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50 Jahre Praktikantenprogramm der Europäischen Kommission
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23.12.2010

Die Bewerbungsphase (3.-31.1.2011) für das Oktoberpraktikum 2011 ist eröffnet

"Was haben König Mohammed VI von Marokko, Mario Monti, und Obamas Wirtschaftsberater Michael Froman gemeinsam?“ Sie alle waren im Praktikantenprogramm der Europäischen Kommission.
Über 40.000 junge Menschen haben bisher an diesem Programm teilgenommen und so einen spannenden Einblick in die Europapolitik erhalten. Im Interview der derzeitige Blue Book Stagiaire der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich Stefan Diederich.

    Blue Book Stagiare Stefan Diederich

    Stefan, wie bist du auf das Praktikantenprogramm der Europäischen Kommission aufmerksam geworden und wie hast du dich beworben?

    Schon seit dem Beginn meines Doppelmasterprogramms in European Studies habe ich mir vorgenommen, ein Praktikum in einer der europäischen Institutionen zu absolvieren. Wenn man Europapolitik studiert, dann muss man auch sehen, wie sie in der Praxis funktioniert. Durch Recherche im Internet bin ich dann auf "Le Stage" bei der Europäischen Kommission aufmerksam geworden. Also habe ich mich im März 2010 beworben und war sehr erfreut als ich im August eine Zusage bekommen habe. Dabei wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte nach Wien zu gehen. Nachdem ich mit dem Verantwortlichen in Wien über meine Arbeit gesprochen und mir auch das schöne Wien vor Augen geführt hatte, war ich so begeistert, dass ich den ersten Arbeitstag kaum erwarten konnte.

    Welche speziellen Bedingungen werden verlangt für ein Praktikum bei der Europäischen Kommission?

    Die Bedingungen sind im Bewerbungsprozess für alle Bewerber gleich. Man muss ein erstes abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen. Die Angehörigen von EU-Mitgliedsstaaten müssen zudem zwei der offiziellen Amtssprachen der Europäischen Union sprechen, wobei mindestens eine der Sprachen Deutsch, Englisch oder Französisch sein muss. Darüber hinaus ist es ganz gleich was man studiert hat. Ich selbst habe in meinem ersten Studium Medienmanagement mit dem Schwerpunkten Journalismus und politische Kommunikation studiert sowie ein Volontariat abgeschlossen. Aber während der ersten Woche in Brüssel, bei der „Welcome Conference“ habe ich Anthropologen, Humanmediziner, Ingenieure, Juristen, Physiker, Politologen, Sprachwissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftler kennengelernt. Man sieht also, dass es hier einen Platz für alle wissenschaftlichen Disziplinen gibt.

    Warum Brüssel - ich denke du bist in Wien - und was ist die „Welcome Conference“?

    In der ersten Woche kommen alle Stagiaires zu einer „Welcome Conference“ in Brüssel zusammen. Dort lernt man sich untereinander kennen und nimmt an einer zweitägigen Konferenz teil, die sich vor allem mit den Aufgaben und Zielen der Europäischen Union beschäftigt. Es war ein tolles Gefühl mit ca. 600 Praktikanten gemeinsam über unsere Zeit bei der Kommission und Europa zu reden und zu diskutieren. Zudem war ich besonders überrascht wie international es war. Nicht nur junge Menschen aus den 27 Mitgliedsstaaten waren da, sondern aus allen Teilen der Welt. So meldete sich ein junger Herr im gelben Hemd zu Wort, als gefragt wurde ob es auch Leute von Mittelamerika gib mit dem typisch jamaikanischen „Yaman!!! I`m from Jamaica“.

    Für wen arbeitest du in der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien und was sind deine Aufgaben?

    An erster Stelle arbeite ich für Europa, da ich fest davon überzeugt bin, dass mit einem mehr an Europa eine bessere Zukunft sowohl für die Menschen innerhalb der Europäischen Union als auch außerhalb der Europäischen Union gefördert wird.

    In der Vertretung bin ich Teil des Presseteams und arbeite unter der Leitung der Pressesprecherin Frau Annemarie Huber. Dabei beginnt ein normaler Arbeitstag für mich mit einer Inhaltsanalyse der österreichischen Tageszeitungen. Danach nehme ich am 10 Uhr Meeting teil. Dieses Meeting ist ein ganz besonderes, da alle Vertretungen aus den Mitgliedsstaaten live nach Brüssel zugeschaltet werden und man gemeinsam die Agenda für den Tag bespricht und diskutiert. Zudem arbeite ich tagsüber an Anfragen von Journalisten, die über EU-Themen berichten. Wenn wir Besuch von einem der Kommissare oder hohe Beamten bekommen, dann erstelle ich Hintergrundinformationen zu relevanten Themen. Da sich diese Schwerpunkte ständig verändern kann man schon an dieser Stelle erkennen, dass alles sehr abwechslungsreich ist. Besonders interessant war für mich zudem die Teilnahme an dem Treffen der Jurymitglieder für den europäischen Journalistenpreis 2010, den die Europäische Kommission ausgeschrieben hat

    Daneben arbeite ich an einem Projekt, welches mir der Leiter der Vertretung Herr Magister Kühnel übertragen hat. Dabei geht es um das Web 2.0. Mehr möchte ich aber an dieser Stelle noch nicht verraten – wer aber regelmäßig auf unsere Homepage geht, der wird auch bald davon erfahren.

    Wie soll es für dich weiter gehen?

    Im Februar werde ich mein Praktikum beenden und nach Berlin zurückkehren, um dort meine Masterarbeit fertig zu stellen. Was ich danach machen werde, kann ich gegenwärtig noch nicht sagen, da ich mich gerade im Bewerbungsprozess befinde. Ich denke aber, dass ich auf jeden Fall, durch die eine oder andere Weise mit der Europäischen Kommission verbunden bleibe – egal ob auf arbeitstechnischen oder akademischen Wege.

    Was ist dein bisheriges Fazit, du bist nun schon seit knapp drei Monaten hier?

    Es läuft alles prima in der Vertretung und ich bin sehr zufrieden. Als Zwischenfazit kann ich nur jedem empfehlen diese faszinierende Möglichkeit zu nutzen und Europa hautnah mitzuerleben und aktiv mitzugestalten. Neben den spannenden Aufgaben kann man zudem täglich seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern und sicherlich ist eine solche Erfahrung auch nützlich für die weitere berufliche Orientierung. Wenn sich jetzt also die bzw. der ein oder andere für ein solches "Stage" begeistert, dann sollte er einfach die Bewerbung ausfüllen. Wer dazu noch Fragen hat, der kann mich jederzeit per E-Mail (stefan.diederich@ext.ec.europa.eu) oder telefonisch (+43-1-516.18.317) kontaktieren. Auch ein persönliches Treffen im Haus der Europäischen Union in der Wipplingerstraße 35 ist jederzeit möglich.

    Abschließend wünsche ich natürlich allen Österreicherinnen und Österreichern ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2011.

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    Letzte Aktualisierung: 08/02/2011  |Seitenanfang