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Schafe grasen auf trockenem Land   senkrechte Linie  
21/04/2009 - Die Europäische Kommission hat heute eine Mitteilung angenommen, die den Weg zu einer neuen Einstufung von landwirtschaftlichen Gebieten mit naturbedingten Nachteilen bereitet. Mithilfe von Wissenschaftlern hat die Kommission acht Boden- und Klimakriterien als Grundlage für eine objektive und eindeutige Einstufung solcher Gebiete ermittelt. Bevor die Kommission jedoch einen Rechtsvorschlag vorlegt, benötigt sie weitere Daten, um die Zweckmäßigkeit dieser Kriterien beurteilen zu können. Die Mitgliedstaaten werden daher aufgefordert, Simulationen unter Verwendung nationaler Daten zu übermitteln, um zu zeigen, wie die Kriterien angewendet werden könnten.  Nähere Informationen: en

Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums 2007–2013

Beihilfen für Landwirte in benachteiligten Gebieten

Beihilfen für Landwirte in benachteiligten Gebieten sollen zum Erhalt der Landschaft in Regionen beitragen, in denen landwirtschaftliche Produktion oder Tätigkeit durch naturbedingte Nachteile behindert wird. Sie werden seit 1975 im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik vergeben.


Wozu dienen Beihilfen für Landwirte in benachteiligten Gebieten?

In Gebieten, die als „benachteiligt“ bezeichnet werden, ist die landwirtschaftliche Produktion oder Tätigkeit durch naturbedingte Nachteile behindert, also zum Beispiel durch ungünstiges Klima, abschüssige Nutzflächen in Berggebieten oder geringe Produktivität der Böden.

Aufgrund dieser oder ähnlicher Hindernisse für die Landwirtschaft besteht ein großes Risiko, dass landwirtschaftliche Nutzflächen aufgegeben werden, was einen Verlust der Artenvielfalt, Wüstenbildung, Waldbrände und die Aufgabe wertvoller Landschaft zur Folge haben könnte.

Die Beihilfen für benachteiligte Gebiete sind ein wichtiges Instrument zur Eindämmung dieser Risiken und werden von allen Mitgliedstaaten vergeben, obwohl dazu keine Verpflichtung besteht.

Der Erhalt der Kulturlandschaft und der Wälder ist eine der wichtigsten Maßnahmen in den strategischen Leitlinien für die Entwicklung des ländlichen Raums der Gemeinschaft für 2007-2013:

„Geeignete Bewirtschaftungssysteme tragen dazu bei, dass so unterschiedliche Landschaften und Lebensräume wie Feuchtgebiete, Trockenrasen und Bergweiden erhalten bleiben. In vielen Regionen ist dies ein wichtiger Bestandteil des Kultur- und Naturerbes und der Attraktivität des ländlichen Raums insgesamt als Wohnort und Arbeitsplatz (...).“

Die Regelung für benachteiligte Gebiete gehört zu Schwerpunkt 2 der Politik für die Entwicklung des ländlichen Raums 2007–2013, mit der Umwelt und Landschaft durch Förderung der nachhaltigen Landbewirtschaftung verbessert werden sollen. In der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 des Rates wird das Ziel der Beihilfen für benachteiligte Gebiete wie folgt beschrieben (Erwägungsgrund 33):

„Zahlungen wegen naturbedingter Benachteiligungen in Berggebieten und in anderen benachteiligten Gebieten sollten zur dauerhaften Nutzung landwirtschaftlicher Flächen und damit zur Erhaltung des ländlichen Lebensraums sowie zur Erhaltung und Förderung von nachhaltigen Bewirtschaftungsformen beitragen“.


Welche Gebiete gelten zurzeit als benachteiligt?

Gemäß den Bestimmungen der zurzeit noch geltenden Verordnung (EG) Nr. 1257/1999 des Rates kann ein Gebiet nach drei Kategorien als benachteiligt klassifiziert werden. Jeder Kategorie werden eine Reihe von Benachteiligungen zugeordnet, die für bestimmte Gebiete landwirtschaftlicher Nutzfläche in Europa charakteristisch sind und die Bewirtschaftung dieser Flächen bedrohen:

  • Unter Artikel 18 werden Berggebiete durch eine erheblich verkürzte Vegetationszeit aufgrund der Höhenlage oder eine starke Hangneigung in niedriger Höhenlage oder eine Kombination aus beidem charakterisiert. Außerdem werden Gebiete nördlich des 62. Breitengrades den Berggebieten gleichgestellt.
  • Laut Artikel 19 fallen unter „andere benachteiligte Gebiete“ oder benachteiligte „Zwischengebiete“ die Gebiete, in denen die Aufgabe der Landnutzung droht und der ländliche Lebensraum erhalten werden muss. Sie vereinen folgende Nachteile:

    • schwach ertragfähige landwirtschaftliche Flächen;

    • als Folge geringer natürlicher Ertragfähigkeit deutlich unterdurchschnittliche Produktionsergebnisse;

    • eine geringe oder abnehmende Bevölkerungsdichte, wobei die Bevölkerung überwiegend auf die Landwirtschaft angewiesen ist.
  • Laut Artikel 20 sollten in durch spezifische Nachteile gekennzeichneten Gebieten landwirtschaftliche Tätigkeiten fortgeführt werden, um:

    • die Umwelt zu erhalten oder zu verbessern;

    • den ländlichen Lebensraum zu erhalten;

    • die Eignung dieser Gebiete für den Fremdenverkehr zu erhalten;

    • die Küsten zu schützen.

In der Karte werden die drei zurzeit in den 27 EU-Mitgliedstaaten geltenden Kategorien benachteiligter Gebiete dargestellt.


Wie funktioniert die Regelung für benachteiligte Gebiete?

Nicht alle Betriebe in einem benachteiligten Gebiet erhalten Ausgleichszahlungen. Begünstigte müssen mindestens fünf Jahre nach der ersten Auszahlung auf einer auf Ebene des Mitgliedstaats festgelegten Fläche landwirtschaftliche Tätigkeiten betreiben. Die Mitgliedstaaten wenden überdies verschiedene, spezifische Kriterien für die Förderfähigkeit an.

Auszahlungen für benachteiligte Gebiete finden jährlich pro Hektar genutzter landwirtschaftlicher Fläche statt. Die Höhe der Zahlungen beträgt mindestens 25 und höchstens 200 € pro Hektar.


Fakten und Zahlen

57 % der allgemein für die Landwirtschaft genutzten Fläche in der EU ist als benachteiligtes Gebiet eingestuft. Doch trotz dieses hohen Prozentsatzes erhält nur ein begrenzter Anteil der Landwirte in den betreffenden Gebieten eine Ausgleichszahlung. 2005 erhielten ungefähr 1,4 Millionen Landwirte – das entspricht 13 % Gesamtzahl der Betriebe in der EU-25 – finanzielle Unterstützung im Rahmen dieser Regelung. Zwischen den Mitgliedstaaten können aufgrund der von jedem einzelnen Mitgliedstaat selbst festzulegenden Förderkriterien beträchtliche Unterschiede festgestellt werden. Auch die Zahlungen pro Hektar variieren und reichen von 25 bis 200 € pro Hektar.

Die finanzielle Unterstützung für benachteiligte Gebiete im Zeitraum 2000–2006 betrug 8 Mrd. €, das entspricht ungefähr 18 % der EU-Finanzmittel für die ländliche Entwicklung. Im laufenden Programmplanungszeitraum werden über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) 12,6 Mrd. € oder 13,9 % der gesamten Zuschüsse der Gemeinschaft für benachteiligte Gebiete zur Verfügung gestellt; das sind 32 % der Mittel, die für die Verbesserung von Umwelt und Landschaft durch Förderung der nachhaltigen Landbewirtschaftung bereitgestellt werden (Schwerpunkt 2 der Politik für die Entwicklung des ländlichen Raums).

Zurzeit wird die Regelung für benachteiligte Gebiete überarbeitet [nähere Informationen], und die Kommission hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der acht Boden- und Klimakriterien als Grundlage für eine objektive und eindeutige Einstufung solcher Gebiete ermittelt werden [nähere Informationen en].

 

 

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Benachteiligte Gebiete:

  - Einleitung

  - Mitteilung en

  - Überarbeitung

Beschäftigung

Veröffentlichungen

PROGRAMME DER MITGLIEDSTAATEN en

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Arbeitsdokument der Kommissions-dienststellen:
"Peak performance: New insights into mountain farming in the European Union" (12/2009)
Text [pdf
en]
Anhänge [pdf
en, 2 MB]


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Letzte Aktualisierung: 21-04-2009