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Die Förderung neuer Aktivitäten im ländlichen Raum



Warum dieser leitfaden?
Gebrauchsanleitung und Inhalt

 

Dieser Leitfaden soll den lokalen Aktionsgruppen (LAG) dabei helfen, ihr Vorgehen bei der Entwicklung neuer Aktivitäten in ihrem Gebiet wirksamer zu gestalten.

Er stellt in Form einer praktischen Anleitung die verschiedenen "Dienstleistungen" bzw. Maßnahmen vor, die ein ländliches Gebiet den Projektträgern anbietet (Beratungen, Schulungen, technische Hilfen etc.). Es wird dargelegt, wie die Umsetzung dieser "Dienstleistungen" es ermöglichen kann, schrittweise die Hindernisse zu überwinden, denen man in jeder Projektphase begegnet.

Ein zusammenfassendes Merkblatt erklärt für jede Dienstleistungskategorie die am häufigsten auftretenden Probleme und Engpässe. Jedes Merkblatt zeigt außerdem Wege auf, wie die jeweiligen "Dienstleistungen" geschaffen oder angepaßt werden können.


Was versteht man unter „Neuen Aktivitäten"?

Der Neuheitsgrad einer Aktivität richtet sich nach dem Kontext, den Bedürfnissen und den Chancen eines Gebiets. Vor Ort gilt eine Aktivität als „neu", wenn sie vorher noch nicht existierte oder in dem betreffenden Gebiet nicht geläufig war. Deshalb ist sie nicht notwendigerweise auch in anderen Gebieten neu.

Die von LEADER unterstützten „Innovationen" und „neuen" Aktivitäten haben einen Multiplikatoreffekt in dem gesamten Gebiet und eröffnen Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung. Sie können z.B. folgende Erscheinungsformen annehmen:

  • Unternehmensnetze oder Gemeinschaftsprojekte, in denen sich lokale Erzeuger zusammengeschlossen haben, die einen Produktionszweig organisieren, gemeinsame Vermarktungswege beschreiten, ein Qualitätslabel entwickeln oder im Bereich der Erforschung und Entwicklung neuer Produkte zusammenarbeiten wollen;

  • Öffentliche, halböffentliche oder von Gesellschaften getragene Initiativen (Verbesserung der Dienstleistungen, Einrichtung touristischer Infrastrukturen, Freizeiteinrichtungen usw.), durch die eine größere wirtschaftliche Effektivität erzielt werden soll, zu einem gewissen Grad getragen durch ehrenamtliche Tätigkeit und finanzielle Zuschüsse;

  • Neue Produkte und Dienstleistungen, die auf Initiative von Genossenschaften, Vereinen oder von kleinen und mittleren Betrieben in vor Ort nur wenig vertretenen Sektoren oder Wirtschaftsaktivitäten geschaffen wurden. Die Schaffung neuer Aktivitäten sollte daher nicht nur auf kleine und mittlere Privatunternehmen beschränkt werden, obwohl diese in der ländlichen Wirtschaft in der Tat eine wichtige Rolle spielen.


Warum die Bezeichnung „Fördermaßnahmen"?

Vor allem zwei Gründe rechtfertigen die Verwendung der Bezeichnung „Fördermaßnahmen" für die Förderung neuer Aktivitäten im ländlichen Raum und insbesondere für die Arbeit der LEADER-Gruppen:

  • Der erste Grund besteht darin, daß das LEADER-Programm nicht auf die Bereitstellung finanzieller Mittel oder die Organisation von Schulungen reduziert ist. LEADER zielt vor allem auf die Förderung einer integrierten territorialen Entwicklung ab. Dies erfordert von all denjenigen, die Projekte unterstützen, daß sie ebenfalls einen integrierten Ansatz bei der Umsetzung verfolgen. Daher soll dieser Leitfaden, die ggf. vorhandenen Mängel des Dienstleistungsangebots sichtbar machen und dazu beitragen, diese Mängel zu beheben;

  • Der zweite Grund liegt darin, daß die LEADER-Gruppen selten allein in ihrem Gebiet operieren. Die Analyse aller Fördermaßnahmen, Organisationen, Hilfen usw., die neue Aktivitäten initiieren - das gesamte Fördermaßnahmenbündel - ermöglicht es, Stärken und Schwächen, aber auch eine klare Verteilung der Zuständigkeiten und Aufgaben zwischen den LAG, den übrigen Fördereinrichtungen und den betroffenen lokalen Akteuren herauszustellen.

Einer der wichtigsten Vorteile des LEADER-Programms kann gerade in dieser Fähigkeit liegen, interne und externe Verbindungen im Dienste der ländlichen Entwicklung herzustellen und dabei Redundanzen, Kompetenzüberschneidungen, Ressourcenverschwendung und Konflikte zu vermeiden.

 


WARUM DIESER LEITFADEN?


Der Leitfaden will:

  • die Fähigkeit der lokalen Aktionsgruppen (LAG) verbessern, wirtschaftlich tragbare und nachhaltige Aktivitäten im ländlichen Raum zu initiieren,

  • die Stärken und Schwächen der technischen Hilfe bewerten, die die LEADER-Gruppen und anderen Entwicklungsagenturen bei der Initiierung und Begleitung neuer Aktivitäten zur Verfügung stellen,

  • eine Methodik vorschlagen, mit deren Hilfe für jedes Projekt und jede Projektphase die tatsächlichen Kompetenzen der LEADER-Gruppe bestimmt und diejenigen Bereiche ausgemacht werden können, für die die Hinzuziehung anderer (öffentlicher oder privater, innerhalb oder außerhalb des Gebiets angesiedelter) Akteure und Fördereinrichtungen erforderlich ist,

  • die Ziele der wichtigsten unterstützenden "Dienstleistungen" festlegen, um den LEADER-Gruppen bei der Bewertung ihrer Aktionen zu helfen und nötige Verbesserungen vorzunehmen,

  • die Bereiche und das know-how ausmachen, für die sich eine Kooperation zwischen mehreren Gebieten als sinnvoll erweisen könnte, um die Wirksamkeit der Fördermaßnahmen zu erhöhen.



        Dieser methodische Leitfaden entstand nach einem von der Europäischen Beobachtungsstelle LEADER vom 6. bis 8. Februar 1997 im LEADER-Gebiet Navarra (Navarra, Spanien) veranstalteten Seminar, an dem ungefähr 70 Personen aus 8 Ländern teilnahmen.

        Zur Vorbereitung des Seminars und des Leitfadens wurden 5 Fallstudien erstellt, die auf den Erfahrungen der LEADER-Gruppen Navarra (Navarra, Spanien), Galloway (Schottland, Großbritannien), Ballyhoura (Irland), Tarn- des-Montagnes (Midi-Pyrénées, Frankreich) und Serranía de Ronda (Andalusien, Spanien) aufbauten. Auch eine Dritteinrichtung, die Mission agro-alimentaire Pyrénées (MAAP, Verein zur Förderung landwirtschaftlicher Erzeugnisse der Pyrenäen), trug zur Entwicklung des in diesem Dossier vorgestellten methodischen Ansatzes bei.

        Auch das LEADER-I-Dossier "Fördermaßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen im ländlichen Raum" (LEADER-Koordinierungsstelle / AEIDL 1994) diente als Grundlage für die Erstellung dieses Leitfadens. Schließlich leistete EBN, das Netz Europäischer Unternehmens- und Innovationszentren, vor und während des Seminars sowie bei der Erstellung dieses Leitfadens wertvolle Unterstützung.

        Für die Redaktion waren Paul Soto (Iniciativas Economicas y Ambientales, Spanien), Daniel Pujol (Regionale Landwirtschaftskammer Midi-Pyrénées, Frankreich), Seamus O'Reilly (University College Cork, Irland), Carlo Ricci (Agriteknica, Italien), Yves Champetier und Jean-Luc Janot (Europäische Beobachtungsstelle LEADER) verantwortlich.


 

 


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