Geschmuggelter Knoblauch in Polen abgefangen

OLAF /11/01 Brüssel, den 10. Januar 2011

Sechs Container mit insgesamt 144 Tonnen geschmuggeltem frischem Knoblauch, der als Zwiebeln angemeldet war, sind in Polen abgefangen worden. Dies ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF), der polnischen Polizei und den polnischen Zollbehörden. Die finanziellen Auswirkungen des beschlagnahmten Knoblauchs auf den EU-Haushalt betragen Euro 180.000 Einfuhrzoll – jedoch konnte dieser Verlust ist verhindert werden. Die finanzielle Gesamtauswirkungen auf den Haushalt der EU des in diesem Ermittlungskomplex falsch angemeldeten Knoblauchs wird voraussichtlich mehr als 1 Million Euro betragen.

„Die Sicherstellung der beiden Container war das Ergebnis einer gründlich vorbereiteten Maßnahme, die das OLAF in enger Zusammenarbeitet mit der polnischen Polizei in Lublin und den polnischen Zollbehörden koordiniert hat. Dank der fortgesetzten engen Zusammenarbeit konnten im weiteren Verlauf dieses Falls noch vier weitere Container abgefangen werden", sagte Ian Walton, Direktor der OLAF-Direktion „Untersuchungen und operative Maßnahmen II", „Ermöglicht wurde dies durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei und den polnischen Zollbehörden, die ihrerseits von den niederländischen Zollbehörden unterstützt wurden. Dieser Fall veranschaulicht, wie das OLAF die Mitgliedstaaten auf operativer Ebene bei der Betrugsbekämpfung und beim Schutz der Steuergelder der EU-Bürger unterstützen kann."

Für frischen Knoblauch chinesischen Ursprungs sind bei der Einfuhr in die EU Wertzölle in Höhe von 9,6 % zuzüglich eines spezifischen Zolls in Höhe von 1.200 EUR pro Tonne (Nettogewicht) zu entrichten. Dieser spezifische Betrag gilt nicht für Einfuhren, die unter die jährliche Quote von 58.870 Tonnen weltweit (darunter 33.700 Tonnen aus China) fallen. Im Rahmen von Präferenzhandelsregelungen kann frischer Knoblauch außerdem zollfrei und ohne Mengenbegrenzungen eingeführt werden, sofern er aus Ländern stammt, die für eine solche Präferenzbehandlung in Frage kommen. Da die Herstellungskapazitäten für Knoblauch in China sehr groß und die Herstellungskosten sehr niedrig sind, ist die Umgehung der Zölle durch die illegale Einfuhr frischen Knoblauchs ein verlockendes Geschäft für Schmuggler.

Im Dezember 2010 leitete das OLAF eine Untersuchung wegen Verdachts auf Schmuggel frischen Knoblauchs chinesischen Ursprungs in die EU ein. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen dem OLAF, der polnischen Polizei in Lublin und den polnischen Zollbehörden konnten am 15. Dezember 2010 in Polen zwei volle Container mit je 24 Tonnen Knoblauch abgefangen werden, der auf den betreffenden Begleit- und Zolldokumenten als frische Zwiebeln deklariert war. Nach einem weiteren intensiven Informationsaustausch zwischen dem OLAF, der polnischen Polizei und den polnischen Zollbehörden konnten zudem am 5. Januar 2011 von den polnischen Behörden vier weitere Container (je 24 Tonnen) abgefangen werden.

Der Knoblauch wurde zunächst von China mit Hochseeschiffen nach Rotterdam verschifft. In Rotterdam wurde der als Zwiebeln deklarierte Knoblauch sodann auf Zubringerschiffe umgeladen und nach Polen verbracht. Nach der Zollabfertigung in Polen, bei der für die „frischen Zwiebeln" lediglich die betreffenden Wertzölle in Höhe von 9,6 % anstatt der für frischen Knoblauch geltenden Zölle (Wertzölle in Höhe von 9,6 % zuzüglich des spezifischen Zolls in Höhe von 1.200 EUR je Tonne Nettogewicht) entrichtet wurden, wurde der Knoblauch auf dem polnischen Markt in Verkehr gebracht.

Die polnischen Polizeibehörden haben zwei Drahtzieher dieses Betrugs festgenommen und gehen davon aus, dass dieses Schmuggelnetz durch die gemeinsame Aktion weitgehend zerschlagen wurde. Weitere Ermittlungen laufen noch.

Pavel BOĊ˜KOVEC
Sprecher des Europäischen Amtes
für Betrugsbekämpfung (OLAF)
Tel.: + 32 2 296 72 00
E-Mail: olaf-press@ec.europa.eu

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Letzte Aktualisierung: 02/05/2012