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Wie denken die europäischen Bürger über die Gemeinsame Agrarpolitik? (11/2000)

Nicht zuletzt infolge der BSE-Krise und der kürzlich ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche ist derzeit eine umfassende Debatte über die künftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Gange. Ferner steht für das Jahr 2002 die Halbzeitbewertung der letzten GAP-Reform auf dem Programm. Der vorbereitende Dialog hierfür hat bereits begonnen, und die Erwartungen der Verbraucher bilden einen wichtigen Punkt bei diesen Diskussionen. Um sich ein genaues Bild davon zu machen, wie die GAP von der öffentlichen Meinung gesehen wird, sind im Oktober und November 2000 zwei Eurobarometer-Meinungsumfragen zum einen bei den Landwirten und zum anderen bei der breiten Öffentlichkeit durchgeführt worden. Die Ergebnisse lassen ein ausgeprägtes Interesse an den aktuellen Fragen der Landwirtschaft und zugleich auch die erhebliche Notwendigkeit von ausführlicherer Information erkennen.

Obwohl die Landwirtschaft für 92 % der breiten Öffentlichkeit ein wichtiges Thema darstellt, ist bisher für nur knapp 50 % die GAP selbst ein Begriff. Die Landwirte ebenso wie die breite Öffentlichkeit wurden sodann nach der Bedeutung von 12 Politikbereichen befragt, darunter Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz, Verbesserung der Lebensbedingungen im ländlichen Raum, Sicherung der landwirtschaftlichen Einkommen und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft auf den Weltmärkten. Alle diese Ziele werden zwar von einer deutlichen Mehrheit (zwischen 76 % und 97 %) für wichtig gehalten, der Grad der Zufriedenheit mit ihrer Umsetzung schwankt jedoch zwischen 16 % und 57 %. Sowohl die Landwirte als auch die breite Öffentlichkeit sind der Ansicht, dass für die Wahrung der landwirtschaftlichen Einkommen und die Zukunft der Kleinbetriebe nicht hinreichend gesorgt ist.

Die beiden befragten Gruppen stimmen der veränderten Politikausrichtung im Zuge des Reformprozesses zu, durch die die produktionsbezogenen Beihilfen und die Interventionsankäufe verringert und stattdessen die Direktzahlungen an die Landwirte ausgedehnt werden konnten. Dennoch haben 63 % der befragten Landwirte - nur die irischen und die dänischen Bauern machen hier eine deutliche Ausnahme - den Eindruck, dass die gegenwärtige GAP nicht zu ihrem Vorteil ist. Wenn auch lediglich knapp 46 % der Landwirte ihr Familieneinkommen ausschließlich aus der Landwirtschaft beziehen, sind doch 59 % der Landwirte und 46 % der breiten Öffentlichkeit dafür, dass die öffentlichen Haushaltsausgaben für die Landwirtschaft erhöht werden sollten. Die Bandbreite zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten reicht hier von Dänemark, wo der 13 % der Öffentlichkeit diese Meinung vertreten, bis zu Griechenland, wo 76 % mit dem derzeitigen Ausgabenvolumen unzufrieden sind.

Die Meinungsumfrage lässt einen dringenden Bedarf an mehr Information über die internationalen Aspekte der Agrarpolitik deutlich werden. Über mögliche Auswirkungen der anstehenden Erweiterung der Europäischen Union hat die Hälfte der befragten Personen aus beiden Gruppen bereits etwas gehört, doch halten sich nur 20 % der Landwirte und 10 % der breiten Öffentlichkeit in diesem Zusammenhang für gut informiert. Dieser Informationsmangel ist möglicherweise Grund dafür, dass eine Mehrheit in jeder der beiden Gruppen glaubt, dass die Erweiterung negative Folgen für die Europäische Union haben wird. Befragt nach den Handelsgesprächen im Rahmen der Welthandelsorganisation, gaben 65 % der Landwirte und 77 % der breiten Öffentlichkeit zu, dass sie hierüber fast nichts wissen, während sich lediglich ein sehr kleiner Prozentsatz von Personen in jeder Gruppe als gut informiert bezeichnet.

Neben den Fragen zur persönlichen Einstellung gegenüber der GAP hat die Meinungsumfrage auch die benutzten Informationsquellen untersucht. Die meisten Personen (85 % der breiten Öffentlichkeit und 66 % der Landwirte) beziehen ihre Informationen aus dem Fernsehen, was keine Überraschung bedeutet. Allerdings zeigen sich bei den Printmedien gewisse Verhaltensunterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die Landwirte informieren sich nämlich aus der landwirtschaftlichen Fachpresse (64 %) im gleichen Umfang wie aus dem Fernsehen, während die breite Öffentlichkeit unter den Printmedien die allgemeinen Tageszeitungen und Zeitschriften (61 %) bevorzugt. Rund 10 % nutzen das Internet als Informationsquelle, jedoch mit erheblichen Abweichungen zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten, denn die Bandbreite reicht hier von 2 % der griechischen bis zu 27 % der österreichischen Landwirte. Bei der breiten Öffentlichkeit gibt es erkennbare Unterschiede je nach Alter, Geschlecht und Bildungsgrad, wobei unter den jungen Männern mit höherem Bildungsniveau der Prozentsatz der Internet-Nutzer doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt zu sein scheint.

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Haltungen der breiten Öffentlichkeit zur Gemeinsamen Agrarpolitik

Abschlußbericht [enfr pdf]
Tabellen [enfr pdf]
Technische Mitteilung [enfr pdf]

Haltungen von Landwirten zur Gemeinsamen Agrarpolitik

Abschlußbericht [enfr pdf]
Tabellen [enfr pdf]
Technische Mitteilung [enfr pdf]

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