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Schulobstprogramm

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN

Warum sind Fehlernährung, Übergewicht und Fettleibigkeit ein Problem der EU?

Mit 200 Millionen Erwachsenen und 14 Millionen Kindern, die übergewichtig sind, sieht sich die EU einem echten gesellschaftlichen Problem gegenüber. Die Lebensführung, einschließlich Ernährung, Essgewohnheiten, Ausmaß der körperlichen Aktivität aber auch genetische Faktoren können zu Übergewicht und Fettleibigkeit führen.

Laut WHO sind in Europa rund 20 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig und ein Drittel davon bereits adipös. Der Trend zur Fettleibigkeit ist besonders bei Kindern und Jugendlichen alarmierend. Der jährliche Zuwachsrate bei Fettleibigkeit unter Kindern ist stetig gestiegen und derzeit zehnmal höher als in den 1970er Jahren.

Quelle: WHO 2007

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Warum sollte die EU gegen Fettleibigkeit vorgehen?

Fettleibigkeit im Kindesalter kann gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit haben (Herzleiden, Diabetes Typ 2, Arthrose und sogar bestimmte Krebsarten). Das sind Erkrankungen, die zu erheblichen Behinderungen und vorzeitigem Tod führen können.

Die gesamten direkten und indirekten jährlichen Kosten durch Adipositas in den 15 EU-Mitgliedstaaten (vor Mai 2004) werden laut dem Folgenabschätzungsbericht allein für das Jahr 2002 auf 32,8 Mrd. EUR veranschlagt. Eine Studie von Fry und Finley aus dem Jahr 2005 beziffert die direkten und indirekten Kosten durch Fettleibigkeit (BMI ≥ 30 kg/m2) für die EU-15 auf 0,3 % des BIP.

Eine Extrapolation auf die EU-25, ausgehend von den BIP-Zahlen 2005, ergibt Kosten durch Adipositas in Höhe von 40,5 Mrd. EUR pro Jahr und im Ausmaß von 81 Mrd. EUR durch Adipositas und Übergewicht zusammen.

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Wie hoch ist der Obst- und Gemüseverbrauch in der EU?

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Obst in der EU-27 wird 2010 auf 219 g/Person/Tag geschätzt, der von Gemüse auf 228,1 g/Person/Tag.

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Obst und Gemüse in der EU liegt zwar über den Empfehlungen der WHO, in zu vielen Mitgliedstaaten jedoch unter der von der WHO empfohlenen Mindestmenge von 400 g.

Angesichts der Zunahme von Adipositas ist dies eine beunruhigende Situation.

Empfehlung von WHO/FAO zur Mindestaufnahme

Quelle: Cosumption Monitor 2011 von FRESHFEL EUROPE

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Wie fügt sich das europäische Schulobstprogramm in die Gemeinsame Agrarpolitik ein?

Der Schwerpunkt der Gemeinsamen Agrarpolitik liegt – unter anderem – auf der Stabilisierung der Agrarmärkte. In diesem Rahmen sorgt sie für stabilen Absatz, steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft durch die Förderung von Produktinnovation und leistet einen Beitrag zu regionalem und sozialem Zusammenhalt. Allerdings gewinnt auch die Verbesserung der öffentlichen Gesundheit zunehmend an Bedeutung. Erklärtes Endziel ist die Berücksichtigung gesundheitlicher Belange in allen Politikbereichen der EU.

Einige Beispiele:

  • Die GD SANCO richtete 2005 eine EU-Plattform für „Ernährung, körperliche Bewegung und Gesundheit“ ein.
  • 2007 legte die GD SANCO ein Weißbuch über „Ernährung, Übergewicht und Adipositas“ vor, in dem die Europäische Kommission näher auf die mögliche Rolle der Gemeinsamen Agrarpolitik für eine bessere Ernährung und bei der Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas eingeht.
  • Als die Europäische Union im September 2007 eine Reform des Obst- und Gemüsesektors beschloss, sollte damit vor allem der Rückgang des Obst- und Gemüseverbrauchs bei jungen Menschen umgekehrt werden.
  • Bei der Annahme der Reform des Obst- und Gemüsesektors ersuchte der Rat die Kommission, auf der Grundlage einer Folgenabschätzung einen Vorschlag für ein Schulobstprogramm vorzulegen.
  • Das Europäische Parlament bekräftigte 2008 im Zusammenhang mit dem Entwurf des EU-Gesamthaushaltsplans sein Engagement für die Finanzierung eines Schulobstprogramms.
  • Die Kommission schlägt für die GAP nach 2013 vor, die Finanzausstattung und den derzeit für das Schulobstprogramm geltenden Kofinanzierungssatz zu erhöhen.
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Sind Schulobstprogramme ein wirksames Instrument?

Das von der GD AGRI verwaltete europäische Schulobstprogramm läuft jetzt schon im dritten Schuljahr. Diese überaus wichtige Initiative richtet sich an die jüngste Generation von Europäern und soll ihnen dabei helfen, gesunde Essgewohnheiten zu entwickeln.

Laut den jährlichen Überwachungsberichten 2010/2011 haben in den 24 eingebundenen Mitgliedstaaten über 54 000 Schulen und 8,1 Millionen Kinder an dem Schulobstprogramm teilgenommen.

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Wie kann die Wirksamkeit des Schulobstprogramms gemessen werden?

Die GD AGRI bereitet gerade eine externe Bewertung des Programms vor, die 2012 abgeschlossen sein soll. Die Mitgliedstaaten unterziehen ihre Programme bis Februar 2012 einer Bewertung. All diese Informationen fließen in den Bericht der Kommission an den Rat und das EP über die Anwendung des Schulobstprogramms ein, der erforderlichenfalls auch entsprechende Vorschläge enthält.

In dem Bericht sollte untersucht werden, inwiefern dieses Programm die Einführung gut funktionierender Schulobstprogramme in den Mitgliedstaaten gefördert und wie es sich auf die Verbesserung der Essgewohnheiten der Kinder ausgewirkt hat.

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Was ist der europäische Mehrwert des Schulobstprogramms?

  • Anregung für die Einführung neuer oder die Erweiterung bestehender Programme;
  • Bereitstellung eines verlässlichen mehrjährigen Finanzierungsrahmens;
  • Abbau sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheiten in Bezug auf den Verzehr von Obst und Gemüse;
  • Sensibilisierung der Zielgruppe, denn das Schulobstprogramm kann viel zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit beitragen;
  • Allgemeine Leitlinien für die Mitgliedstaaten und Beratung bezüglich der Verwaltung des Programms;
  • Durch die Bereitstellung vergleichbarer Informationen über die Programme, den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken zwischen den Mitgliedstaaten, Akteuren und Trägern erleichtern und Know-how liefern.
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Was bedeutet „5 am Tag“?

Man sollte täglich fünf Portionen (zu je 80 g) Obst und Gemüse essen, d. h. insgesamt fünf Portionen Obst und Gemüse, nicht jeweils fünf Portionen. Die Kampagne stützt sich auf die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, täglich mindestens 400 g Obst und Gemüse zu verzehren, um das Risiko schwerer Erkrankungen zu reduzieren.

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Warum muss ich täglich 5 Portionen Obst und Gemüse essen?

  • Obst und Gemüse sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung.
  • Sie sind eine hervorragende Quelle für Nährstoffe, Vitamine sowie Mineral- und Ballaststoffe.
  • Sie können helfen, das Risiko von Herzerkrankungen, Hirnschlag und einigen Krebsarten zu verringern.
  • Außerdem sind sie fett- und kalorienarm.
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