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Schulobstprogramm

EU-Initiative

Vorschlag der Kommission

Der Vorschlag für ein Schulobstprogramm schloss sich an eine im Juni 2007 bei den Verhandlungen über die Reform der gemeinsamen Marktorganisation für Obst und Gemüse eingegangene Verpflichtung an. Seither hat die Kommission eine umfassende öffentliche Konsultation und eine eingehende Folgenabschätzung der verschiedenen Optionen durchgeführt.

Experten sind sich darüber einig, dass eine gesunde Ernährung entscheidend dazu beitragen kann, das Ausmaß der Fettleibigkeit und ernsthafte Gesundheitsprobleme – wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2 – im Alter zu reduzieren. Der Verzehr ausreichender Mengen Obst und Gemüse ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, pro Person täglich mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse zu verzehren. Die meisten Europäer erreichen diesen Mindestwert nicht, und die rückläufige Tendenz ist bei Jugendlichen besonders ausgeprägt.

Aus Studien geht hervor, dass sich gesunde Ernährungsgewohnheiten in der Kindheit herausbilden. Wer als Kind viel Obst und Gemüse isst, tut dies auch als Erwachsener. Wer wenig Ost und Gemüse isst, ändert in der Regel seine Gewohnheiten nicht und gibt diese auch an die eigenen Kinder weiter. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Familien mit geringem Einkommen meist weniger Obst und Gemüse konsumieren. Daher kann die kostenlose Abgabe solcher gesunder Erzeugnisse in Schulen eine konkrete Veränderung bewirken, vor allem bei den unterprivilegierten Schichten.

Die von der Kommission vorgenommene Analyse der bisherigen nationalen Politiken sowie Konsultationen mit Sachverständigen haben gezeigt, dass der Nutzen des Schulobstprogramms noch verstärkt werden kann, wenn es mit Sensibilisierungs- und Aufklärungsmaßnahmen einhergeht, durch die Kindern und Jugendlichen die Bedeutung gesunder Ernährungsgewohnheiten verdeutlicht werden. Des Weiteren soll die Vernetzung der verschiedenen nationalen Behörden, die erfolgreich eigene Schulobstprogramme durchführen, gefördert werden. Solche Programme gibt es – in unterschiedlicher Form – bereits in einigen Ländern der Europäischen Union. Aber es kann noch mehr getan werden, und dieses EU-Programm bietet die ideale Grundlage für die Lancierung neuer Programme. Die Kommission stellt für die Abgabe von Obst und Gemüse an Schulen jährlich 90 Mio. Euro bereit. Den Regierungen steht es frei, ob sie sich an diesem Programm beteiligen wollen. Die Kofinanzierungsrate der Programme soll 50 % betragen bzw. 75 % in sogenannten Konvergenzregionen, in denen das Pro-Kopf-BIP geringer ist. Diese Mittel dürfen nicht dazu verwendet werden, bestehende nationale Finanzbeiträge zu ersetzen, sondern müssen zur Förderung zusätzlicher Maßnahmen im Zusammenhang mit bestehenden Programmen oder zur Entwicklung neuer Initiativen verwendet werden. Die Mitgliedstaaten können selbstverständlich zusätzliche Mittel bereitstellen, wenn sie dies wünschen.

Die einzelstaatlichen Behörden müssen in Zusammenarbeit mit den für öffentliche Gesundheit und Bildung zuständigen Stellen und unter Einbeziehung von Industrie und Interessengruppen eine Strategie erarbeiten, die auf die nationalen Besonderheiten zugeschnitten ist. Die Programme sind zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 angelaufen.

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