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Europa auf Augenhöhe kommunizieren
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17.09.2008

Sie fragen sich, wer und was hinter diesem Vorhaben steht? Am 1. September habe ich nach einigen Jahren in Brüssel im Kabinett der Kommissarin für Außenbeziehungen und Europäische Nachbarschaftspolitik, Dr. Benita Ferrero-Waldner, die Funktion des Leiters der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich übernommen. Ich freue mich, Ihnen an dieser Stelle mein Konzept für eine aktive, effiziente und moderne EU-Kommunikationspolitik vorstellen zu können.

    Europa auf Augenhöhe kommunizieren

    Ich bin mir bewusst, dass die Aufgabe der Europa-Kommunikation im Kontext der in Österreich geführten EU-Debatte keine leichte ist. Es ist eine bedauerliche Tatsache, dass wir laut Eurobarometer-Umfrage in punkto EU-Image seit Jahren im europäischen Schlussfeld rangieren. Aber man muss gleichzeitig feststellen: die klare Mehrheit der ÖsterreicherInnen, auch der kritischen, ist für einen Verbleib in der EU. Das ist für mich eine wichtige Ausgangsbasis. Ich suche gerne das Gespräch auch mit kritischen BürgerInnen – und zwar in Form eines sachlichen Dialogs über die Inhalte unserer Arbeit. Bei aller möglichen Kritik sollte man den Grundgedanken des europäischen Einigungswerks niemals infrage stellen, noch Österreichs aktive Teilhabe daran.

    Ich sehe meine Rolle als die eines Netzwerkers und Brückenbauers zwischen den Menschen und Institutionen in Österreich und der Europäischen Kommission. Einer meiner Schwerpunkte wird es sein, den Umfragetrend umzukehren und Österreich beim EU-Image schrittweise an die europäische Mitte heranzuführen. Das ist vielleicht ambitioniert und wird nicht von heute auf morgen gehen. Ich denke, dass es mit Geduld, Beharrlichkeit und Sachlichkeit sowie vor allem in Partnerschaft mit anderen Meinungsträgern in Österreich machbar ist.

    Habe ich Ihr Interesse an meinem neuen Kommunikations-Konzept geweckt?


    Dann finden Sie hier einen inhaltlichen Überblick:

    • Bürgernähe und Dialog: Europa soll für die Menschen zugänglich und fassbar sein, in Wien ebenso wie in den Bundesländern. Durch die Öffnung der Vertretung möchte ich eine Vergrößerung des Aktionsradius in der Öffentlichkeit erreichen.
    • Brückenbauen: Die Distanz zwischen Österreich und den europäischen Institutionen muss verringert werden, um das Verständnis in Brüssel für die Anliegen der Menschen hier zu erhöhen und der Entfremdung vieler ÖsterreicherInnen von "der EU" entgegenzuwirken.

    Lassen Sie uns gemeinsam weiter reden!

    Richard Kühnel
    Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich

    Netzwerke und Partnerschaften

    Europa-Kommunikation kann nur mit vereinten Kräften gelingen. Ich will enge Partnerschaften mit den politischen Entscheidungsträgern auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene etablieren, mit den Sozialpartnern, mit den erfolgreichen Unternehmen des Landes, den Schulen und Universitäten sowie mit den Europa-aktiven Organisationen der Zivilgesellschaft. Ich bin froh, dass ich in Österreich bereits auf einem vorhandenen Netzwerk engagierter PartnerInnen aufbauen kann. Nun gilt es, dieses Netzwerk weiter auszubauen und Synergien effizienter zu nutzen.

    Dialog und Bürgernähe

    Dialog bedeutet für mich Zuhören und die Anliegen der Menschen ernst zu nehmen und zu verstehen, auch offen zu sein für konstruktive Kritik. Dialog bedeutet auch erklären, veranschaulichen und Informationen so vorzubringen, dass sie Interesse finden und angenommen werden. Viele Menschen stehen der EU kritisch gegenüber, weil sie Verbesserungen in punkto Bürgernähe wünschen. Das ist legitim. Es liegt an allen, die die EU vertreten, diese Bürgernähe herzustellen: an den KommissarInnen, den Abgeordneten zum Europaparlament und den Mitgliedern der Bundesregierung, die als Mitglieder des Rates der EU ja auch einen zweiten, einen europäischen Hut tragen. Hier braucht es auch die aktive Unterstützung auf regionaler und lokaler Ebene. Ich bin überzeugt, je näher die KommunikatorInnen bei den Menschen stehen, umso nachdrücklicher ist die Botschaft und umso glaubwürdiger wird sie wahr- und angenommen.

    Tag der offenen Tür am 26. Oktober in der Vertretung

    Ich möchte Europa auf Augenhöhe mit den Menschen des Landes kommunizieren. Daher will ich auf möglichst breiter Basis das Gespräch suchen und hören, was die ÖsterreicherInnen bewegt. Aus diesem Grund werde ich Sprechtage in den Bundesländern anbieten. Meine ersten Besuche plane ich in Oberösterreich und in der Steiermark. In Wien will ich unsere Vertretung für die Bürger öffnen, mit monatlichen BürgerInnen-Sprechstunden sowie Tagen der offenen Tür. Bereits am kommenden Nationalfeiertag werde ich unser Büro am Kärntner Ring aufmachen und die Menschen zum Kennenlernen unserer Arbeit für Europa einladen.

    Bessere Wechselwirkung zwischen Wien und Brüssel

    Wer kennt sie nicht: Ausdrücke wie "die in Brüssel" oder "die ferne EU". Sie bringen die gefühlte Distanz vieler Menschen zur EU zum Ausdruck.

    Meine Aufgabe als Brückenbauer ist zu kommunizieren, dass die Europäische Union keine ferne Kommandobrücke für unser Leben hier ist, sondern ein Gemeinschaftsprojekt. Die BürgerInnen können es indirekt über die MinisterInnen und Europa-ParlamentarierInnen aktiv mitgestalten. In Zukunft wäre eine noch viel stärkere und direkte Mitbestimmung möglich, etwa durch das neue Bürgerbegehren, welches im Lissabon-Vertrag vorgesehen ist.

    Die Europäische Union ist durch die Umsetzung der EU-Gesetzgebung bereits ein fixer Bestandteil unseres Alltages. Österreichs Mitwirkung in der EU und die Verschränkung von nationaler und europäischer Politik sind eine Selbstverständlichkeit geworden. Eines sollte dabei klar sein: die Staaten Europas haben sich Schritt für Schritt zusammengeschlossen und Teile ihrer Souveränität auf die höhere, europäische Ebene übertragen. Nur im engen Verbund kann eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit gegeben werden – weltweite Verflechtung, Klimawandel, gesellschaftliche Veränderungen. Das ist netto kein Souveränitätsverlust, sondern auch für unser Land ein Souveränitätsgewinn!

    Das Brückenbauen beinhaltet aber auch einen zweiten Aspekt. Nämlich ein effizientes Rückmeldesystem zu schaffen, um den KollegInnen in der Europäischen Kommission in Brüssel frühzeitig etwaige Sorgen und Sensibilitäten in Österreich zu einzelnen politischen Projekten zu vermitteln. Denn zu wissen, wo die Menschen der Schuh drückt, muss die Basis für jede Politik sein.

     

    Letzte Aktualisierung: 30/10/2010  |Seitenanfang