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Das Kulturerbe als Entwicklungsfaktor

 

Die Elf-Städte-Tour

Die "Elfstedentocht" oder "Elf-Städte-Tour"
ist eine Art friesischer "Tour de France":
gleichermaßen Fest und Sportveranstaltung,
die Tausende von Teilnehmern und Zuschauern
anzieht, so sie denn stattfindet...

 

Da die friesische "Elf-Städte-Tour" nämlich ein Schlittschuhrennen auf zugefrorenen Kanälen ist, ist sie nur in besonders kalten Wintern durchführbar, und die sind in letzter Zeit relativ selten: Am 4. Januar 1997 fand die fünfzehnte "Elf-Städte-Tour" seit ihrer Gründung im Jahr 1909 statt !

Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine sportlich-spielerische Variante einer jahrhundertealten Form der Fortbewegung: Früher, im tiefen Winter, boten die zugefrorenen Kanäle und Wasserläufe gute und schnelle Verbindungswege zwischen den friesischen Kommunen. Heute ist die "Tour" ein 200 km langes Schlittschuhrennen, das in den 11 zu durchquerenden "Städten" Anlaß zu zahlreichen Vergnügungen bietet.

Diese Städte sind eigentlich friesische Orte, die Stadtrechte erhalten hatten. Bis auf zwei Ausnahmen – Sneek und die Provinzhauptstadt Leeuwarden – zählt keine Stadt mehr als 20 000 Einwohner und manche sind eigentlich recht bescheiden anmutende Ortschaften. Die während der Tour zurückzulegende Strecke führt durch ganz Nord-Ost-Friesland und entspricht somit mehr oder weniger den Umrissen des LEADER-Gebiets.

Abgesehen von der Besonderheit des eigentlichen Rennens, zu dem sich Leistunsgssportler (300 in diesem Jahr) und Freizeitsportler (16 000 Anmeldungen), Zuschauer und die verschiedensten Freundschafts- und Kulturvereine einfinden, liegt die Besonderheit der Veranstaltung in ihrer Organisationsform: Im großen und ganzen muß improvisiert werden, da häufig erst in letzter Minute die Entscheidung fällt, ob die klimatischen Bedingungen gut genug für die Durchführung der Tour sind.

Sobald die Entscheidung gefallen ist, müssen in allerkürzester Zeit (für die Tour '97 in weniger als 48 Stunden) sehr vielschichtige Maßnahmen getroffen werden, um Hunderttausende Besucher, die von den Medien informiert worden sind und sich innerhalb weniger Stunden über ganz Friesland ergießen, aufzunehmen und zu versorgen. Aus diesem Grund ist auch die intensive, spontane Mitwirkung der lokalen Bevölkerung so wichtig. Die Bevölkerung ist so aktiv, daß sich das Wunder jedesmal aufs Neue wiederholt: Nie gab es einen schwerwiegenden Zwischenfall, und jedesmal wird die Tour zum riesigen, fröhlichen Volksfest.

Dieser Erfolg und ihre Medienwirksamkeit haben dazu beigetragen, daß die "Elf-Städte-Tour" zur Triebfeder des Tourismus in ganz Nordwest-Friesland wird: Parallel zu den zur Rennstrecke gehörenden Wasserwegen, auf denen im Sommer zahlreiche Boote fahren, laufen Fahrrad- und Wanderwege. Außerden ist auch manche Imitation der Veranstaltung zu beobachten, wie z.B. die "Elf-Städte-Tour" für Rollschuhläufer, für Brieftauben oder gar für Fiat 500-Fahrer. "Friesland, das Land der "Elf-Städte-Tour" ist zum vielversprechenden Werbeslogan geworden, und die Auswirkungen dieser Veranstaltung sind im ganzen LEADER-Gebiet positiv spürbar: Nach jeder Tour nimmt die Zahl der Touristen zu, die auch mit großem Interesse die Orte und Sehenswürdigkeiten besuchen, die relativ weit von der eigentlichen Rennstrecke entfernt sind.

 

LEADER Noordwest Friesland

Gesamtfläche: 518 km2
Bevölkerung: 76 880 Einwohner
LEADER II-Förderung: 14 089 900 ECU
    EU:
2 612 489 ECU
    Andere öffentliche Mittel:
ECU 5 843 772
    Privat:
5 633 640 ECU


LEADER II Friesland
Provinsje Fryslân
Postbus 20120, NL-8900 HM Leeuwarden
Tel: +31 58 292 52 89 – Fax: +31 58 292 56 32

 

LEADER Magazine Nr.17 - Frühling, 1998


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