OLAF VERÖFFENTLICHT SEINEN TÄTIGKEITSBERICHT

OLAF/08/07 Brüssel, 22. Juli 2008

Eine mit EU-Geldern finanzierte Brücke, die einstürzt, weil sie mit minderwertigen Materialien gebaut wurde, Plagiate bei einem EU-Forschungsprojekt, Tomatenimporteure, die Zölle umgehen, ein Beamter im Ruhestand, der seine Pension mit rechtswidrigen Mitteln zu erhöhen versucht: Dies sind nur vier Beispiele, die die Bandbreite der Fälle zeigen, in denen das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) 2007 tätig wurde. Das OLAF legte heute in Brüssel seinen neuen Jahresbericht vor, der anhand von 15 Fallstudien und umfangreichem statistischem Material die Tätigkeit des Amtes innerhalb und außerhalb der EU beschreibt. Ende 2007 war das OLAF mit der Untersuchung von insgesamt 408 Fällen beschäftigt.

„Die Zahlen und Fälle in dem Bericht verdeutlichen, wie ernst das OLAF und die EU-Organe im Allgemeinen Unregelmäßigkeiten, Betrug und Korruption nehmen,” sagte der Generaldirektor des OLAF, Franz-Hermann Brüner, bei der Vorstellung des neuen OLAF-TätigkeitsberichtsAlle verfügbaren Übersetzungen. in Brüssel. „Sie zeigen auch, dass das OLAF und seine operativen Partner in Mitgliedstaaten, Drittstaaten und internationalen Organisationen ihre gemeinsamen Maßnahmen fortsetzen müssen." „Für den Erfolg des OLAF ist es äußerst wichtig, dass wir bei der Erfüllung unserer Aufgabe, die finanziellen Interessen der Europäischen Union gegen Betrug, Korruption, Schmuggel und andere kriminelle Handlungen zu schützen, auf die enge Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden in den Mitgliedstaaten und außerhalb der Union zählen können."

Innerhalb und außerhalb der EU-Organe vertraut man OLAF, effizient auf neue Informationen über mögliche Unregelmäßigkeiten, Betrug oder Korruption zu reagieren. Der Umfang der beim Amt eingehenden Informationen hat stetig von 529 neuen Hinweisen im Jahr 2002 auf 886 im Jahr 2007 zugenommen. Ende 2007 war das OLAF mit der Untersuchung von insgesamt 408 Fällen beschäftigt. Der finanzielle Nutzen der OLAF-Arbeit für die europäischen Steuerzahler war wiederum erheblich. 2007 wurden nach Abschluss von OLAF-Fällen mehr als 200 Mio. EUR wieder eingezogen; die präventive Wirkung der Arbeit von OLAF dagegen kann nicht in Zahlen gefasst werden. Die Verwaltungskosten für das Amt selbst lagen bei rund 50 Mio. EUR.

2007 verfolgte das OLAF weiter seine Strategie der Konzentration auf größere und komplexe Betrugsfälle in den für den Haushalt der Union sensiblen Bereichen in und außerhalb Europas. Der Beitritt zweier neuer Mitgliedstaaten zur EU am 1. Januar 2007 führte zu einer weiteren Intensivierung der bereits laufenden Arbeit in diesen beiden Ländern. Eine noch engere Zusammenarbeit mit den rumänischen und bulgarischen Behörden bei der Bekämpfung des Betrugs zulasten der finanziellen Interessen der EU steht nach wie vor ganz oben auf der OLAF-Agenda.

Interne Untersuchungen

Ende 2007 untersuchte das OLAF 70 Fälle von Unregelmäßigkeiten innerhalb der EU- Organe und anderer Einrichtungen wie Agenturen. Dies entspricht 17 % sämtlicher zu diesem Zeitpunkt in Bearbeitung befindlichen Fälle.

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung erstellt einen Tätigkeitsbericht über seine unabhängigen operativen Maßnahmen des Vorjahres. Dieser Bericht ist nicht zu verwechseln mit dem zum gleichen Zeitpunkt veröffentlichten jährlichen Bericht der Europäischen Kommission über den „Schutz der finanziellen Interessen der Gemeinschaften und Betrugsbekämpfung".

Beide Berichte sind über die OLAF-Website zugänglich English (en)

Alessandro Butticé
Referatsleiter Sprecherdienst, Kommunikation und öffentlich-keitsarbeit

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