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Gegen Menschenhandel und Kindesmissbrauch
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30.03.2009

Die EU-Kommission will verstärkt gegen Menschenhandel, sexuellen Kindesmissbrauch, sexuelle Ausbeutung und Kinderpornographie vorgehen. Dazu hat sie zwei Richtlinienvorschläge beschlossen, die die bestehende Gesetzgebung aus den Jahren 2002 bzw. 2004 ersetzen sollen. Die neuen Regeln setzen höchste europäische Standards beim Vorgehen gegen Sexualstraftäter und Menschenhändler, bei der Opferhilfe und der Vorbeugung von Straftaten. Die Vorschläge berücksichtigen auch die technologischen Entwicklungen im virtuellen Raum ("Cyberspace").

    Gegen Menschenhandel und Kindesmissbrauch

    EU-Kommissionsvizepräsident Barrot, zuständig für Justiz, Freiheit und Sicherheit, erklärte: "Unser Ziel ist eine EU, in der die Menschen, die am schutzbedürftigsten sind, tatsächlich vor den schrecklichsten Verbrechen geschützt werden. Wenn wir von Menschenhandel sprechen, sprechen wir von Frauen und Mädchen, die auf den Status von Sexsklavinnen reduziert werden, wir sprechen von geschlagenen und misshandelten Kindern, die zum Betteln und Stehlen gezwungen werden, und wir sprechen von Jugendlichen, die unter unvorstellbaren Bedingungen für Hungerlöhne arbeiten müssen. Wenn wir von sexuellem Missbrauch und sexueller Ausbeutung von Kindern sprechen, sprechen wir von verabscheuungswürdigen Verbrechen gegen Kinder, die tiefe Narben und lebenslanges Leid hinterlassen."

    Der Vorschlag zum Kampf gegen Menschenhandel sieht unter anderem vor, dass Straftäter vor Gericht gebracht werden, auch wenn die Verbrechen im Ausland verübt wurden. Opfer sollen finanzielle Unterstützung, medizinische Versorgung und wenn nötig Polizeischutz erhalten. Beim Kampf gegen Kindesmissbrauch soll es einfacher werden, neue Formen des Missbrauchs wie "grooming" - das Verführen von Kindern über das Internet - oder Kinderpornographie ohne Datendownload zu verfolgen. "Sextouristen" müssen mit Strafverfolgung rechnen, wenn sie wieder in ihr Heimatland zurückkehren. Zudem sollen Systeme entwickelt werden, um den Zugang zu Websites mit kinderpornographischen Inhalten zu blockieren.

    Studien zeigen, dass eine bedeutende Anzahl der Kinder in Europa, zwischen 10 und 20 Prozent, sexuelle Übergriffe erleiden. 2008 wurden mehr als 1000 kommerzielle und rund 500 nicht-kommerzielle Websites mit kinderpornographischen Inhalten gefunden, davon 71 Prozent in den USA. Es wird geschätzt, dass durchschnittlich rund 20 Prozent der verurteilten Sexualverbrecher rückfällig werden.

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    Letzte Aktualisierung: 30/10/2010  |Seitenanfang