ZIGARETTENSCHMUGGEL: ZWEITE VERHAFTUNG IN DEN USA IM FALL MIAMI

OLAF /10/09 Brüssel, den 1. Oktober 2010

Wie das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) heute bekannt gab, wurde im sogenannten Fall Miami in den Vereinigten Staaten eine zweite Person verhaftet und unter Anklage gestellt. Der Festgenommene wird verdächtigt, in den Schmuggel von Millionen von Zigaretten von Miami in die EU verwickelt zu sein.

Die Verhaftung wurde durch eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem OLAF, den Strafverfolgungsbehörden verschiedener Mitgliedstaaten, der Polizei- und Zollbehörde des amerikanischen Heimatschutzministeriums und dem US-Justizministerium eingeleitet. In einer Pressemitteilung dankte der Staatsanwalt des amerikanischen Bundesbezirksgerichts Florida, Wifredo A. Ferrer, dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung für dessen maßgeblichen Beitrag zu den Ermittlungen.

Der kommissarische Generaldirektor von OLAF, Nicholas Ilett, gab folgenden Kommentar ab: „Durch den Schmuggelfall Miami ist der Europäischen Union und den Mitgliedstaaten ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstanden. Nun konnte ein zweiter Haupttatverdächtiger in den Vereinigten Staaten verhaftet werden. Ich danke der US-Polizei- und Zollbehörde und dem amerikanischen Justizministerium für die exzellente Zusammenarbeit. Mein Dank gebührt auch den Kollegen beim OLAF für ihren Einsatz, der diese Verhaftung möglich machte."

Nachdem das Geschworenengericht des Bundesbezirksgerichts Florida entschieden hatte, Anklage gegen den Tatverdächtigen zu erheben, wurde dieser letzte Woche von Spezialagenten der amerikanischen Polizei- und Zollbehörde verhaftet. Die Anklage lautet auf Beteiligung an schwerem Betrug. Der Tatverdächtige wird bezichtigt, den Kauf und den Schmuggel von Hunderten Millionen von Zigaretten über den Hafen von Miami in die EU angezettelt zu haben. Nach Schätzungen des OLAF könnte ein Schaden in Höhe von rund 30 Mio. EUR durch entgangene Zölle und Steuern entstanden sein.

Der Fall Miami

Im Fall Miami wird wegen internationalem Zigarettenschmuggels in großem Ausmaß ermittelt. Die Ermittlungen wurden vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) auf ein Amtshilfeersuchen der irischen Zollbehörden hin eingeleitet, nachdem diese in Irland sechs Container mit einer als „Möbel" deklarierten Zigarettenladung beschlagnahmt hatten. Bei einem anschließenden Kontrollbesuch der EU in Miami deckten die Beamten des OLAF und die irischen Ermittler einen Fall von Zigarettenschmuggel in großem Ausmaß in mehrere EU-Länder auf. Die dadurch entstandenen Verluste wurden auf 100 Millionen Euro beziffert.

Die Untersuchung erfasste neun Mitgliedstaaten (Irland, Belgien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Portugal, Zypern, die Niederlande und das Vereinigte Königreich) und sieben Drittstaaten (USA, Kanada, Chile, Uruguay, Panama, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate). Bisher konnten in der EU 43 Millionen Zigaretten beschlagnahmt werden, 11 Personen wurden verhaftet.

Im Februar 2010 war ein erster Tatverdächtiger, Roman Vidal, verhaftet, angeklagt und wegen Beteiligung am Zigarettenschmuggel von Miami in mehrere EU-Staaten vom Bundesbezirksgericht Florida zu einer zweijährigen Haftstrafe sowie zur Zahlung von 1,5 Millionen Dollar an die EU verurteilt worden.

Pressemitteilung vom 17. September 2010 des US-Staatsanwalts für den Gerichtsbezirk Florida

Pavel BOĊ˜KOVEC
Referatsleiter in der Abteilung „Pressesprecher, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit"
Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF)
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