Italienische Behörden ermitteln gegen mutmaßlichen Betrügerring in EU-finanzierten Forschungsprojekten

OLAF/11/07 Brüssel, den 4. Mai 2011

Die italienischen Behörden gaben heute in Mailand bekannt, dass die italienische Justiz aufgrund von Informationen des OLAF und der Europäischen Kommission sowie mit deren Unterstützung ihre Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Betrügerring in EU-finanzierten Forschungsprojekten abgeschlossen hat. Die Ermittlungen in Italien, die Teil einer größeren OLAF-Untersuchung sind, betreffen 22 Projekte mit einem Finanzhilfe-Umfang von über 50 Mio. EUR.

„Dank der mehrjährigen engen Zusammenarbeit zwischen dem OLAF, der Europäischen Kommission, der italienischen Justiz und der Guardia di Finanza konnte ein sehr ausgeklügelter, gegen das Forschungsbudget der EU gerichteter Betrügerring ausgehoben werden. Dieser Fall macht deutlich, dass das OLAF, die Europäische Kommission und die Justizbehörden der Mitgliedstaaten gegen den EU-Haushalt gerichtete Betrugsdelikte erfolgreich bekämpfen können, wenn sie eng zusammenarbeiten”, sagte OLAF-Generaldirektor Giovanni Kessler.

Ursprünglich von der Kommission (GD Informationsgesellschaft und Medien) im Rahmen ihrer Audit-Tätigkeit eingeholte Informationen wurden mit Daten abgeglichen, die das OLAF zusammengetragen hatte. Netze miteinander verbundener Unternehmen, die in mehreren Mitgliedstaaten tätig sind, stehen im Verdacht, systematisch Erstattungen für nicht existente Ausgaben zu beantragen und dabei fiktive Unternehmen als Partner oder Subunternehmer von Forschungsprojekt-Konsortien einzusetzen.

Die mutmaßlichen Betrugsdelikte, mit denen die Kontrollmechanismen der Kommission ausgehebelt werden sollten, wurden in sehr ausgefeilter Form durchgeführt. Die geschaffenen Organisationsstrukturen wurden bewusst verschleiert und auf mehrere Staaten verteilt. Einige der angewandten Methoden sind mit denen vergleichbar, die bei der Geldwäsche und anderen Formen des organisierten Verbrechens eingesetzt werden.
Weitere Informationen finden sich in der Pressemitteilung der Guardia di Finanza.

Pavel BOĊ˜KOVEC
Sprecher des Europäischen Amtes
für Betrugsbekämpfung (OLAF)
Tel.: + 32 2 296 72 00
E-Mail: olaf-press@ec.europa.eu

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Letzte Aktualisierung: 02/05/2012