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Glückwünsche für JUVENES TRANSLATORES-Sieger Pavel Brezina
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28.02.2011

Pavel Brezina, der österreichische Sieger des Übersetzungswettbewerbs JUVENES TRANSLATORES wurde im „Haus der Europäischen Union“ herzlich begrüßt und beglückwünscht. Nach Überreichung eines Geschenkes durch Richard Kühnel, den Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, ging es zum Interview.

    Richard Kühnel und Juvenes Translatores-Sieger Pavel Brezina

    Die Preisverleihungszeremonie in Brüssel für die 27 Siegerinnen und Sieger aus allen EU-Mitgliedstaaten können Sie am Donnerstag, dem 7. April 2011, live über einen Webstreaming-Link auf der Juvenes Translatores-Website mitverfolgen.

    Interview:

     

    Das Interview mit Pavel Brezina und seinem Lehrer, Johannes Langer, führte Martina Prokesch-Predanovic, Außenstelle der Generaldirektion Übersetzung (DGT)

     

    DGT: Pavel, herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg! Wer hat Dir die Nachricht Deines Sieges überbracht und wie hast Du darauf reagiert?

    Pavel: Die Frau Direktor. Sie ist vor einer Biologiestunde hereingekommen und hat verkündet, dass sie uns etwas Erfreuliches mitteilen muss. Ich hab natürlich gar nicht gewusst, worum es geht, und dann hat sie gesagt, dass es einen Wettbewerb gab und ein bisschen geheimnisvoll getan und dann, dass ich den für ganz Österreich gewonnen hab. Das war natürlich eine schöne Überraschung!

    DGT: Herr Professor Langer, hätten Sie gedacht, dass Pavel so gut abschneidet?

    Langer: Das hab ich mir schon vorgestellt. Aber die Wahrscheinlichkeit österreichweit zu siegen ist natürlich objektiv gesehen schon gering - und dann ist es der Pavel! Das ist schon toll! Eine schöne Überraschung, aber er ist wirklich ein sehr guter Schüler und es wundert mich nicht, dass er gewonnen hat.

    DGT: Pavel, Du hast vom Deutschen ins Tschechische übersetzt, das zeigt, dass Du Dich in der tschechischen Sprache sehr sicher fühlst. Sprichst Du auch in der Schule nur Tschechisch?

    Pavel: In der Schule ist es so: Die Sprachen werden in den Sprachen selbst unterrichtet, aber die meisten Fächer sind so angelegt, dass die Bücher auf Deutsch sind und die Lehrer alles auf Tschechisch oder Slowakisch erklären. Unsere Schule ist wirklich bilingual, da kommt beides rüber. Und ich hab jetzt vom Deutschen ins Tschechische übersetzt, weil Tschechisch doch meine Muttersprache ist und weil ich glaube, dass das Gefühl für Tschechisch bei mir schon besser ist als das für Deutsch.

    DGT: Welche Sprachen sprichst bzw. lernst Du noch?

    Pavel: Naja, also das Tschechische und das Slowakische sind sich sehr ähnlich. Die Grammatik ist zwar verschieden, aber im Mündlichen sind das zwei sehr ähnliche Sprachen. Ich würde nicht behaupten, dass ich wirklich Slowakisch kann, aber die Slowaken verstehen alles Tschechische und die Tschechen verstehen alles Slowakische. Dann spreche ich natürlich Deutsch und Englisch. Früher hab ich einmal mit Russisch angefangen und jetzt mach ich seit der Oberstufe Französisch.

    DGT: Herr Professor, welche Fächer unterrichten Sie und in welchen Sprachen unterrichten Sie diese?

    Langer: Also ich hab Deutsch und das unterrichte ich auf Deutsch. Ich kann zwar auch Tschechisch, aber natürlich nicht in der Perfektion wie der Pavel. Aber es hilft mir, auch Fehler zu verstehen, die Tschechen und Slowaken machen, oder grammatische Probleme zu erkennen und darauf einzugehen. Und dann hab ich noch Musik als zweites Fach und das unterrichte ich vorwiegend auch auf Deutsch und nur in den Klassen, die nicht so gut Deutsch können, auf Tschechisch.

    DGT: Wie haben Sie Tschechisch gelernt?

    Langer: Ich hab es selbst gelernt, mit einem alten Sprachbuch aus den 60er-Jahren, in dem etwas alte Formulierungen drinnen sind. Als ich das erste Mal in Tschechien das Tschechisch verwendete, das ich mir selbst beigebracht hatte, da sagten die Leute "Ups, was war denn das, wieso spricht denn der so komisch?"

    DGT: Sie konnten aber schon Tschechisch, bevor Sie an dieser Schule zu unterrichten begonnen haben?

    Langer: Ja, also ich hab das zuerst einmal für mich gelernt, weil ich mich für Sprachen grundsätzlich sehr interessiere und vor allem einmal die Sprachen der Nachbarländer lernen wollte. Zur Zeit lerne ich zum Beispiel gerade Ungarisch. Fremdsprachen sind aber auch ein sehr interessantes Hobby, das einem immer wieder eine neue Welt eröffnet. Dann hab ich drei Jahre in Prag gelebt. Ich bin mit einem schlechten mündlichen Tschechisch hingekommen, ich konnte nicht viel sprechen, aber ich konnte schon ganz gut lesen. Dann hab ich das alles nachgeholt.

    DGT: Pavel, übersetzt Du im Unterricht auch oft, oder war das das erste Mal, dass Du etwas übersetzt hast?

    Pavel: Gerade im Deutschunterricht übersetzen wir oft, weil Tschechisch oder Slowakisch die Ausgangssprachen der meisten Schüler sind. Also war es nicht meine erste Übersetzung, aber das erste Mal, dass ich für einen Wettbewerb übersetzt habe.

    DGT: Pavel, weißt Du schon, was Du nach der Matura machen wirst?

    Pavel: Ja, schon, ich hab mich jetzt für Jus angemeldet und ich werde mich wahrscheinlich auch an der Wirtschaftsuni anmelden. Ich glaube, für die Wirtschaft sind Sprachen auch sehr interessant.

    DGT: Könntest Du Dir vorstellen, im Ausland zu arbeiten?

    Pavel: Ja, schon, ich hab schon jetzt geplant, während meiner Studienzeit irgendwann im ersten Abschnitt für ein Semester in ein englischsprachiges Land zu gehen und im zweiten Abschnitt auch irgendwo ein Jahr zu verbringen, wo man Französisch spricht. Ich bin eigentlich für alles offen. Ich bin ja so eine Art „Zwischenbürger“ zwischen Tschechien und Österreich, weil doch alle meine Verwandten in Tschechien sind und ich oft hin- und herreise. Also kann ich mir sehr gut vorstellen, irgendwo im Ausland zu leben und zu arbeiten.

    DGT: Heuer dürfen auch die Lehrkräfte mit nach Brüssel und Herr Professor Langer, Sie werden Pavel ja begleiten. Du darfst aber noch jemanden mitnehmen, Pavel. Wer wird das sein?

    Pavel: Mein Vater, weil meine Mutter bei meinem kleinen Bruder bleiben möchte.

    DGT: Warst Du schon einmal in Brüssel?

    Pavel: Ich nicht, aber der Herr Professor war schon da, der wird mich dann dort herumführen und mir zeigen, was interessant ist.

    DGT: Dann wünsche ich beiden noch einen schönen Aufenthalt in Brüssel und bedanke mich herzlich für das Gespräch!

    Richard Kühnel, Pavel Brezina, Martina Prokesch-Predanovic 

     

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    Letzte Aktualisierung: 28/02/2011  |Seitenanfang