen und Verbesserungen.

    Aktives Altern - Paar am Strand
    Mag. Richard Kühnel, Leiter der Kommissionsvertretung in Österreich, sieht die Entwicklung  positiv: "Die Österreicherinnen und Österreicher sehen die Zukunft einer alternden Gesellschaft zuversichtlich. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass bereits viel in Sachen Aktivität und Einbindung im Alter getan wird. Das Europäische Jahr 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen wird Anstoß sein, die drängenden Fragen zur Alterung unserer Gesellschaft im Interesse aller – Jüngerer und Älterer – zu erörtern." 

    Die Umfrage zeigt, dass sich die Definitionen von „jung“ und „alt“ in den einzelnen Ländern erheblich unterscheiden. In Malta, Portugal und Schweden gelten Menschen unter 37 Jahren als jung, in Zypern und Griechenland dagegen Menschen bis zum 50. Lebensjahr. Für die Österreicher beginnt das "Altern" auch eher in jungen Jahren (ab 40 Jahren liegen die Antworten hier 3 bis 4 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt.)

    Was die Berufstätigkeit betrifft, so stimmt nur jeder dritte Europäer der Meinung zu, dass das offizielle Renteneintrittsalter bis 2030 angehoben werden muss, obwohl dies mittlerweile eine klare politische Priorität in vielen Mitgliedstaaten darstellt. Hohe Unterstützung (61 %) findet allerdings die Idee, den Beschäftigen auch nach Eintritt ins offizielle Rentenalter die Möglichkeit zu geben, weiterzuarbeiten. 53 % lehnen ein obligatorisches Renteneintrittsalter ab. Hier gibt es jedoch große Meinungsunterschiede von einem Mitgliedstaat zum anderen.

    "Besonders bemerkenswert ist, dass die Zustimmung zur Anhebung des Rentenalters mit 49% in Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt", ergänzt Richard Kühnel. Gleichzeitig sprechen sich aber weniger Menschen dafür aus, auch nach der Pensionierung noch zu arbeiten (-8 Prozentpunkte im Vergleich zum EU-Durchschnitt). Ähnlich wie die restlichen EuropäerInnen sehen die Menschen in der Alpenrepublik vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten im Alter, z.B. als Betreuer für die Enkelkinder (79%), als Betreuer für kranke und behinderte Familienangehörige (71%) als finanzielle Unterstützer in Familien (79%) oder ehrenamtlich tätige Menschen (67%). Das Ehrenamt hat in Österreich einen sehr guten Stand. So gaben 46% an, ehrenamtlich tätig zu sein, in der Altersgruppe 55+ waren es sogar 49%. Weiterhin positiv bewerteten die ÖsterreicherInnen eine altersgerechte Wohngegend (73% im Gegensatz zu 67% in der EU).

    Erhöhten Verbesserungsbedarf sehen die Menschen in Österreich bei der altersgerechten Gestaltung öffentlicher Gebäude (25% im Gegensatz zu 15% in der EU) und im Verkehrsbereich (34% im gegenüber 31%). Eine Einbindung in gesellschaftliche Beschäftigung im Alter verbinden die ÖsterreicherInnen stärker mit monetären bzw. beruflichen Anreizen als der EU-Durchschnitt. So sprechen sich 56% (+23 Prozentpunkte zum EU-Durchschnitt) für eine Anrechnung von Pensionszeiten für die Zeit der Pflegebetreuung aus. 52% (+8 Prozentpunkte) sehen eine finanzielle Vergütung für die geleistete Pflegearbeit als nützlich an. Und 23% (+8 Prozentpunkte) befürworten einen Anspruch auf Jahresurlaub sowie eine staatlich bezahlte Pflegevertretung für die Zeit des Urlaubs.
    Die Umfrage wurde von September bis November 2011 durchgeführt. Insgesamt wurden in Österreich 1.032 Menschen interviewt. Die Eurobarometer geben Auskunft über die Meinung der EuropäerInnen zu  aktuellen Herausforderungen in der Europäischen Union (regelmäßige Frühjahrs- und Herbsterhebung) sowie zu speziell ausgewählten Themen (die so genannten Flash oder Special Eurobarometer).

    Mit dem Europäischen Jahr 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen soll einerseits das Bewusstsein für den Beitrag älterer Menschen zur Gesellschaft geschärft, andererseits sollen auch Maßnahmen gefördert werden, die bessere Voraussetzungen dafür schaffen, dass ältere Menschen aktiv bleiben können. Das Europäische Jahr 2012 umfasst drei Aspekte der Aktivität im Alter: "Aktives Altern in der Erwerbstätigkeit"; "Teilhabe am gesellschaftlichen Leben" sowie "Unabhängiges Leben".

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    Letzte Aktualisierung: 13/01/2012  |Seitenanfang