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GEWICHTUNGSSYSTEM Post an



Zweck des Gewichtungssystems


Für die Berechnung der EU-INLB-Ergebnisse wird ein besonderes Gewichtungssystem verwendet.

Dieses Gewichtungssystem stützt sich auf das Prinzip der freien Erweiterung: Dabei wird für jeden Betrieb in der Stichprobe eine besondere Gewichtung (der Extrapolationsfaktor) errechnet. Für die Errechnung des individuellen Gewichts werden die Betriebe in der Stichprobe und im Beobachtungsfeld nach den gleichen drei Kriterien geschichtet: INLB-Region, betriebswirtschaftliche Ausrichtung und wirtschaftliche Betriebsgröße. Das individuelle Gewicht ist dann gleich der Zahl der in einer Zelle des Beobachtungsfeldes vorhandenen Betriebe, geteilt durch die Zahl der in der Stichprobe befindlichen Betriebe aus dieser Zelle (INLB-Region x Ausrichtung x Betriebsgröße), in der Population und auf Stichprobenebene.

BEISPIEL:
Die sehr großen auf die Milcherzeugung spezialisierten Betriebe in der Bretagne. Enthält die INLB-Stichprobe 20 Betriebe dieser Gruppe und umfaßt die Population 1 000 Betriebe dieser Gruppe, so erhält jeder Einzelbetrieb in der Stichprobe für diese Gruppe ein Gewicht von 1000 / 20 = 50.


Mit dem Gewichtungssystem ist es möglich, verschiedene Auswahlsätze für verschiedene Zellen zu berücksichtigen. Für die Darstellung der INLB-Ergebnisse werden gewichtete Durchschnitte errechnet, indem diese Gewichte auf die einzelnen Betriebe in der Stichprobe angewendet werden.

Kenntnis des Beobachtungsfeldes Top


Voraussetzung für die Errechnung der Gewichtungsfaktoren sind genaue und aktuelle Daten über das Beobachtungsfeld. Das INLB-Beobachtungsfeld wird aus der landwirtschaftlichen Betriebsstrukturerhebung von EUROSTAT abgeleitet. Da diese Erhebung nicht jährlich, sondern nur alle zwei bis drei Jahre vorgenommen wird, verwenden die Kommissionsdienststellen die jeweils aktuellsten Informationen über das Beobachtungsfeld.

Zusammenfassung von Zellen Top


Das theoretische Raster, das für die Schichtung verwendet wird, enthält eine sehr große Zahl von Zellen (140 INLB-Regionen x 62 Ausrichtungen x 14 wirtschaftliche Betriebsgrößen = 121 520 Zellen).



Bestimmte Zellen (Ausrichtung x Betriebsgröße) gibt es in einigen Mitgliedstaaten überhaupt nicht oder nur sehr selten. Die Mitgliedstaaten gewährleisten durch die Anwendung der Auswahlpläne, daß alle wichtigen Betriebskategorien - d. h. alle Zellen des Beobachtungsfeldes, die Betriebe enthalten - in den Stichproben vertreten sind. Dennoch kann es vorkommen, daß die geplante Stichprobe nicht erreicht wird und einige Zellen auf der Stichprobenebene keine Betriebe enthalten.

Ausgehend von ihrer Kenntnis des Beobachtungsfeldes und der Auswahlmethode können die Kommissionsdienststellen, unterstützt von der Verbindungsstelle in dem betreffenden Mitgliedstaat, feststellen, welche Zellen von Ausrichtungen auf der Stichprobenebene u. U. unbesetzt sind. In diesen Fällen werden Zellen mit ähnlichen Eigenschaften zusammengefaßt (aggregiert) und bei der Errechnung der Gewichtungsfaktoren als eine Zelle behandelt.

BEISPIEL:
Das gemeinschaftliche Klassifizierungssystem landwirtschaftlicher Betriebe unterscheidet zwei ähnliche Viehhaltungsverbundbetriebe, nämlich: 73 - Teilausrichtung Weidevieh und 74 - Teilausrichtung Veredlung). In den meisten Mitgliedstaaten umfaßt das Beobachtungsfeld eine große Anzahl von Betrieben dieser beiden Ausrichtungen, so daß erwartet werden kann, daß die entsprechenden Zellen auf der Stichprobenebene eine ausreichende Zahl von Betrieben enthalten. In einigen anderen Mitgliedstaaten gibt es aber für jede diese Ausrichtungen vergleichsweise wenige Betriebe.

Somit besteht die Gefahr, daß eine dieser Ausrichtungen in der Stichprobe nicht vertreten ist. Deshalb werden beide Ausrichtungen zu einem einzigen weitergefaßten Betriebstyp auf einer höheren Ebene des Klassifizierungssystems zusammengefaßt: Im vorliegenden Fall hieße das, daß die Ausrichtung 73 und die Ausrichtung 74 zu einer Zelle für die Betriebsausrichtung 7 - Viehhaltungsverbundbetriebe - aggregiert werden (siehe auch die Zahlenbeispiele unten).


MitgliedstaatBetriebstypBetriebstypZahl der Betriebe (* 1,000)
Deutschland71 - Teilausrichtung Weidevieh 16.2
 72 - Teilausrichtung Veredlung 8.6
Suzammenfassung7 - Teilausrichtung24.9
Griechenland71 - Teilausrichtung Weidevieh 9.8
 72 - Teilausrichtung Veredlung 0.3
Suzammenfassung7 - Teilausrichtung10.1
BEOBACHTUNGSFELD 1995


Die Aggregation von Zellen verbessert den Grad, in dem das Beobachtungsfeld durch die Stichprobe vertreten ist. Sie kann aber auch für bestimmte Ausrichtungen und/oder Betriebsgrößen zu einem Verlust an Präzision und Repräsentativität führen.

Die Tabellen im Anhang geben Aufschluß über die Klumpungsschemata die von der Kommission und den Mitgliedstaaten seit dem Buchführungsjahr 1995 für die Gewichtung der INLB-Ergebnisse verwendet werden.



Letzte Aktualisierung: 16 März 2010 |  Seitenanfang  |  Hilfe