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EU macht Jagd auf Pferde
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Artikel in britischen Boulevardmedien haben für Aufregung gesorgt: angeblich plant die EU alle Pferde - auch die wildlebenden - mit einem Mikrochip zu versehen. Wieder ein Auswuchs ungezügelter EU-Bürokratie?

Natürlich nicht.

Vielmehr geht es um eine EU-Verordnung (die bereits im Juni 2008 angenommen wurde), die die Einführung eines besseren und klareren Identifizierungssystems von Pferden und anderen Mitgliedern der „Equiden“-Familie zum Zweck der Konsumentensicherheit sowie im Interesse der Tiergesundheit ermöglicht.

    Gemäß der Verordnung müssen alle Equiden, die nach dem 1. Juli 2009 geboren werden, binnen sechs Monaten nach ihrer Geburt einen eigenen Pass erhalten, der alle Kenndaten (Alter, Rasse etc.) und vor allem auch die Art der tierärztlichen Behandlungen, Medikamentenverabreichungen etc. ausweist. Gleichzeitig mit der Ausstellung des Passes wird dem Tier im Halsbereich ein auf den Pass abgestimmter Mikrochip implantiert, der mit einer individuellen Kennnummer in einer Datenbank registriert wird. Damit bleibt das Tier eindeutig identifizierbar, auch wenn sich sein Name ändert.

    Die Verordnung dient der Konsumentensicherheit,

    • da durch diese elektronische Kennzeichnung die Ausbreitung von Tierseuchen effizient verhindert wird. Der Pass kann bei seuchenkranken Tieren sofort gesperrt werden.
    • da verhindert wird, dass Fleisch von Pferden, die mit bestimmten, für den Menschen schädlichen Medikamenten behandelt werden, in die Lebensmittelkette gelangt.

    Die Verordnung dient auch der Tiergesundheit,

    • da aufgrund der eindeutigen Identifizierung eine rasche und effiziente Behandlung im Falle von Erkrankungen eingeleitet werden kann.

     

    Wichtig ist auch zu betonen, dass die Verordnung nur für Pferde in Nutzhaltung gilt, nicht jedoch für wild oder halbwild lebende Tiere.

     

     

     

     

    Letzte Aktualisierung: 30/10/2010  |Seitenanfang