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G8-Gipfel in L'Aquila – Schweres Gepäck
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06.07.2009

Mit einem Rucksack voll drängender Themen fährt Kommissionspräsident Barroso nach Italien, um mit den Staats- und Regierungschefs der G8-Länder Antworten auf die aktuellen globalen Herausforderungen zu finden. Bei seiner Pressekonferenz im Vorfeld des Gipfels hat Barroso klargemacht, wofür er steht.

    Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Rednerpult

    Gemeinsam mit den Regierungschefs Schwedens, der vier europäischen G8-Mitglieder (Deutschland, Frankreich, Italien und Vereinigtes Königreich) sowie der Vereinigten Staaten, Russlands, Kanadas und Japans wird sich Präsident Barroso vom 8. bis 10. Juli in L'Aquila treffen. Auf der Tagesordnung stehen Themen größter Dringlichkeit.

    Fragen zu Weltwirtschaft, Handel, Klimaschutz, Energieversorgung, Ernährungssicherheit und Entwicklungszusammenarbeit mit Schwerpunkt Afrika warten darauf beantwortet zu werden. Vor allem dem Klimaschutz wird eine wichtige Rolle eingeräumt.

    Präsident Barroso wird sich bei dem Gipfeltreffen für die Forderung von Wissenschaftlern stark machen, wonach die Erderwärmung nicht mehr als 2°C betragen darf. Deshalb muss es das erklärte Ziel bleiben, die weltweiten Emissionen bis 2050 um mindestens 50% zu senken. Für die Industrieländer bedeutet das eine Reduzierung der Emissionen um 80%. Wie dies im Detail erreicht werden kann, darüber muss noch verhandelt werden.

    Aber angefangen werden soll mit der Verminderung des CO2-Ausstoßes. Dabei stehen nicht nur die Industriestaaten in der Pflicht, sondern auch wichtige Schwellenländer müssen von sich aus aktiv werden. Der Kampf gegen die Erderwärmung kann nur ein gemeinsamer sein. Zudem sind es die Entwicklungsländer, die die dramatischen Folgen des Klimawandels am schnellsten spüren.

    "Den Menschen in den Mittelpunkt des politischen Handelns rücken." Mit diesem Appell wird Barroso die Regierungen auffordern, eine Sozial- und Beschäftigungspolitik zu entwerfen, die sozialen Schutz bietet und Arbeitsplätze sichert. Gleichzeitig muss sie dem Ziel der Konjunkturbelebung und der Schaffung einer neuen und gerechten, weltweiten Finanz- und Wirtschaftsordnung nützen. Barroso wird sich auch gegen protektionistische Maßnahmen in den Handels- und Investitionsbeziehungen aussprechen. Diese sind vor allem in Zeiten der Weltwirtschaftskrise kein geeignetes Mittel zu mehr wirtschaftlichem Aufschwung.

    Der diesjährige G8-Gipfel soll nicht nur eine Reihe von Antworten liefern, er muss auch Brücken zu laufenden Prozessen bauen, wie zur UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen und zum G20-Gipfel im September in Pittsburgh. Kein leichter Rucksack, den unsere Politiker tragen müssen.

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    Letzte Aktualisierung: 30/10/2010  |Seitenanfang