Razzia in illegaler Zigarettenfabrik in Polen

OLAF /11/03 Brüssel, den 15. März 2011

Durch eine Razzia der polnischen Polizei in einer illegalen Zigarettenfabrik nahe Warschau fanden kürzlich die Pläne einer internationalen Bande, den EU-Markt mit Millionen illegal hergestellter Zigaretten zu überschwemmen, ein jähes Ende. Dabei verhaftete die polnische Polizei 32 Personen und beschlagnahmte Maschinen und Material, darunter über 50 Tonnen Schnitttabak. Ferner wurde eine schon auf einen Lkw verladene Sendung von fast 5 Millionen Zigaretten beschlagnahmt.

Die Razzia ging auf Untersuchungen in verschiedenen Ländern zurück, die vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) koordiniert wurden. Im Rahmen der Operation wurden zudem kurz nach Aushebung der illegalen Produktionsanlagen in Polen vier Personen in Deutschland verhaftet und in Litauen über 70 Tonnen Tabak, der für diese Fabrik bestimmt war, beschlagnahmt.

OLAF-Generaldirektor Giovanni Kessler beglückwünschte die polnische Polizei sowie die Zollbehörden in Deutschland und Litauen zu diesem Erfolg: „Es ging um eine komplexe kriminelle Organisation. Mit dem beschlagnahmten Tabak hätte die Bande rund 120 Millionen Zigaretten herstellen können, das entspricht einem Verlust von 24 Millionen EUR für den europäischen Steuerzahler, und es besteht kein Zweifel, dass weitere Tabaklieferungen geplant waren. Diese Operation macht deutlich, welche Erfolge durch internationale Zusammenarbeit möglich sind“. Kessler führte aus, dass die Razzia stattfand, kurz nachdem die Fabrik die Zigarettenherstellung aufgenommen hatte. „Dabei handelte es sich um eine sehr große Fabrik mit beträchtlichen Produktionskapazitäten. Wäre sie nicht stillgelegt worden, hätten die Verluste für den Haushalt der EU und der Mitgliedstaaten möglicherweise 6 Millionen EUR pro Woche erreicht.“

Durch Zigarettenschmuggel und –fälschung gehen dem Haushalt der EU und der Mitgliedstaaten jährlich schätzungsweise 10 Milliarden EUR an Steuern und sonstigen Abgaben verloren.

Foto- und Videomaterial, das freundlicherweise von der polnischen Polizei zur Verfügung gestellt wurde, finden Sie unter
http://www.policja.pl/portal/pol/1/63338/CBS_zabezpieczylo_50_ton_tytoniu.html

Pavel BOĊ˜KOVEC
Sprecher des Europäischen Amtes
für Betrugsbekämpfung (OLAF)
Tel.: + 32 2 296 72 00
E-Mail: olaf-press@ec.europa.eu

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Letzte Aktualisierung: 02/05/2012