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Schulobstprogramm

EU-Initiative

Hintergrund (Lage im Jahr 2006)

Die Zunahme von Fettleibigkeit unter Kindern hat epidemische Ausmaße angenommen. In der EU-25 sind geschätzte 22 Millionen Kinder übergewichtig und davon wiederum 5,1 Millionen fettleibig. Diese Zahl nimmt jedes Jahr um 1,2 Millionen übergewichtige und 300 000 adipöse Kinder zu. Im Rahmen der Reform der gemeinsamen Marktorganisation (GMO) für Obst und Gemüse ersuchte der Rat die Kommission, so bald wie möglich einen Vorschlag für ein Schulobstprogramm vorzulegen, dem eine Folgenabschätzung in Bezug auf die Vorteile, die Durchführbarkeit und die damit verbundenen Verwaltungskosten zugrunde liegt.

Ein erhöhter Konsum von Obst und Gemüse spielt bei der Bekämpfung von Fettleibigkeit eine wichtige Rolle, weil dadurch die „Energiedichte“ der Nahrung gesenkt wird. Zusätzlich sind Obst und Gemüse wichtige Faktoren bei der Vorbeugung gegen Herzerkrankungen, Krebs und Diabetes.

Die Kommission leitete eine Folgenabschätzung ein, die unter Federführung einer dienststellenübergreifenden Lenkungsgruppe und Beteiligung aller zuständigen Kommissionsdienststellen durchgeführt wurde. Ein zentrales Element war die umfassende öffentliche Konsultation. Der Abschlussbericht wurde dann am 8. Juli 2008 vorgelegt.

Der „Aktionsplan Lebensmittel und Ernährung für Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“pdf [2 MB] English vom September 2007 liefert einen integrierten Ansatz zur Ernährung und damit zusammenhängenden Themen, der darauf abzielt, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern. Eines der Ziele dieses Aktionsprogramms ist es, ernährungsbedingte Gesundheitsbelastungen und vor allem die Fettleibigkeit unter Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. Dazu gehört ein Verzehr von mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse täglich.

Der Konsum von Obst und Gemüse in Europa liegt unter den Empfehlungen der Weltgesundheitsbehörde (WHO), und die Tendenz ist stagnierend. Die Kommissionsdienststellen führten 2006 im Rahmen der Reform der gemeinsamen Marktorganisation (GMO) für Obst und Gemüse eine Folgenabschätzung durch. Im Abschlussbericht pdf - 39 KB [39 KB] English (en) français (fr) steht: „Was den Verbrauch angeht, so dürfte der Vorschlag zur Erhöhung des finanziellen Beitrags der EU zu Maßnahmen zur Förderung des O&G-Konsums durch Kinder eine bessere und ausgewogenere Ernährung und gesündere Essgewohnheiten zur Folge haben.“

Am 30. Mai 2007 veröffentlichte die Kommission das Weißbuch „Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa“ български (bg)czech (cs)dansk (da)eesti (et)ελληνικά (el)English (en)español (es)Français (fr)Gaeilge (ga)italiano (it)latviešu (lv)lietuvių (lt)magyar (hu)Malti (mt)Nederlands (nl)polski (pl)português (pt)română (ro)slovenčina (sk)slovenščina (sl)suomi (fi)svenska (sv), das auch die Fettleibigkeit unter Kindern und ihre Bedeutung für die öffentliche Gesundheit sowie deren ökonomische und soziale Folgen thematisiert. In den Schlussfolgerungen heißt es, dass „ ein [...] Projekt ‚Obst in der Schule‘ ein […] Schritt in die richtige Richtung wäre.“ Zusammen mit dem Weißbuch wurde eine Folgenabschätzungpdf [2 MB] English vorgelegt.

Der Rat gab am 15. Juni 2007 wieder im Rahmen der Reform der gemeinsamen Marktorganisation (GMO) für Obst und Gemüse folgende Erklärung pdf - 166 KB [166 KB] English (en) ab: „Angesichts des dramatischen Anstiegs der Fettleibigkeit bei Schulkindern, auf die in dem unlängst veröffentlichten Weißbuch der Kommission ‚Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa‘ hingewiesen wird, ersucht der Rat die Kommission, so bald wie möglich einen Vorschlag für eine Schulobst-Regelung vorzulegen, dem eine Folgenabschätzung in Bezug auf die Vorteile, die Durchführbarkeit und die damit verbundenen Verwaltungskosten zugrunde liegt.“

Die Arbeit an der Folgenabschätzung ist im September 2007 angelaufen. Sie wurde von einer dienststellenübergreifenden Lenkungsgruppe geleitet, an der unter Federführung der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung alle zuständigen Kommissionsdienststellen (einschließlich der Generaldirektionen für Gesundheit und Verbraucherschutz, Umwelt, Haushalt und Wettbewerb) beteiligt waren. Dabei sollten mögliche Umsetzungsmodelle und der Mehrwert der EU-Maßnahmen eruiert werden. In diesem Rahmen wurde ein umfassender Konsultationsprozess durchgeführt, der Expertenanhörungen, eine erweiterte Beratungsgruppe, Diskussionen mit den Mitgliedstaaten und eine öffentliche Konsultation vorsah. Der Abschlussbericht und der Vorschlag wurden am 8. Juli 2008 vorgelegt.

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