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31/10/14

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REGION DER WOCHE:

Niederösterreich

Niederösterreich

07/09/2012

Am 4. September hat der EU-Kommissar für Regionalpolitik Johannes Hahn Vertreter des Landtages des Bundeslandes Niederösterreich in Brüssel empfangen um über Regionalpolitik in der nächsten Programmperiode 2014-2020 zu diskutieren.

Niederösterreich ist mit einer Bevölkerung von rund 1,6 Millionen Einwohnern das flächen- und bevölkerungsgrößte Bundesland Österreichs. Es umschließt die österreichische Hauptstadt Wien, grenzt an der Tschechischen Republik sowie an der Slowakischen Republik und befindet sich in Grenznähe zu Ungarn. Es ist entsprechend sehr aktiv im Bereich der territorialen Zusammenarbeit mit ihren tschechischen, slowakischen und ungarischen Nachbarn.

Das Pro-Kopf-BIP Niederösterreichs lag 2009 um 2% über dem Durchschnitt der Europäischen Union. Niederösterreich besteht aus zentralen und peripheren Räumen. Während das Umland von Wien eine bevorzugte Wirtschaftssituation erzeugt und in den Regionen entlang der internationalen Verkehrskorridore –Donaukorridor und Südkorridor- sich der überwiegende Teil der groß- und mittelstädtischen Zentren (St. Pöl¬ten, Krems, Wiener Neustadt) befindet, sind die Grenzregionen im nördlichen Niederösterreich in benachteiligter wirtschaftlicher Situation.

Was sind die Prioritäten der Region?

Die niederösterreichische Landesregierung beabsichtigt, diese Unterschiede zu mindern, und hat sich für die Programmperiode 2007-2013 als Hauptziel gesetzt, in den benachteiligten Gebieten die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Wirtschaft anzukurbeln. Im Einzelnen werden mit Hilfe von EU-Geldern Investitionen in folgenden Bereichen getätigt:

  • Innovation und wissensbasierte Wirtschaft
  • Entwicklung des Tourismus
  • Verbesserte Umwelt, Energienutzung und Risikoprävention
  • Stärkung der Grenzgebiete

Die Schaffung von 1 800 neuen Arbeitsplätzen wird beabsichtigt, davon 200 im Bereich Forschung und Entwicklung. Weitere 10 000 Einwohner sollen an Breitbandinternet angeschlossen werden. Darüber hinaus soll eine zusätzliche Quelle zur Erzeugung erneuerbarer Energie mit einer Leistung von 25 Megawatt erschlossen werden sowie eine Verringerung der Treibhausgasemissionen um 25000 Tonnen pro Jahr erreicht werden.

Welchen Beitrag leistet die EU-Regionalpolitik?

Das Programm "Stärkung der Regionalen Wettbewerbsfähigkeit Niederösterreich 2007-2013" verfügt über 291,2 Mio. EUR. Die EU-Förderung beläuft sich auf 145,6 Mio. EUR. Dies entspricht ca. 10 % der gesamten in Österreich im Rahmen der Kohäsionspolitik 2007-2013 investierten EU-Fördergelder.

Für die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit den Nachbarn der Region, in Tschechien, der Slowakei und in Ungarn steht jeweils ein Programm der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit zur Verfügung.

Im Programm Österreich-Tschechien stehen bis 2013 rd. 107,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung, wobei der Anteil für Niederösterreich (NÖ-Anteil) 18,4 Mio. Euro beträgt.

Im Programm Slowakei-Österreich sind bis ins Jahr 2013 insgesamt 59,6 Mio. Euro (NÖ-Anteil: 16 Mio. Euro) an EU-Mitteln abzuholen.

Für das Programm Österreich-Ungarn werden bis 2013 werden von der Europäischen Union Mittel in Höhe von 82,2 Mio. Euro bereitgestellt (NÖ-Anteil: 4,5 Mio. Euro).

Die Schwerpunkte der Programme liegen in den Bereichen Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Integration, Verkehr und nachhaltige Entwicklung. Es werden vor allem Maßnahmen in den Themenbereichen Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Bildung, Humanressourcen, Umwelt, Naturschutz, Verkehr und Raumplanung umgesetzt.

Darüber hinaus können ProjektpartnerInnen aus Niederösterreich auch in den Programmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit im transnationalen und interregionalen Bereich Projektideen einreichen.

Projektbeispiele

  • Technologiezentrum Wieselburg : EFRE-Beteiligung 1.150.000,- Euro

    Das Technologiezentrum Wieselburg ist eines von vier Technologiezentren in Niederösterreich, die gezielt Ausbildung, Forschung sowie Wirtschaft verknüpfen. Es hat sich durch das Kompetenzzentrum „Austrian Bioenergy Center“ (ABC) ein Schwerpunkt im Bereich Biomasse entwickelt. Die Forschungsleistungen und Forschungsräumlichkeiten sind erweitert worden. Ein Fachhochschulstudiengang Produktmarketing & Projektmanagement sowie akademische Ausgründungen der Veterinärmedizinischen Universität Platz werden auch geboten.

  • Bau.Energie.Umwelt Cluster Niederösterreich: EFRE-Beteiligung 5.600.000,- Euro

    Die Clusterinitiative basiert auf dem in der Region bestehenden wirtschaftlichen Stärkefeld im Bau- und Baustoffsektor, auf einer Expertise im Bereich nachhaltigen Bauens sowie auf dem starken Markttrend in Richtung Energie-Effizienz. Der Bau.Energie.Umwelt Cluster steht für energieeffiziente Althaussanierung, Wohnkomfort mit gesundem Innenraumklima sowie mehrgeschossigen Neubau in Passivhausqualität. Er ist ein Netzwerk für Unternehmen und Fachleute, für Wirtschaft und Forschung sowie für Innovation und Kooperation. Er verfügt derzeit über rund 200 Clusterpartner-Firmen.

    Die Clusterinitiative unterstützt die Vernetzung der Partnerfirmen, erleichtert den Technologietransfer in die Betriebe, unterstützt die Entwicklung innovativer, zukunftsträchtiger Dienstleistungen bzw. Produkte durch Partnersuche oder Projektbegleitung und trägt so aktiv zur Wertschöpfungssteigerung in der Region bei.

  • Stadtbücherei Krems: EFRE-Beteiligung 150.000 Euro

    Die Stadtbücherei Krems hatte seit einigen Jahren dringenden Investitionsbedarf bewiesen. Durch den Einzug einiger eingemieteter Büroräume konnte die Bücherei in das Dominikanerkloster übersiedelt und zudem das Angebot der Stadtbibliothek neu positioniert werden. Heute finden die LeserInnen auf 435 m² Fläche ein umfassendes Angebot an Literatur quer durch alle Wissensgebiete und Genres. Der Zugang zu sämtlichen Bereichen ist barrierefrei, das heißt, rollstuhl- und kinderwagengerecht mit einem Aufzug erreichbar.

    Die neue Bücherei stellt an die 30.000 Medien zur Entlehnung für Kinder und Erwachsene zur Verfügung. PC-Benutzerplätze und Online-Kataloge ermöglichen allen BesucherInnen individuelles Recherchieren und Arbeiten. Dank der Eingliederung des Archivs der Stadt Krems und der wissenschaftlichen Institutionen und Bildungsinstitutionen in unmittelbarer Nähe ist die Stadtbibliothek und Mediathek auch ein Forschungs- und Fortbildungszentrum in Krems geworden.

  • Interkulturelle Bildung für Kinder und Erwachsene Österreich-Tschechische Republik: EFRE-Beteiligung 956.875 Euro

    Dieses Projekt wurde im Rahmen des Programms zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit „Ziel Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ) Österreich – Tschechische Republik 2007-2013“ durchgeführt und hat das Ziel, die tschechische Sprache in Kindergärten entlang der österreichischen Grenze sowie die deutsche Sprache entlang der tschechischen Grenze spielerisch beizubringen. Hiermit gewinnen die Kinder eine positive Einstellung zur tschechischen und deutschen Sprache. Das spielerische Erlernen der tschechischen und deutschen Sprache lässt auch die Eltern der Kinder von beiden Seiten der Grenze zueinander kommen und so werden die Barrieren im Denken abgebaut, wodurch sich die Friedensbotschaft des Projektes zeigt.

 

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