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31/10/14

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REGION DER WOCHE: KATALONIEN (SPANIEN)

Cataluña

18/07/2011

Katalonien, spanisch Catalonia (Cataluña), ist die nordöstlichste der siebzehn Verwaltungseinheiten (comunidades autónomas, autonome Gemeinschaften,) Spaniens. Die autonome Gemeinschaft besteht aus den vier Provinzen Barcelona, Girona, Lleida und Tarragona, umfasst ein Gebiet von 32 114 km², und ihre Bevölkerungszahl liegt offiziell bei 7 535 251. Katalonien grenzt im Norden an Frankreich und Andorra, im Westen an Aragonien (Aragón), im Süden an die autonome Gemeinschaft Valencia und im Osten an das Mittelmeer (580 km Küstenlinie). Im Jahr 2008 lag das regionale BIP pro Kopf von Katalonien 21 % über dem EU-Durchschnitt.

Katalonien war lange Zeit eine der am meisten industrialisierten Regionen Spaniens. Eine besondere Bedeutung fällt den Branchen Fremdenverkehr, Bauwesen, Chemie, Textil, Nahrungsmittelverarbeitung, Kfz-Herstellung, Landwirtschaft und Dienstleistungen zu. Darüber hinaus gibt es wichtige Initiativen zur Förderung von Hightech-Industrien und biomedizinischer Forschung.

Welche Prioritäten verfolgt die Region?

Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung fließen in Katalonien hauptsächlich in Schlüsselbereiche wie:

  • Wissenswirtschaft, Innovation und Unternehmensentwicklung
  • Lokale und urbane nachhaltige Entwicklung
  • Energieressourcen und Verkehrsdienstleistungen
  • Umwelt und Risikoprävention
  • Technische Hilfe

 

Katalonien war stets ein Nährboden für kleine und mittlere Unternehmen, die 99,7 % aller regionalen Unternehmen ausmachen. Sie sind in den folgenden Bereichen spezialisiert: Textilien, Elektronik und Automobilindustrie. Viele EU-Maßnahmen sind speziell darauf zugeschnitten, KMU-Start-ups zu unterstützen und ihr Wachstum in der gesamten Region zu fördern.

Wie hilft die EU-Regionalpolitik?

Spanien wird häufig als gutes Beispiel genannt, wie EU-Finanzierung eingesetzt werden kann, um ein Land und seine Wirtschaft zu modernisieren. In den 20 Jahren nach dem Beitritt zur EU (1986-2006) wurde Spanien zum größten Begünstigten der EU-Solidarität: Das Land erhielt circa 100 Milliarden € (wovon 8,6 Milliarden € nach Katalonien flossen).

Im jetzigen Planungszeitraum der Strukturförderung (2007-2013) ist Spanien der zweitgrößte Begünstigte (nach Polen), wobei Katalonien Mittel in Höhe von rund 1,373 Milliarden € erhält.

Im Klartext heißt dies: Von 2007-2013

  • fließen 56 % der EFRE-Mittel in die Förderung der Entwicklung der Wissenswirtschaft und der Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Unternehmen, insbesondere KMU;
  • ist ein JEREMIE-Fonds (in Höhe von 50 Millionen € mit einer Ko-Investition von 50 % aus dem EFRE) errichtet worden, dessen Ziel insbesondere darin besteht, den Zugang von KMU zu Krediten zu verbessern. Ein ähnlicher vom EFRE geförderter „Technologiefonds“, der Katalonien zu gute kam, wurde unter dem nationalen Rahmen zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft errichtet;
  • wurden verschiedene öffentliche Initiativen zur Unterstützung von KMU-Start-ups gefördert, zum Beispiel Gründerzentren im „22@ district“ in Barcelona.

 

Projektbeispiele

Das Ausstellungsgelände Fira de Barcelona – eines der größten seiner Art in Europa und von einem der weltweit innovativsten und einflussreichsten Architekten Toyo Ito entworfen – verkörpert diese neue Entwicklung von hochmodernem Design, innovativer Technologie und Dienstleistungen. Das Fira de Barcelona-Projekt wurde mit Mitteln in Höhe von 84,35 Millionen € aus dem EFRE unterstützt.

Europas erstes grenzenübergreifendes Krankenhaus für Gemeinden dies- und jenseits der Pyrenäen in Puigcerdà wurde mit einem Betrag von 31 Millionen € ko-finanziert, was einen Anteil von 60 % an den Projektkosten ausmacht.

Der Hochgeschwindigkeitszug, der Madrid – Barcelona – Frankreich verbindet, erhielt Mittel in Höhe von 4 725 Millionen € aus dem Kohäsionsfonds, was 72 % der Projektkosten entspricht.

 

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