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Urlaubs-Paradies für EU-Beamte?
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04.07.2012

"Richard Kühnel, Vertreter der EU-Kommission in Österreich stellt in seinem Leserbrief zum Artikel "Urlaubs-Paradies für EU-Beamte" (Kronenzeitung vom 3. Juli 2012) einige Fakten zu diesem Thema richtig."

    An die Redaktion der Kronenzeitung
    Betrifft: Ihren Artikel "Urlaubs-Paradies für EU-Beamte"


    Sehr geehrte Redaktion!

    Auch diesen Sommerbeginn nehmen Sie zum Anlass, die Urlaubsregelung der EU aufs Korn zu nehmen. Wie zuvor entspricht Ihre Darstellung aber nicht den Realitäten. 85 Urlaubstage hat hier keiner! EU-Beamte haben 24 bis 30 Tage Erholungsurlaub, je nach Dienstalter. Ungefähr so, wie ein österreichischer Beamter. Dazu  gibt es mögliche Sonderurlaube, z.B. für Pflege von Angehörigen, Geburt, Todesfälle in der Familie, Heimaturlaube etc. All das entspricht mehr oder weniger den Regeln in Österreich. Überstunden werden nicht ausbezahlt, sondern im Rahmen von Zeitausgleich kompensiert. Auch das gibt es bei uns, ist nicht mit Urlaub zu verwechseln und spart Geld. Für Bedienstete des Europäischen Auswärtigen Dienstes gibt es darüber hinaus spezifische Regelungen, je nach Schwere und Entfernung des Einsatzortes. Dadurch kann es in der Tat zu deutlich mehr Urlaubstagen kommen als bei einer Verwendung innerhalb der EU. Doch auch das entspricht der Praxis des österreichischen Diplomatischen Dienstes, der Handelsdelegationen der Wirtschaftskammer sowie jeder Entsendung seitens privater Firmen ins Ausland.

    Sie sehen: durchaus im Rahmen. So wie die Gehälter der Sekretärinnen. Diese sind meist Zeitbedienstete und verdienen als solche ca. 2.000 Euro netto (zwölfmal jährlich). Bei einigen ist es mehr, etwa  bei Versendung im Ausland, bei höherem Dienstalter oder mit Kindern. Aber keine verdient 8.000 Euro!
    Wenn Sie also schon Sommergeschichten über die EU verbreiten wollen, wie wäre es mit der Stärkung der Rechte von Reisenden oder der Überprüfung der Badegewässerqualität?


    Mit freundlichen Grüßen
    Richard Kühnel,
    Vertreter der EU-Kommission in Österreich

    Letzte Aktualisierung: 04/07/2012  |Seitenanfang